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Bald auch in Dorfen? Fahrradstraßen, wie hier in Kirchheim bei München, sollen den Umstieg aufs Fahrrad attraktiver und auch sicherer machen. 

CO2-neutrale Stadt

Dorfen wird nicht das Klima retten, aber . . .

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Dorfen soll einen weiteren Schritt dazu tun, bis zum Jahr 2035 CO2-neutral zu werden. Die Grünen wollen aus Dorfen eine fahrradfreundliche Stadt machen. 

Dorfen – Vorfahrt für das Fahrrad. Dorfen soll wie Erding eine fahrradfreundliche Kommune werden. Das wollen die Grünen erreichen und fordern deshalb, die Stadt soll Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) werden.

Um die vom Stadtrat beschlossene Klimaneutralität erreichen zu können, spiele neben dem Strom- und dem Wärmesektor auch die Mobilität dabei eine entscheidende Rolle. Die Fraktionssprecherin der Grünen im Stadtrat, Ursula Frank-Mayer, zitiert in der Antragsbegründung aus einer vom Bundesamt für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit durchgeführte Studie „Potentiale des Radverkehrs für den Klimaschutz“ aus dem Jahr 2013. Demnach seien für einen intelligenten und umweltverträglichen Verkehr der Zukunft integrierte Lösungen notwendig. Drei wichtige Pfeiler wären dabei eine Modernisieren der Fahrzeugflotte auf schadstoffarme beziehungsweise -freie Fahrzeuge, die Verlagerung des Verkehr auf das Fahrrad sowie die stärkere Nutzung des Mobilitätsverbundes (Bus, Bahn, CarSharing). Frank-Mayer: „Dem Radverkehr kommt somit neben den anderen Säulen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz zu.“

Radkonzept gefordert

Der Bund hat laut Frank-Mayer die Förderung nachhaltiger Mobilität ausgeweitet und unterstütze nun auch Verbesserungen der Radverkehrsinfrastruktur für den Alltagsverkehr. Um ein förderwürdiges Radkonzept auf die Beine stellen zu können, biete die AGFK den Kommunen Unterstützung an. Zentrales Anliegen des Vereins sei die feste organisatorische Verankerung der Radverkehrsförderung in der Kommune. „Eine Mitgliedschaft bei der AGFK ist ein hilfreiches Instrument für Dorfen, systematische Verbesserungen für die Radverkehrs-Infrastruktur zu planen, umzusetzen und damit den Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen zu steigern“, so Frank-Mayer. Der Mitgliedsbeitrag in der AGFK Bayern beträgt 1000 Euro im Jahr, wie es im Antrag heißt.

Dramatischer Klimabericht

Um dem Antrag noch mehr Gewicht zu verleihen, erinnert die Grünen-Stadträtin an den jüngst erschienene Klimabericht, der in seiner Dramatik erschütternd sei. „Es wird Zeit, endlich zu handeln. Hier geht es nicht um eine bloße parteipolitische Position, um irgendwelche politische Vorlieben oder persönliche Meinungen. Sondern um die Lebensgrundlagen unserer und nachfolgender Generationen, die massiv gefährdet sind.“

Lesen Sie auch: Grüne fordern Umstieg aus Rad

Mit Argumenten wie „Dorfen wird nicht das Klima retten“ stehle man sich aus der Verantwortung. Niemand behaupte, dass eine Kommune allein die Katastrophe abwenden könne. „Aber sie wird erst recht nicht abgewendet, wenn jeder in dieser Haltung verharrt, weitermacht wie bisher und darauf wartet, dass andere handeln“, so Frank Mayer. Nur wenn alle ihr Verhalten änderten, „erreichen wir in der Summe den dringend benötigten Paradigmenwechsel. Städten und Kommunen kommt dabei eine besondere Vorbildfunktion zu“.

Stadt muss handeln

Ein wichtiger Baustein zur Verminderung der Treibhausgas-Emissionen seien Veränderungen in der Mobilität. Die Umstellung des motorisierten Individual-Verkehrs auf das umwelt- und gesundheitsfreundliche Radfahren sei dabei ein Baustein, der von den Kommunen wesentlich beeinflusst werden könne. Frank-Mayer: „Deshalb sind wir davon überzeugt, dass die Stadt jetzt handeln muss. Unsere Stadt hat mit ihren kurzen Entfernungen eine ideale Größe, um zahlreiche Strecken des täglichen Lebens mit dem Fahrrad zurückzulegen. Voraussetzung aber ist, dass die Infrastruktur danach ausgerichtet ist. Nur dann steigen die Bürgerinnen und Bürger auf das Fahrrad um, das lehren die Erfahrungen in anderen Kommunen sowie anderen Ländern, in denen der Fahrradverkehr gefördert wird.“

Voraussetzung für eine zukunftsweisende Verkehrspolitik in Dorfen ist nach Ansicht der Grünen, dass der Stadtrat die Notwendigkeit eines fachlich fundierten und von der Bevölkerung mitgetragenen Verkehrskonzeptes zur Verbesserung des Radverkehrs erkennt. „Wir hoffen, dass alle Fraktionen im Dorfener Stadtrat mit uns gemeinsam an dem großen Projekt ,Dorfen bis 2035 klimaneutral‘ und an der Erreichung der Klimaschutzziele, wie von der Bundesregierung definiert, arbeiten werden.“

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