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Ist 2020 Festwirt in Dorfen: Patrick Schmidt aus Landshut.

Patrick Schmidt übernimmt

Das Dorfener Volksfest wird niederbayerisch

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. . . und raus bist du! Beim Dorfener Volksfest 2020 kommt der Festwirt aus Landshut. Die ProstMahlzeit GbR aus Dorfen, die seit 2005 das Volksfest bewirtet, ist bei der Ausschreibung nicht mehr zum Zug gekommen. Diese hat die Braugaststätte Zollhaus aus Landshut gewonnen. Dahinter steht der niederbayerische Gastronom und Dult-Wirt Patrick Schmidt.

Dorfen – Im Finanzausschuss des Stadtrats war die Überraschung groß, als Anita Feckl, die Volksfestorganisatorin der Stadt, verkündete, dass es drei Bewerbungen für die Volksfestzeit von 2020 bis 2023 gibt. Ein Umstand, den es in Dorfen lange nicht mehr gab. Die ProstMahlzeit GbR mit Ilse und Peter Klotz, Robert Eicher und Ernst Hennel waren die vergangenen 18 Jahre die Platzhirschen. Bei den Ausschreibungen gab es nie ein Gegenangebot.

Sind raus: Die ProstMahlzeit-Festwirte (v.l.) Ilse und Peter Klotz, Robert Eicher und Ernst Hennel.

Entsprechend verhalten war auch immer das finanzielle Angebot. Trotz einer Klausel in der Ausschreibung, dass sich die Stadt Dorfen vorbehält, unter einer Angebotssumme von 70 000 Euro die Ausschreibung aufzuheben, lagen die Angebote immer weit darunter. Für die Jahre 2020 bis 2023 boten die ProstMahlzeit-Festwirte pro Jahr 53 000 Euro. Deutlich zu wenig, um den Zuschlag zu bekommen. Denn Zollhaus-Wirt Schmidt hat fürs erste Jahr 70 000 Euro, und für die folgenden beiden 75 000 und 80 000 Euro geboten.

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Schmidt hat sich sowohl für drei Jahre, aber auch für ein Jahr als Festwirt beworben. Das Angebot der ProstMahlzeitler war nur für drei Jahre ausgelegt. Und noch eins kommt hinzu: Während die eingesessenen Dorfener Festwirte den Bierpreis auf 8,10 Euro taxierten, verlangt Schmidt nur 7,80 Euro für die Mass Festbier. Und auch bei den übrigen Getränken blieb der Landshuter unter den Preisen von den Dorfenern.

„Zuverlässige und kompetente Partner“

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) würdigte die langjährigen Dorfener Festwirte als „zuverlässige und kompetente Partner“. Aber auch die Referenzen des Landshuter Dult-Festwirts seien allesamt einwandfrei. CSU-Stadträtin Barbara Lanzinger brach eine Lanze für die ProstMahlzeit GbR. Die Stadt dürfe nicht nur auf das Geld schauen. Die Dorfener Festwirte hätten das Isenstädter Volksfest wieder nach oben gebracht und „enorm aufgewertet“. Es gebe einen attraktiven Wiesneinzug, den die Festwirte aus eigenen Mitteln bezahlen würden. Im Gegensatz zu früher kämen auch wieder viele Auswärtige zum Volksfest nach Dorfen. Und Klotz, Eicher und Hennel würden auch in Dorfen ihre Steuern zahlen. Ähnlich argumentierten auch die Stadträte Sebastian Sperr (CSU), Josef Jung (ÜWG), Ernst Giller (SPD) und Ursula Frank-Mayer (Grüne).

Sowohl Finanzverwaltungsleiterin Maria Bauer als auch Bürgermeister Grundner wiesen jedoch darauf hin, dass die Stadt rechtlich an die Ausschreibung gebunden sei. Auch wenn man mit ProstMahlzeit als Festwirte „mehr als zufrieden“ sei, könne man nicht rechtswidrig dem Meistbietenden den Zuschlag verwehren.

Ein Jahr als „Testphase“ für neuen Festwirt

SPD-Rat Giller stellte daraufhin den Antrag, dem Landshuter Bewerber den Zuschlag nur für ein Jahr zu geben. In dieser „Testphase“ könne sich zeigen, „ob er sich gut bewährt“. Diesem Antrag stimmte der Ausschuss dann auch zu.

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Schmidt erfuhr gestern von der Heimatzeitung, dass er den Zuschlag für 2020 bekommen hat. „Ich freu’ mich sehr“, so seine erste Reaktion. Der Landshuter kennt Dorfen, hat einen direkten Bezug zur Stadt: Seine Ehefrau Steffi kommt aus Wasentegernbach, mit ihr hat er zwei Töchter. Das Dorfener Volksfest hat der Landshuter Gastronom schon öfters besucht. Koch gelernt hat er übrigens im Gasthaus Zur Linde in Hohenpolding. In Brixlegg in Tirol lernte er als Gardemanger (Koch der kalten Küche) und als Pâtissier (Küchenkonditor) bei Traudl Siegwart, in ihrem Sterne-Lokal Sigwart’s Tiroler Weinstube, den Spagat zwischen Haute Cuisine und regionaler Küche zu meistern. Für Schmidt steht fest: „Ich will eng mit der Stadt kooperieren. Und einen Wiesneinzug, den mach’ ich natürlich auch.“

Enttäuschung bei ProstMahlzeitlern

Bei der ProstMahlzeit GbR ist dagegen doch die Enttäuschung spürbar. „Die Karten werden neu gemischt“, sagte dazu gestern Robert Eicher in einer ersten Stellungnahme. Ob er und seine Mitstreiter sich nach einem Jahr Pause nochmals für das Volksfest bewerben, ließ er offen. „In der Zeit kann ja viel passieren.“ Und obwohl Eicher, Klotz und Hennel heuer das Volksfest ja noch bewirten, klingt das fast schon etwas wie Abschied nehmen: „Wir bedanken uns bei den allen Gästen, bei allen Dorfener Bürgern, für die tolle Zeit seit 2005.“

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