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Unverzichtbar ist für Landrat Martin Bayerstorfer (r.) das Dorfener Krankenhaus.

Festakt 90 Jahre Klinik

Dorfener Krankenhaus „etwas Besonderes“

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Landrat Martin Bayerstorfer hat beim Festakt zum 90-jährigen Bestehen der Klinik Dorfen das Dorfener Haus als unverzichtbar beschrieben. Die Klinik sei „fit für die Zukunft“, so der Kreischef.

Dorfen – Vor vielen Ehrengästen aus Politik, Geistlichkeit, Wirtschaft und Medizin gab Landrat Martin Bayerstorfer gestern Mittag beim Festakt zum 90-jährigen Bestehen der Dorfener Klinik eine Liebeserklärung an das Haus ab: „Eine Schließung kam für mich nie in Frage und solange ich politisch tätig sein werde und tätig sein darf, werde ich mich für das Haus in Dorfen einsetzen. Es ist mir nicht nur ans Herz gewachsen, ich habe es in mein Herz geschlossen.“. Unter großem Beifall sagte Bayerstorfer, das Dorfener Krankenhaus sei eine „kleine, feine aber ganz wichtige Einrichtung im Osten des Landkreises“. Alle daran Beteiligten könnten stolz darauf sein, „dass wir die Klinik Dorfen nicht nur erhalten, sondern weiterentwickelt und fit für die Zukunft gemacht haben“.

Bürgermeister Heinz Grundner betonte die Bedeutung des Krankenhauses nicht nur für Erding, sondern auch für den Landkreis Mühldorf, von wo her viele Patienten nach Dorfen kämen. Mit dem Übergang der Klinik in die Hände des Landkreises seien für Dorfen keine Nachteile entstanden – „außer, dass im Pass als Geburtsort jetzt nicht mehr Dorfen steht. Aber das können wir verkraften“.

Auch in Zukunft müsse die Arbeit der Klinik evaluiert und immer wieder hinterfragt werden. Grundner: „Aber ich bin der festen Auffassung und Überzeugung, dass dieses Hinterfragen der jeweiligen Situation nicht dazu führen darf, dass man sich die Frage stellt, das Krankenhaus in Dorfen aufzugeben.“

Chefarzt Dr. Ludwig Rudolf sprach in seinem Grußwort davon, dass es schon erstaunlich sei, dass ein Haus mit 62 Betten, „und damit eines kleinsten Krankenhäuser in Bayern“, überhaupt noch existiere. Und das in einer Zeit, in der kleineren Einheiten pauschal die medizinische Leistungsfähigkeit abgesprochen werde. Die Klinik Dorfen erfreue sich aber „höchster Akzeptanz bei den Patienten“ und arbeite wirtschaftlich erfolgreich. Rudolf sieht die Ursache dafür im „engagierten Träger“, dem Landkreis. Zum anderen biete die Klinik „ein hochwertiges medizinisches Angebot mit hoher ärztlicher Expertise und außerordentlicher pflegerischer Qualität“.

Die Klinik Dorfen habe es durch die Verzahnung von ambulanter und stationärer Medizin geschafft, eine Vielzahl qualifizierter Fachärzte sowie Beleg- und Konsiliarärzte ans Haus zu binden. Auch die gemeinsame Nutzung von Funktionsräumen, medizinisch-technischem Equipment und qualifiziertem Assistenzpersonal vom MVZ Dorfen trage erheblich zum hohen medizinischen Standard bei. Die Zukunft der Klinik sieht der Chefarzt durchaus positiv.

Pflegedienstdirektorin Gertrud Friess-Ott stellte vor allem die in der Dorfener Klinik gelebte Menschlichkeit heraus. Der zu versorgende Patient stehe dabei immer im Mittelpunkt. Er bekomme menschliche Hilfe, Zuspruch und Trost. „Keine Maschine kann einen warmen Händedruck, Aufmunterung, Zuspruch oder Trost ersetzen“, sagte Friess-Ott. Das Dorfener Krankenhaus seit „etwas Besonderes, diese Wärme spürt man“. Deshalb sei sie immer bestrebt, „den Geist von hier auch nach Erding fließen zu lassen“.

Alle Redner nutzten die Möglichkeit, sich bei Mitarbeitern, Pflegekräften und Ärzten für ihren Einsatz zum Wohle der Patienten zu bedanken. Fries-Ott sagte dazu: „Ein Patient ist keine Maschine, der nur zur Reparatur in die Klinik muss. Es ist ein Mensch.“

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