Das Projekt Natur.Vielfalt.Isental ist als „UN Dekade Projekt Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Nun wurde die Laufzeit um drei Jahre bis 2023 verlängert.
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Stolz auf den Erfolg: die Projektbetreuer Barbara Scholz und Christoph Schwitzke.

Projekt der Wildland-Stiftung ist „UN-Dekade Projekt Biologische Vielfalt“

Vereinte Nationen zeichnen Isental-Schützer aus

Das Projekt Natur.Vielfalt.Isental ist als „UN Dekade Projekt Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Nun wurde die Laufzeit um drei Jahre bis 2023 verlängert.

Dorfen – Das Isental ist heute geprägt durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung. Von den früher ausgedehnten Wiesen sind nurmehr Reste vorhanden. Mit dem Verschwinden dieser Lebensräume ging auch ein Verlust von Artenreichtum einher. Vor allem Insekten und Vogelarten, wie Großer Brachvogel, Kiebitz, Bekassine und Braunkehlchen, sind von dem Lebensraumverlust betroffen. Hier setzt seit 2016 das Projekt Natur.Vielfalt.Isental an. Der Lohn für die Arbeit ist nun die Auszeichnung zum „UN-Dekade Projekt Biologische Vielfalt“.

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Die Arbeit der Projektbetreuer Barbara Scholz und Christoph Schwitzke zielt in erster Linie auf die Umsetzung von Landschaftspflegemaßnahmen, um naturschutzfachlich wertvolle Lebensräume wie Niedermoorreste, Streu- und Feuchtwiesen zu erhalten und wiederherzustellen.

Das Projekt „Natur.Vielfalt.Isental“ besteht seit dem Januar 2016 und wird mit einer bisher geförderten Laufzeit von fünf Jahren und der kürzlich erfolgten Verlängerung um weitere drei Jahre zunächst bis Ende 2023 im Isental aktiv sein. „Als weitere Anerkennung sehen wir die Verlängerung der Projektlaufzeit um weitere drei Jahre, die ebenfalls Anlass zur Freude gibt“, erklären die Verantwortlichen. Neben der Wildland-Stiftung Bayern übernehmen auch die Kommunen Lengdorf und Dorfen sowie im Kreis Mühldorf Schwindegg, Obertaufkirchen und Rattenkirchen Verantwortung für das Projekt.

Zusammen mit den Artenhilfsmaßnahmen, wie der Anlage von Flachmulden und Kleingewässern, werden in Kooperation mit Flächeneigentümern und Landwirten vor Ort wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Arten gesichert. „Beispielsweise können wir im Dorfener Moos, einem der wichtigsten Brutareale für den Kiebitz im gesamten Isental, derzeit wesentlich zur Verbesserung des Lebensraums für ihn und andere Wiesenbrüter beitragen“, erklären die Betreuer.

Davon profitieren auch Durchzügler und Nahrungsgäste wie Weißstorch, Uferschnepfe, Kampfläufer oder seltene Limikolen, die das Gebiet als Rastgebiet nutzen.

Das Isental mit Nebenbächen und das Thalhamer Moos sind FFH-Gebiet und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Neben den Wiesenbrütern finden sich weitere, teilweise vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, die Prachtnelke oder der Kriechende Sellerie. Letzterer wurde aus einer Nachzucht an ausgewählten Stellen ausgebracht.

Die Projektbetreuer Scholz und Schwitzke wollen gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung, insbesondere den Landwirten sowie der Jägerschaft des Kreisjagdverbands Erding und der Kreisgruppe Mühldorf, die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft im Isental bewahren. Sie betonen, dass neben dem Naturschutz auch Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit wichtige Säulen des Projekts sind. Bei verschiedenen Führungen und Projekten für Kindergärten, Schulklassen oder bei Ferienprogrammen sind Groß und Klein eingeladen, die Faszination der Natur zu entdecken.

Nach annähernd fünf Jahren Laufzeit hat das Projekt nun einen guten Stand. „Die ersten Jahre lag der Schwerpunkt der Arbeit im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, denn es galt eine gewisse Bekanntheit in der Bevölkerung zu erreichen“, erzählt Schwitzke. „Heute kommen sowohl die Schulen und Kindergärten im Projektgebiet regelmäßig mit Anfragen auf uns zu, aber auch viele Landwirte und Flächeneigentümer suchen die Zusammenarbeit.“

Demnächst sind einige Maßnahmen, unter anderem in der Gemarkung Lengdorf geplant, sodass das Projekt mittlerweile praktisch in allen fünf Schwerpunktgebieten tätig ist. Aufgrund der vielen für die Landwirtschaft uninteressanten, da schwer zu bewirtschaftenden Flächen, bieten sich besonders im Dorfener Moos gerade sehr viele Möglichkeiten, die Struktur- und Artenvielfalt im Gebiet zu stärken.  red

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