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Zur Treibjagd im Langenpreisinger Revier von Max Auer (r.) kamen auch der spätere Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (l.) und Ministerpräsident Franz Josef Strauß (M.), vorne Edith Auer.

Jubiläum 

Wald und Wild verpflichtet: 100 Jahre Kreisjagdverband

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Waidgerechtes Jagen ist  für den modernen Jäger eine Selbstverständlichkeit. Vor 100 Jahren gründete sich im Landkreis der erste Jagdverein, nämlich in Dorfen. Dabei wurde  auch der Grundstein gelegt für mehr Tier- und Naturschutz.

Dorfen – Der Grundstein des Kreisjagdverbands wurde in Dorfen gelegt. Mit der Gründung des Jägervereins Dorfen machten sich die Waidmänner – damals waren es tatsächlich nur Männer – auf den Weg zu einer modernen Jagd. Das berichtet Franz Sreibl, Chronist des Kreisjagdverbandes. Der frühere Rektor der Grundschule Schwindkirchen ist heute 80 Jahre alt und frönt dieser Leidenschaft nach wie vor:. „Wenn’s auf die Rehböcke geht, dann samma jeden Tag draußen“, erzählt er.

Doch auch an seinem Schreibtisch dreht sich bei dem Dorfener vieles um die Jagd. Die Besucher der Hubertusfeier zum 100-jährigen Bestehen werden das am Samstag in Streibls historischen Vortrag hören. Die Wurzeln der organisierten Jägerschaft im Landkreis Erding seien in einer Zeit gewachsen, in der in Bayern politisch viel Unruhe herrschte. Soldaten und Arbeiter waren wütend und verunsichert. 1918 und 1919 folgten Revolutionswirren.

Schon damals machten sich im Landkreis Erding die Jäger viele Gedanken rund um das Wild und die Ausübung der Jagd. Am 15. Januar 1920 wurde der „Jägerverein Dorfen“ und damit der erste Jagdverein im Landkreis gegründet. „Das ist in der Luft gelegen“, sagt Streibl. Die Jäger hätten ein großes Bedürfnis gehabt, sich zu organisieren – unter anderem, um für die Durchsetzung waidgerechter Praktiken zu sorgen.

So habe man damals nur Rehböcke schießen dürfen. Mit Schonzeiten nahm man es dagegen nicht so genau. „Ganz was Schlimmes: Man durfte noch mit Schrot auf Rehe schießen“, erzählt Streibl. Diese Missstände sind schon lange Vergangenheit. Unter anderem ein Verdienst der Dorfener Waidmänner und des 1924 gegründeten Jägervereins Erding.

Seit Generationen eine Jägerfamilie: die Streibls um 1896 (v. l.): Mutter Therese, Sohn Max junior, Vater Max Streibl Senior, die Söhne Josef und Franz (der Vater von Franz Streibl) sowie eine Hausangestellte.

„Heute ist jedes Jagdrevier verpflichtet, dass es einen geeigneten und abgerichteten Hund hat“, sagt Streibl. Das habe zum Beispiel der Jägerverein Dorfen von Anfang gefordert. Auch habe man bis damals das Schießen am Wild gelernt – mit teils schrecklichen Folgen für die Tiere. Dorfens Jäger hätten sich dagegen um einen Schießstand bemüht. Es folgte die dunkle Zeit des Nationalsozialismus, in die aber mit dem 1935 erlassenen Reichsjagdgesetz das laut Streibl „erste moderne Jagdgesetz“ fiel.

1945 dezimierten die amerikanischen Besatzer die Wildbestände mit ihren automatischen Waffen, und die heimischen Jäger mussten alle Jagdwaffen abgeben. „Sie wurden aber oft eingegraben“, erzählt Streibl. „Zum Beispiel hat mein Vater seinen Drilling unter einem Schuppen vergraben. Weil der aber abgerissen wurde, war das Erdreich bald nass, und das Gewehr am Ende ziemlich verrostet.“ Geschickter habe es ein Jäger gemacht, der seine Waffen in einem Dachstuhl einer Kapelle bei Dorfen versteckte. Um 1950 herum hätten sich dort die Leute gewundert, warum das Dach teilweise abgedeckt war. Der Jäger holte seine Waffen ab.

Das ist Geschichte. Heute können die Jäger ihren Aufgaben ganz ohne Heimlichkeiten nachgehen. Der Kreisjagdverband selbst wurde 1948 gegründet – und hat seitdem nur fünf Kreisvorsitzende gehabt: in den Anfangsjahren der Oberdinger Bürgermeister Albert Schweiger, ab 1956 Anton Ebner, ab 1972 Egon Lechner, ab 1996 Kurt Hörmann und von 2006 bis heute Thomas Schreder. Der Verband vertritt die Interessen von rund 110 Revierinhabern und etwa 550 Jägerinnen und Jägern.

Zu den Aktivitäten gehören auch außerschulische Umweltbildung, Ausbildungen für Hundeführer, der Betrieb eines Schießstands und die Jagdhornbläsergruppe.

In 100 Jahren hat sich die Jagd in vielerlei Hinsicht gewandelt. Viele neue gesellschaftliche Entwicklungen, technische Neuerungen und politische Gegebenheiten sind dazugekommen.

„Was allerdings geblieben ist, ist der Respekt vor den Wildtieren, die Liebe zur Natur und die Motivation sich für das Wohl des Wildes im Landkreis einzusetzen“, erklärt Streibl. Natur- und Tierschutz „haben in unserer Gesellschaft und bei der Jagd einen enorm hohen Stellenwert“. So sei gesetzlich festgelegt, dass ein artenreicher gesunder Wildtierbestand zu erhalten und Beeinträchtigungen der land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen möglichst zu vermeiden sind.

Das Festprogramm:

Hubertusmesse mit Jagdhornbläsergruppe und Hubertusdreigesang am Samstag, 18. Januar, 18 Uhr, Pfarrkirche Maria Dorfen.

Festaktim Jakobmayer Saal um 19.30 Uhr mit Begrüßung durch Vorsitzenden Thomas Schreder, Grußworte der Ehrengäste zum Festakt, einem launigen historischen Rückblick vom Chronisten des Kreisjagdverbandes, Franz Streibl.

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