Redakteur Anton Renner
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Aus für Citymanager: Echtes Engagement ist im Dorfener Rathaus anscheinend nicht gerne gesehen

  • Anton Renner
    vonAnton Renner
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Der Vertrag der bewährten Stadtmarketing-Agentur wurde in Dorfen nicht verlängert. Außerdem verlässt die zuständige Mitarbeiterin das Rathaus. Gerade in der Corona-Pandemie ist das fatal. Unser Kommentar.

Dorfen wechselt beim Stadtmarketing das Pferd. Ein neues, weil billigeres Beratungsbüro soll künftig dafür sorgen, dass Dorfen belebt und die heimische Wirtschaft damit gefördert wird. Der Wechsel wird ausgerechnet in einer Zeit vollzogen, in der mehr Pleitegeier als weiße Tauben über Gastronomie, Handel und Kultur kreisen.

Keine Frage: Die Corona-Pandemie zwingt auch die Stadt zum Sparen. Doch beim Stadtmarketing spart die Stadt an der falschen Stelle. Citymanager Markus Jocher und seine Kollegen von der Beratungsfirma CIMA haben in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis beste Arbeit geleistet.

Ob kleine Projekte wie die „Nette Toilette“ oder große Aktionen wie das neue Marktkonzept, stets war der Stadt nicht nur öffentliche Aufmerksamkeit sondern fast immer auch messbarer Erfolg beschieden.

Gerade jetzt, wo die Geburtsvorbereitungen für den digitalen Marktplatz Dorfen eingeleitet wurden, werden die erfolgreichen Marketingprofis von CIMA nach Hause geschickt. Das ist nicht zu fassen. Das ist gerade so, als wenn ein Mann lieber ins undurchschaubare Gestrüpp als auf eine blitzblank saubere Toilette geht, nur um sich ein paar Groschen zu sparen.

Freilich spielt hier noch etwas anderes eine Rolle als nur das liebe Geld. Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit gehören nicht gerade zu den Lieblingsdisziplinen von Bürgermeister Heinz Grundner. Und es wird auch gemunkelt, dass es nicht so gerne gesehen wurde, dass Jocher so viel echtes Engagement an den Tag legte. Das war manchen Stadtoberen im Rathaus wohl eher lästig.

Wie wenig wichtig seine Arbeit als Citymanager im Rathaus gesehen wurde, zeigt auch, dass Jocher laut Insidern nicht einmal einen Schreibtisch zur Verfügung hatte. Und auch im Stadtrat ist das Projekt Citymanager/Stadtmarketing noch nie als wirklich wegweisend erachtet worden.

Nicht nur bei der Einführung 2016, sondern auch später wurde immer wieder in Frage gestellt, ob Dorfen überhaupt einen Citymanager brauche. Man habe ja den Förderkreis und dessen umtriebigen Chef Stefan Tremmel. Und deren Arbeit „kostet nichts“, hieß es etwa aus den Reihen der SPD. Bei einer solchen Denkweise ist Hopfen und Malz verloren.

Da kann man sich nur Gewerbereferent Martin Greimel anschließen – und einen tiefen Seufzer ausstoßen. Und man kann nur hoffen, dass sich Förderkreischef Tremmel seinen Schwung und sein dickes Fell bewahrt.

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