+
Mystisch anzusehen: Das Stellvertreterhaus im Dorfener Rückhaltebecken am Abend.

Naturschauspiel

Dorfens Blaue Stunde

Wunderbares Naturschauspiel: Die „blaue Stunde“ lässt das Hochwasserrückhaltebecken mystisch aussehen.

Dorfen – Es handelt sich um eine besondere Färbung des Himmels während der Dämmerung nach Sonnenuntergang kurz vor Beginn der Dunkelheit. Die Sonne steht dann vier bis acht Grad unterhalb des Horizontes. Das faszinierende Himmelsblau entsteht durch eine andere Spektralzusammensetzung des Lichts als bei Tage. In der blauen Stunde entfällt das direkte Sonnenlicht, das Himmelsblau bleibt.

Von der melancholischen Stimmung hat sich unser Fotograf am Dorfener Hochwasserbecken-Süd inspirieren lassen. Im Vordergrund ist das „Stellvertreterhaus“ im Wasser zu sehen, ein Kunstobjekt der gebürtigen Dorfenerin Gabriele Obermaier, das im Zuge der Hochwassermaßnahmen in Dorfen geschaffen wurde. Das Kunstprojekt war bei der Bürgerschaft sehr umstritten und führte im September 2002 in Dorfen bei der ersten Bürgerbefragung zu einem Kunstobjekt vor Ort zu heftigen Diskussionen. Initiatoren waren die „Klosterbrüder“ (Franz Aigner, Wolfgang Tremmel, Alois Freudlsperger), die sich – wie über 700 Dorfener – vor allem aus Kostengründen gegen das Objekt ausgesprochen hatten. Ein gespendeter Brunnen der „Klosterbrüder“ war da bereits im Hochwasserschutzbecken als „Skulptur“ installiert und musste dann 2003 dem „Stellvertreterhaus“ weichen.

Zahlreiche Dorfener Kunstfreunde, wie der frühere Gymnasiums-Kunstlehrer und bekannte Künstler Anton Empl, sahen die Umfrage-Aktion dagegen als einen Angriff auf die Freiheit der Kunst. Die Mehrzahl der Dorfener sahen diese Befürchtung nicht. Die Kritik der Bürger richtete sich nicht gegen die Kunst, sondern sie fanden das „Stellvertreterhaus“ im Hochwasserbecken schlicht zu teuer. Heute führt um das Hochwasserbecken-Süd sogar ein Skulpturen-Weg mit mehren Kunstobjekten – und alle finden das schön.

Kunstwerke, sogar gespendete, wie die „Himmelsleiter“ des kürzlich verstorbenen weltbekannten Künstlers Alessandro Kokocinski, in Dorfen öffentlich zu etablieren ist bis heute ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen. Die „Himmelsleiter“ ist seit Jahren im Bauhof eingemottet.  prä

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vom Bierteufel zum „10er“
Festlwirt – Kurvenwirt – Bierteufel – Saltire – das Lokal am Ende der Langen Zeile in Erding hatte schon viele Namen und ein lange Geschichte. Jetzt macht es wieder auf …
Vom Bierteufel zum „10er“
Audi-Fahrer mit Brüchen am Brustkorb im Klinikum
Er hatte keine Chance. Auf dem Weg in Richtung Taufkirchen rammte ein Transporter seinen Audi. Der Autofahrer musste am Ende ins Klinikum Erding.
Audi-Fahrer mit Brüchen am Brustkorb im Klinikum
Der Bürgermeister hat keine Zeit für Urlaub
Straßenbauarbeiten, Brückensanierungen, Recyclinghof, Feuerwehrhaus und, und, und: In der Gemeinde Bockhorn gibt es in den Sommerferien viel anzupacken oder zu planen. …
Der Bürgermeister hat keine Zeit für Urlaub
Wie gut, dass es die Rosi gibt
Volksfest ist für Rosmarie Grübel eigentlich das ganze Jahr. Sie zieht von März bis Oktober von Festzelt zu Festzelt. 20 Jahre lang macht die Rosi, wie sie gerufen wird, …
Wie gut, dass es die Rosi gibt

Kommentare