Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter

Kommentar

Viele Chancen für die Zeit nach Corona: Jeder ausgegebene Eurogestaltet Zukunft

  • vonTimo Aichele
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In der Corona-Zeit gibt es auch Entwicklungen, die Hoffnung machen. Jeder einzelne ist gefordert, dass diese Chancen nicht ungenutzt bleiben. Unser Kommentar.

Corona hat der Welt angeblich auch Gutes gebracht: Bewusstsein fürs Regionale, Bio-Boom bei Lebensmitteln, Besinnung auf das ruhige Leben abseits vom früheren Freizeitstress, einen Anschub für die Digitalisierung. Das alles und viel mehr stimmt zumindest teilweise – entscheidend ist jedoch, was bleibt.

Anfang 2020 haben sich die Verantwortlichen der Südostbayernbahn noch auf ein „Jahrzehnt der Eisenbahn“ gefreut. Während manche nun angesichts tausender nicht geflogener Flugzeug-Kilometer von einer neuen ökologischen Mobilität träumen, bringt der Einbruch der Fahrgastzahlen bei der Bahn der Verkehrswende gleichzeitig einen Dämpfer. Wer tageweise im Homeoffice arbeitet, der kauft sich kein Monatsticket mehr – und pendelt dann doch wieder per Auto.

Viele Kunden haben in der Corona-Zeit Amazon kennen und Netflix lieben gelernt. Hier treten Gewöhnungseffekte ein, die dem lokalen Einzelhandel ebenso die Lebensgrundlage entziehen können wie der Freizeit-Industrie von Kinos über Gastronomie bis Kultur. Dafür leuchteten Montagnacht überall im Land rot glühende Mahnmale. Die Event-Branche illuminierte dafür Fassaden – unter anderem die Kirche Inning und das Tonwerk.

Am Ende haben wir’s in der Hand. Auch mit unserem Konsum werden wir die Nach-Corona-Welt prägen. Die nach Branchenangaben zwei Millionen Beschäftigten in der Event-Branche, die eine Million Menschen, die von der Gastronomie lebt, und Heerscharen anderer Arbeitnehmer und Selbstständiger werden es uns danken. Viele von ihnen haben keine so starke Lobby wie andere Wirtschaftszweige.

Der Tönnies-Skandal zeigt zudem: Jeder Euro mehr, den man beim ehrlich handwerklich arbeitenden Metzger oder im Bioladen für sein Stück Fleisch ausgibt, ist bestens angelegt. All diese Themen haben eines gemeinsam: Sie stehen für Krisen der Corona-Zeit. Diesem Neuanfang könnte – frei nach Hermann Hesse – wirklich ein Zauber innewohnen.

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