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Stolz auf den ÜWG-Teamgeist (v. l.): Josef Jung, Stef an Eichner, Andreas Mangstl, Dominikus Gerbl, Walter Zwirglmaier, Fred Janocha, Bianka Lanzl und Bürgermeister-Kandidat Sven Krage. 

Dorfener ÜWG-Kritik an Grundner: Nur Einzelthemen, kein Masterplan

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„In Dorfen wird immer nur Einzelthemen-Politik gemacht. Ich habe noch nie einen Masterplan gesehen“, kritisiert Sven Krage (51). Er ist Bürgermeisterkandidat der ÜWG und will das ändern.

„In Dorfen wird immer nur Einzel-Themen-Politik gemacht. Ich habe noch nie einen Masterplan gesehen“, kritisiert Sven Krage. Der 51-Jährige ist Bürgermeisterkandidat der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜWG) und will das ändern. „Die Kernaufgabe eines Bürgermeisters ist, alle an einen Tisch zu bekommen“, so arbeite er auch als Vertriebsleiter, erklärt er im Pressegespräch.

„Es muss vorausschauender gearbeitet werden“, kritisiert Josef Jung die Amtsführung von Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Der ÜWG-Stadtrat kandidiert auf Platz 2 der Liste und hat dem Newcomer Krage den Vortritt bei der Bürgermeisterkandidatur gelassen, weil dieser „genau der Richtige“ sei.

„Jetzt hat jeder den Sportplatz im Programm“´, sagt Jung. Er selbst habe das Thema 2017 als Neuling im Stadtrat, der im Jahr zuvor nachgerückt war, aufs Tapet gebracht – und niemand habe das interessiert. „Solche Anlagen schüttle ich aber nicht einfach aus dem Ärmel“, sagt Jung. Dann habe der Stadtrat über Rutzmoos als Standort debattiert. „Und dann hat es in den Zeitungen gestanden, ohne dass mit den Grundeigentümern geredet wurde“, kritisiert Jung.

Die ÜWG habe schon bei mehr Themen die Nase vorne gehabt. Auch die Bauhofauslagerung habe er bereits 2017 vorgeschlagen, berichtet der Stadtrat – jetzt rede man nur über den später gestellten GAL-Antrag. Und die Troglösung für den Bahnausbau in der Stadt habe die ÜWG auch schon 2008 gefordert. Den aktuellen LDW-Antrag auf Errichtung eines Parkdecks am Bahnhof sieht Jung als reines Wahlkampfgetöse. Mit der geschehenen Erweiterung des Parkplatzes sei die Situation schon entschärft, weitere Planungen seien erst im Zuge des Bahnausbaus sinnvoll.

Auch bei der überlasteten B 15-Ortsdurchfahrt habe es an vorausschauender Politik gefehlt, kritisiert Jung. Jetzt habe man die Autobahnauffahrt am Ende der Bundesstraße – und damit noch mehr Verkehr durch Dorfen. „Wenn wir eine nordöstliche Umfahrung hätten, dann wäre die Anschlussstelle zwischen Schwindkirchen und Schwindegg“, sagt der 60-Jährige. „Wir müssen jetzt handeln für eine Umfahrung, das können wir nicht aussitzen“, stimmt Krage zu. Klar sei, so Jung: „Eine B 15 West, Nein!“ Man müsse vielmehr gemeinsam mit Taufkirchen und St. Wolfgang Lösungen für eine nordöstliche Umfahrung suchen.

Auch innerörtlich werde das Problem nur verwaltet, kritisiert Stefan Eichner (Platz 6). „Man muss für jeden Einkauf und alles andere immer über die B 15“, klagt der 31-Jährige. Die langen Schließzeiten an der Bahnschranke würden das Problem verschärfen, erklärt Krage. Hier müsse man dringend für die Zeit bis zum Neubau des Übergangs Kontakt mit der Bahn suchen.

Ein wichtiger Punkt ist für Krage die Entwicklung von Gewerbeflächen. Die Infrastruktur sei in Dorfen bestens, aber viele Fachkräfte würden nach München pendeln. Nach seiner Überzeugung sind in Dorfen noch nicht genug „clevere Lösungen“ gefunden worden. Man müsse mit den Grundstückseigentümern sprechen.

„Es kann nicht der Sinn sein, dass die Stadt hier immer die Flächen kauft. Man könnte mehr Erfolg mit Grundstückstausch haben“, meint Jung. Es werde nicht vorausschauend gehandelt, kritisiert Krage. „Wenn jetzt eine größere Firma käme, dann müsste man ihr sagen: Geh nach St. Wolfgang.“ Dort werde südlich der A 94 ein Gewerbegebiet entwickelt.

„Wir haben sehr wenig produzierendes Gewerbe hier“, kritisiert Krage. Man müsse Firmen herbekommen, die für die Dorfener auch als Arbeitgeber interessant sind, fordert Walter Zwirglmaier (Platz 9) – „wo wir doch auf dem Wohnungsmarkt sowieso hinten dran sind“.

Die Schaffung von Wohnraum gerade für Einheimische sei daher eine zentrale Aufgabe, erklärt Krage. „Ich hab mehrere Spezln, die in Dorfen kein Bauland kriegen“, erzählt Dominikus Gerbl (Platz 5). „Das betrifft auch das Gewerbe“, moniert Bianka Lanzl (Platz 3). Man könne mehrere Firmen aufzählen, die von Dorfen nach Armstorf oder Obertaufkirchen hätten gehen müssen – „weil nicht miteinander gesprochen wird“´, weiß Lanzl. Taufkirchen schaffe es ja auch, in der gleichen angespannten Marktlage Wohnraum zu schaffen, fügt Eichner an.

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