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Wo soll sie hin? Hässlich und und störend wirkt eine große Fluchttreppe mitten an der Fassade des früheren Wirtshauses, befürchtet man im Bauausschuss. 

Nutzungsänderung 

Dorfner Stube: Mehr Raum, aber kein Platz für die Treppe

Dorfen – Das frühere Gasthaus Dorfner Stube wird vorübergehend zum Arbeiterwohnheim für 30 Personen. Trotz arger städtebaulicher Bedenken wegen der Fluchttreppe hat der Bauausschuss des Dorfener Stadtrates das Einvernehmen erteilt.

Die frühere Gaststätte mit Wohnhaus am Johannisplatz gehört der Dorfener Brauerei Bachmayer. Das Wirtshaus samt Saal ist seit einigen Jahren geschlossen, nachdem das Wirtsehepaar Gabi und Ludwig Bertl 2012 aufgehört hatte. Seitdem stehen die Gebäude leer. Stadtführung und Stadtrat würden dort gerne eine neue Wohnnutzung im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) sehen, wie etwa Betreutes Wohnen. Was die Eigentümer mit dem Objekt konkret vorhaben, ist nicht bekannt.

Das zweistöckige Gebäude nutzen die Besitzer inzwischen als Arbeiterwohnheim mit zehn Betten, berichtete Bauamtsleiter Franz Wandinger. Beantragt wurde inzwischen eine Erhöhung der Wohnkapazität auf 30 Plätze für fünf Jahre. Die Nutzungsänderung sei dann ein „Sonderbau“ und zusätzlich ist wegen Brandschutzvorschriften eine provisorische Außenfluchttreppe zwingend nötig. Die könne aus technischen Gründen, wirtschaftlich sinnvoll, nur auf der Westseite zum Johannisplatz auf dem öffentlichen Gehsteig errichtet werden. Eine Sondernutzungserlaubnis auf Stadtgrund dazu lehnte der Bauausschuss in der Novembersitzung ab.

Jetzt gingen die Eigentümer mit einem modifizierten Antrag erneut in den Bauausschuss. Die „wesentliche Änderung“ sei, sagte Wandinger, dass jetzt die Sondernutzungserlaubnis nur noch befristet für drei Jahre beantragt worden ist. Die Gaststätte im Erdgeschoss soll in Aufenthaltsräume umgenützt werden. Die Wohnungen im 1. und 2. Obergeschoss sollen in insgesamt zwölf Gästezimmer für bis zu 30 Personen umgenützt werden.

Das städtebauliche Problem mit der Fluchttreppe bestehe laut Wandinger jedoch weiter. Diese sei 6,55 Meter hoch, bis zum 2. Stock, und rage 2,4 Meter in den Gehsteig. Der ist dort allerdings sechs Meter breit.

Einig war man sich im Bauausschuss, dass die Fluchttreppe „hässlich“ sei und in dem aufwändig sanierten Platz städtebaulich sehr störend wirken werde. Ludwig Rudolf (CSU) lehnte auch den neuen Antrag kategorisch ab. Die Fluchttreppe als „architektonisches Monstrum“ würde den „altehrwürdigen Platz optisch und ästhetisch beschädigen“. Uli Frank-Mayer (GAL) wies auf die „kritische Stellungnahme“ von Städteplanerin Martina Schneider hin. Zudem gab es einiges Misstrauen, nach drei Jahren würde ein Verlängerungsantrag folgen. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) sagte: „Das hat dann der Bauausschuss selbst in der Hand.“ Heiner Müller-Ermann (SPD) war ebenfalls nicht begeistert, ein Architekt sollte aber doch eine einigermaßen ansehnliche Treppenlösung finden können.

Mit der Befristung auf jetzt drei Jahre konnte sich der Bauausschuss dann mehrheitlich abfinden. Beschlossen wurde zunächst auf Antrag von Martin Heilmeier (LDW) mit 7:4 Stimmen, dass Städteplanerin Schneider zu einer „schöneren Gestaltung“ der Fluchttreppe gehört werden soll. Das gemeindliche Einvernehmen zur Nutzungsänderung und die Sondernutzungserlaubnis für die Fluchttreppe auf maximal drei Jahre wurden beschlossen. Frank-Mayer, Michaela Meister (SPD) und Rudolf stimmten dagegen.

prä

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