Corona in Großbritannien: Johnson ins Krankenhaus eingeliefert - Queen spricht zu den Briten

Corona in Großbritannien: Johnson ins Krankenhaus eingeliefert - Queen spricht zu den Briten
+
Der Schutz der Menschen hat oberste Priorität (v. l.): Claudia Singenstreu-Goldbach, Renate Eder und Ary Witte-Kriegner.

Wohn- und Pflegeheim

Zur Vorsicht eine eigene Quarantäne-Station in Algasing

  • schließen

Die Corona-Krise hat auch das Wohn- und Pflegeheim in Algasing  im Griff. „Die Gesundheit der Bewohner und Mitarbeiter zu schützen hat oberste Priorität“, betonen  die Verantwortlichen.

Algasing – Auf allen Ebenen  wird derzeit im Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit Behinderung der Barmherzigen Brüder im Kloster Algasing  versucht, auf die sich täglich ändernde Situation zu reagieren. „Ein großes Thema ist natürlich die Hygiene“, erklärte  Geschäftsführer Ary Witte-Kriegner im Pressegespräch unter Beteiligung  der Bereichsleiterin Wohnangebote, Claudia Singenstreu-Goldbach, und  der Hygienebeauftragten Renate Edern. Da werde alles Notwendige getan. Schutzmasken und Schutzkleidung für das Personal habe man ausreichend. Und gerade sei eine Quarantäne-Station mit acht Plätzen eingerichtet worden.

In der Algasinger Behinderteneinrichtung des Ordens haben derzeit 230 Bewohner eine Heimat und viele davon einen Arbeitsplatz in der Sankt-Josefs-Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM), erklärte Geschäftsführer Witte-Kriegner. Eine Außengruppe wird im Stadtzentrum Dorfen betrieben.

Mit der Betreuung der Bewohner und den Betrieb der Sozialeinrichtung sind insgesamt 391 Mitarbeiter beschäftigt. Der Schutz dieser Menschen „steht absolut im Mittelpunkt“. Auf die jüngsten Entwicklungen in Zeiten von Corona habe man einen Krisenstab mit Geschäftsleitung sowie Vertretern des Ordens, Bewohner- und Mitarbeitervertretung eingerichtet. Das Gremium koordiniere alle relevanten Dinge – und das auch am Wochenende, sagte Witte-Kriegner. „Wir bereiten uns auf den schlimmsten Fall vor.“

Zur Sicherheit seien eine Reihe von Entscheidungen getroffen worden, die auch Einschränkungen bedeuten. „Jeder unnötige Kontakt soll vermieden werden.“ So habe man die Angehörigen „nachdrücklich gebeten“, derzeit von Besuchen oder Heimfahrten ihrer Angehörigen im eigenen Interesse aber auch deren Mitbewohner und Personal völlig abzusehen.

Rechtlich ganz verbieten könne man Besuche nicht. Bislang sei man bei den Angehörigen aber „auf Verständnis“ gestoßen. Eine Ausnahme seien natürlich Besuche, wenn sich Bewohner im Sterbeprozess befinden würden.

Bislang habe man noch keine unmittelbaren Probleme mit dem Corona-Virus gehabt, erklärte Witte-Kriegner. Die WfbM und Förderstätte wurden aus Sicherheitsgründen dennoch geschlossen. Insgesamt 124 behinderte Menschen haben dort Arbeit, berichtete Werkstattleiter Markus Huber. Die Produktion sollen nun die Gruppenleiter sicherstellen.

Hergestellt werden unter anderem Webteppiche, Holzspielzeug, Kerzen und Deko. Die externen Aufträge, etwa von Kabelmontagen oder elektrischen Fußbodenheizungen, können derzeit abgearbeitet werden. Nicht benötigtes Personal der WfbM und Mitarbeiter der Förderstätte werden in den Wohngruppen zur Betreuung im Tagesdienst eingesetzt.

Jegliche Personenbewegungen zwischen den Einrichtungen, wie der Außengruppe Dorfen und Malseneck, seien inzwischen eingestellt und untersagt, betonte Witte-Kriegner. „Da können wir das Hausrecht ausüben.“ Die Kontaktvermeidung gelte auch für Aktivitäten außerhalb der Einrichtung, wie etwa Einkaufen oder Ausflüge. Dies werde „auf ein notwendiges Minimum reduziert“.

Lieferanten stellen ihre Waren an einem vorgesehen Platz ab, um Kontakte zu vermeiden. Auch ärztlicher Rat soll möglichst telefonisch erfolgen. In der Einrichtung wurde inzwischen auch der eigene Werkstattladen geschlossen. Abgesagt wurden auch alle derzeit anstehenden Praktika und Besuche von externen Gruppen, etwa aus den Schulen. Die Cafeteria sei nur noch bis 15 Uhr geöffnet, und im großen Mehrzweckraum dürfen sich zum Mittagessen nur noch 30 Personen gleichzeitig mit entsprechendem Abstand aufhalten.

Der Appell, alles zu tun, um das Corona-Virus von Algasing fernzuhalten gelte nicht nur für Bewohner und Angehörige, sondern auch für Mitarbeiter. Bei ihnen sei man auf Verständnis gestoßen, dass jetzt jeder eine besondere Verantwortung trage, berichtete der Geschäftsführer. Für die Kinderbetreuung von Mitarbeitern gebe es auch eine Lösung.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Corona-Fälle im Landkreis Erding: Nur 19 Neu-Infizierte in zwei Tagen
Seit Freitag ist die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle im Landkreis Erding von 401 auf 420 Fälle angewachsen. 98 Personen gelten mittlerweile als geheilt.
Corona-Fälle im Landkreis Erding: Nur 19 Neu-Infizierte in zwei Tagen
Coronavirus im Landkreis Erding: Verdopplungsrate liegt bei 9,5 Tagen – Newsticker
Im Landkreis Erding haben sich 401 Menschen mit dem Sars-Cov-2 infiziert. Bereits drei Landkreis-Bürger sind aufgrund von Covid-19 verstorben.
Coronavirus im Landkreis Erding: Verdopplungsrate liegt bei 9,5 Tagen – Newsticker
Junger Tüftler sorgt mit Handy-App für Aufsehen
Sollte er einmal ein erfolgreiches Startup-Unternehmen gründen wollen, hätte dieser junge Mann wohl beste Aussichten. Jakob Landbrecht, 16 Jahre alt, aus Niederding, hat …
Junger Tüftler sorgt mit Handy-App für Aufsehen
Erding: Geparktes Auto und Pfosten angefahren
Zwei Fälle von Unfallflucht beschäftigen die Polizei Erding. Dabei entstand 1500 Euro Sachschaden.
Erding: Geparktes Auto und Pfosten angefahren

Kommentare