Ein Campus im Bau: Robert Decker (r.) zeigt Vize-Bürgermeister Ludwig Rudolf das derzeit entstehende Studentenwohnheim. Links ist das Lehrgebäude zu sehen. Ein weiteres will Decker bis September errichten.
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Ein Campus im Bau: Robert Decker (r.) zeigt Vize-Bürgermeister Ludwig Rudolf das derzeit entstehende Studentenwohnheim. Links ist das Lehrgebäude zu sehen. Ein weiteres will Decker bis September errichten.

Entwicklung auf dem Meindl-Areal

Dreimal so viele Studenten an der Dorfener Beamtenakademie

  • vonTimo Aichele
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Die Beamtenakademie auf dem ehemaligen Ziegeleigelände in Dorfen wächst. Das Studentenwohnheim wird gebaut, und auch das Tonwerk will erweitern. Und die Stadt hat die Möglichkeit, auf dem Areal ihren geplanten Interimskindergarten unterzubringen.

Dorfen – Doppelt so viele Hörsäle, dreimal so viele Studenten – die Beamtenakademie auf dem ehemaligen Ziegeleigelände in Dorfen ist auf Wachstumskurs. Bisher werden dort 32 Studierende unterrichtet – wegen Corona allerdings nicht in Präsenzkursen. „Ab September werden es 102 sein“, berichtet Bauunternehmer Robert Decker im Gespräch mit der Presse. Seine Firma entwickelt das ehemalige Meindl-Areal zum Quartier mit verschiedenen Nutzungen. Aktuell entsteht neben dem Lehrgebäude das Studentenwohnheim mit 72 Apartments.

„Die Baugenehmigung haben wir vor drei Wochen bekommen“, erzählt Decker beim Termin mit Vize-Bürgermeister Ludwig Rudolf auf der Baustelle. In weiteren sieben Wochen werde der erste Bauabschnitt mit 54 Studentenwohnungen fertig sein. Möglich macht das die Holzmodulbauweise von Deckers Unternehmen Timber Homes, das seine Produktion ebenfalls auf dem Gelände hat. Dort arbeiten nach seinen Angaben mittlerweile 30 Beschäftigte im Werk und fünf in der Verwaltung.

Die Akademie ist ein Ableger der Hochschule für den öffentlichen Dienst, Fachbe-reich Sozialverwaltung (HföD), in Wasserburg. Das dortige Bildungszentrum platzt aus allen Nähten. Entsprechend sind auch weitere Unterrichtsräume nötig, und die werden in Dorfen geschaffen. „Wir werden dafür das Lehrgebäude klonen“, erläutert Decker. Das heißt, neben dem bisherigen Haus, in dem die Akademie sowie Büroarbeitsplätze von Decker sowie von Untermietern auf Coworking-Plätzen untergebracht sind, entsteht ein weiteres für solche Nutzungen.

Ab dem Schuljahr 2022/23 möchte eine Initiative dort auch eine Montessori-Schule gründen. Darüber hinaus könnte ein weiteres Angebot für Kinder entstehen: Die Stadt Dorfen will bereits im September 2021 einen Interimskindergarten in Betrieb nehmen. Der Standort auf dem Schulgelände am Mühlanger ist allerdings umstritten (wir berichteten).

Daher habe er der Stadt angeboten, die Kita auf seinem Gelände unterzubringen, berichtet Decker. In diesem Fall würde die Kommune Räume mieten. Auch über die Schaffung einer Außenspielfläche werde schon nachgedacht, sagt Decker im Hinblick auf den unwirtlichen Asphaltparkplatz, auf dem der Timber Campus entsteht. „Wir wollen aber auch im Wäldchen einen Bereich für die Kinder anbieten“, so Decker.

Das Thema steht heute im Bauausschuss auf der Tagesordnung. „Die Bürogebäude sind im Sinne des Gewerbegebiets“, erklärt Decker. „Wenn die Stadt sich dazu entschließen würde, hier eine Kita zu errichten, dann bräuchten wir eine Änderung des Bebauungsplans.“

Aktuell seien 14 der Coworking-Arbeitsplätze belegt, berichtet Decker. Auch eine Heilpraktikerin arbeitet hier. „Ab Juni werden wir Vollauslastung haben“, verrät der Unternehmer. Dann werde die Firma Knape Gleisbau ihren Sitz nach Dorfen verlegen.

Darüber hinaus plant das Tonwerk, die kleine Partystadt auf dem Gelände, ebenfalls Neues: Neben den Bars und Bistros „Mogli’s“, „Shinebar“ und „Pajo’sZapfbar“ sollen ein weiteres Café und eine Pizzeria entstehen.

Auch zu Vorwürfen, die Konkurrent Georg Scharl immer wieder erhebt, äußert sich Decker. Das Meindl-Areal sei keine verseuchte Industriebrache. Sicher müsse man etwa im Bereich der abgerissenen Tankstelle Altlasten beseitigen. „Aber da ist nichts, was wir nicht in den Griff bekommen.“

Die fußläufige Erschließung des Geländes sei zudem vertraglich gesichert. Der bisherige Bahnübergang werde zwar wegen des Bahnausbaus geschlossen – laut Decker bereits im kommenden Jahr. „Da gibt es aber die Gegenbedingung, dass ein öffentlicher Geh- und Radweg Richtung B 15 gebaut wird“, sagt der Bauunternehmer. Erst wenn die Gleisarbeiten beginnen, kann eine direkte Anbindung vom Bahnhof mittels eines Tunnels oder einer Brücke gebaut werden.

Auch die Kritik, dass er das Areal auf Kosten der Dorfener Steuerzahler entwickle, weist Decker zurück. Es gebe eine belastbare Vereinbarung mit der Stadt über die Übernahme von Kosten durch seine Firma. „Wir wollen hier keine Fakten schaffen und damit dem Städtebaulichen Wettbewerb vorgreifen“, erklärt Decker. Der angemahnte Städtebauliche Vertrag werde rechtzeitig vor dem Städtebaulichen Wettbewerb geschlossen. Alle in Modulbauweise errichteten Häuser könnten zudem versetzt werden, damit sie der Entwicklung des geplanten Quartiers mit Wohnen und Gewerbe auf dem 21 Hektar großen Grundstück nicht im Wege stehen.

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