Gemeinsames Mittelzentrum

Dorfens erneutes Nein zur Zwangsehe

Der Regionalplan war im Stadtrat erneut ein Thema. Mit Händen und Füßen wehrt sich Dorfen weiter gegen ein gemeinsames Mittelzentrum mit Taufkirchen. Diskutiert wurde auch über eine Express S-Bahn.

Dorfen – Nächste Runde in der Gesamtfortschreibung des Regionalplans München. Dabei geht es mittelbar auch um die neuen Zuschnitte im Landesentwicklungsprogramm (LEP) für das „Zentralen Orte System“. Danach sollen die Stadt Dorfen (Mittelzentrum) und die Gemeinde Taufkirchen (Unterzentrum) ein gemeinsames Mittelzentrum werden.

Der Regionale Planungsverband München führt jetzt das 3. Anhörungsverfahren zur Gesamtfortschreibung des Regionalplans aus, berichtete Bauamtsleiter Franz Wandinger in der jüngsten Stadtratssitzung. Im Punkt „Zentrale Orte“ werde Taufkirchen gemeinsam mit Dorfen als Mittelzentrum aufgeführt, analog wie „im noch nicht beschlossenen LEP“. Die Stadt ist aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Der Stadtrat beschloss einstimmig in seiner Stellungnahme, ein gemeinsames Mittelzentrum Dorfen-Taufkirchen, wie schon bisher, auch in der Regionalplanung klar abzulehnen.

Zugestimmt wurde der Vorgabe, dass in neuen Baugebieten ab 50 Wohneinheiten „Flächen für preisgedämpften, geförderten Wohnungsbau vorzusehen ist“. Auf die künftige Anwendung sozialer Bodennutzung (SoBoN) hat sich der Stadtrat bereits verständigt und auch ein neues Einheimischenmodell beschlossen.

Beim Thema Verkehr wird in der Regionalplanfortschreibung auf eine S-Bahn Express-Verbindung nach Dorfen hingewiesen, erläuterte Wandinger. Heiner Müller-Ermann (SPD) betonte, Dorfen sei mit den Regionalzugverbindungen nach und von München „hervorragend angebunden“. Er forderte, eine Express-Bahn abzulehnen, weil es dazu bislang keine Unterlagen gebe und man daher nicht genau wisse, ob sich die Verbindungen mit einer Express-Bahn nicht verschlechtern. Martin Greimel (CSU) riet, eine Express-Bahn „nicht generell abzulehnen“, auch mit Blick auf die geplante „Walpertskirchener Spange“. Die soll eine Schienenverbindung von Dorfen über Erding zum Flughafen München schaffen. Auch Ludwig Rudolf (CSU) hielt es für „verkehrt“, mit Blick auf die Airport-Verbindung, jetzt eine Expressbahn abzulehnen. Josef Jung (ÜWG) hegte die Befürchtung, Dorfen könnten Nachteile entstehen, wenn man eine Express-Bahn „jetzt schon ablehnt“. Günther Drobilitsch (GEM) meinte, mit einer Express-Bahn können die bestehenden Verbindungen „nicht besser werden“ und sprach sich für eine Ablehnung aus. Michael Meister (SPD) schlug vor, eine Express-Bahn abzulehnen, solange nicht eindeutig klar ist, dass es für Dorfen „keine Verschlechterungen“ der bestehen Zugverbindungen gibt.

Der Antrag wurde mit 8:12 Stimmen abgelehnt. In der Stellungnahme wird der Vorschlag aber als „Hinweis“ aufgenommen.

Hermann Weingartner

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