Aus fünf werden drei: Bei Haidach, Klachlhub und Unterschiltern ist Photovoltaik geplant, bei Kaidach und Steinberg nicht mehr. Grafik: google maps / aichele
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Aus fünf werden drei: Bei Haidach, Klachlhub und Unterschiltern ist Photovoltaik geplant, bei Kaidach und Steinberg nicht mehr.

Energiewende in Dorfen

Sonnenstrom in Dorfen: Drei Äcker werden zu Freiflächen-Photovoltaikanlagen

  • VonTimo Aichele
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Der Dorfener Stadtrat ändert den Flächennutzungsplan für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen.

Dorfen – Die Energiewende ist mit die größte Aufgabe unserer Zeit, und rund um Dorfen sind die Stadtwerke ein Teil der Lösung. Das wurde einmal mehr in der jüngsten Stadtratssitzung deutlich, in der Geschäftsführer Klaus Steiner den Jahresabschluss 2020 vorstellte. Ministerpräsident Markus Söder habe für den Freistaat ja das Ziel Klimaneutralität bis 2040 ausgegeben. „Der Strombedarf wird sich in Bayern verdoppeln“, zitierte Steiner Prognosen.

Wegen des Ausstiegs aus fossilen Energieformen „werden wir in Zukunft mit Strom Auto fahren und mehr heizen“, erklärte Steiner. In den damit verbunden Bereichen – von Strom über Wärme bis hin zu Glasfaserleitungen – investiert das von ihm geführte Unternehmen kräftig.

Viele Hektar Photovoltaikanlagen und auch Windkraftanlagen werden laut Steiner nötig sein, um Söders Ziel zu erreichen. „Wenn wir das ernst meinen mit der Energiewende, wird sich unsere Landschaft verändern“, prophezeite er.

Einen Anfang machte der Stadtrat in gleicher Sitzung mit einem Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans für drei Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Das Gremium hatte Stellungnahmen zu dem Plan abzuwägen. Die Entscheidung fiel gegen vier Stimmen von den Landlisten und der AfD.

Geplant sind drei Solarstrom-Felder auf landwirtschaftlichen Flächen – zweimal an der A 94, jeweils nördlich und südlich der Autobahn. Dies sind 2,7 Hektar bei Haidach sowie 4,2 Hektar bei Unterschiltern. Dazu kommen 0,7 Hektar bei Klachlhub, abseits der A 94. Anträge für zwei weitere Autobahnstandorte bei Kaidach (1 Ha) und Steinberg (5,8 Ha) wurden aufgrund finanzieller Risiken zurückgezogen.

Der Bayerische Bauernverband hatte sich skeptisch geäußert. „Durch Freiflächen-Photvoltaikanlagen wird der Flächenverbrauch unnötig beschleunigt“, heißt es in der Stellungnahme. Das weist die Stadt zurück: „In Abwägung zwischen dem Verlust an Ackerflächen und der Errichtung von PV-Anlagen wird der Erzeugung regenerativer Energien der Vorzug gegeben.“ Die landwirtschaftliche Qualität der Flächen liege in mittleren bis guten Bonitätsklassen, so die Stadt.

Diskutiert wurde vor allem über die Stellungnahme der Autobahn Südbayern GmbH. Diese pocht auf eine 40 Meter breite Anbauverbotszone entlang der Fahrbahnen. „Bisher waren es 30 Meter, und man konnte auch Ausnahmen erwirken“, sagte Bauamtsleiter Franz Wandinger. An den 40 Meter komme man nun nicht mehr vorbei. Begründet werde das mit Blendwirkung.

Einige Stadträte schüttelten ungläubig den Kopf. Solche Flächen seien doch prädestiniert für Erneuerbare Energien. Martin Heilmeier (LDW) wies auf die Topografie in der Gegend hin: „Wie kann eine Blendwirkung entstehen, wenn die Autobahn in einem Trog drin ist. Totaler Schmarrn!“

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