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Volles Haus im Dorfener Rathaus: Im neuen Sitzungssaal leitete Bürgermeister Heinz Grundner die erste Stadtratssitzung.

Dorfener Stadträte tagen im Auftakt gleich vier Stunden

Premiere im neuen Sitzungssaal

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Es war ein historischer Tag für Dorfen und seine Stadträte. Das neue Rathaus ist ja schon seit einigen Wochen in Betrieb (wir berichteten). Am Mittwochabend ist auch der Sitzungssaal offiziell seiner Bestimmung übergeben werden – auch wenn noch etwas Wichtiges fehlt.

Dorfen– Vor der Sitzung hatte die Stadt Dorfen zu einem kleinen Sektempfang eingeladen. Bürger und Stadträte plauderten locker und begutachteten den Sitzungssaal sowie die schmucke Dachterrasse. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) eröffnete dann die Stadtratssitzung, „die nicht nur wegen der bedeutenden Tagesordnung ein historischer Moment ist“. Unter anderem ging es um die Nutzung des Meindl-Areals und die Pläne zur Umgestaltung der B 15.

Seit September 2011 hatte der Sitzungssaal im alten Rathaus aus Brandschutzgründen nicht mehr genutzt werden dürfen, seither tagten Stadtrat und Ausschüsse im Sparkassensaal. „Das war seit rund sieben Jahren eine komfortable, aber keine adäquate Lösung“, so Grundner.

Für den ersten Lacher sorgte Martin Heilmeier (LDW), als er sein halb volles Sektglas umwarf, und der Bürgermeister trocken meinte: „Kein Problem. Tische, Boden, alles wasserdicht.“ Er ging auch kurz auf die neue Sitzordnung ein. Die drei Stadträte Bertram Arendt (ÜWG), Christian Holbl und Josef Wagenlechner (beide TEG) haben diese Woche ihre Fraktionen verlassen (wir berichteten) und sitzen jetzt neben der CSU. „An der Zusammenarbeit wird sich aber nichts ändern“, sagte Grundner. Der Stadtrat sei zwar komplett, nicht aber der Sitzungssaal. „Es fehlen noch die alten Rathausbilder, die seit nahezu 300 Jahren im Dorfener Rathaus hängen.“

Dabei handelt es sich um sechs Gemälde des kurfürstlich bayerischen Hofmalers Johann Kaspar Sing. Um sie hatte es vor knapp vier Jahren eine Diskussion gegeben, einige Stadträte hatten sie als bedrohlich empfunden und wollten sie nicht mehr im Sitzungssaal haben. Das Landesamt für Denkmalpflege, das die Bilder unter Denkmalschutz gestellt hatte, hat die Bilder nun freigegeben. Schnellstmöglich sollen sie aufgehängt werden, „und den Stadtrat mahnen, vorausschauende und gerechte Entscheidungen zu treffen“, so Grundner.

Dann wurde eifrig debattiert. Um 23 Uhr, nach vierstündiger Sitzung, waren erst zwei Tagesordnungspunkte abgearbeitet. Andreas Hartl (GAL) stellte schließlich den Antrag, aufgrund der fortgeschrittenen Stunde die restlichen Punkte zu vertagen. Dies wurde bei drei Gegenstimmen angenommen. Auch dieser Moment hatte durchaus historische Züge.

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