Als „Umweltschule in Europa“ zeichnete Umweltministerin Ulrike Scharf (vorne, 2. v. l.) die Vertreter von Gymnasium Dorfen und Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding aus. Foto: Weingartner

AUSZEICHNUNG: UMWELTSCHULEN IN EUROPA

Die eigene Zukunft fest im Blick

Dorfen - Für ihr Engagement in den Bereichen Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind das Gymnasium Dorfen und das Korbinian-Aigner-Gymnasium in Erding als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet worden.

An allen bayerischen Schularten ist Umweltbildung auf dem Vormarsch. Am Dorfener Gymnasium habe es erste Anfänge bereits vor knapp 30 Jahren gegeben, sagte gestern Direktorin Andrea Hafner als Gastgeberin der Festveranstaltung für die Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“. Umweltbildung werde in Dorfen „kontinuierlich weiter entwickelt“, allen voran von Lehrkraft Angelika Semerad.

Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf überreichte zusammen mit dem Vorsitzenden des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), Norbert Schäffer, an 104 Schulvertreter aus Ober- und Niederbayern Urkunden und Flaggen für „Umweltschule in Europa“. Die Auszeichnung erhalten Schulen, die innerhalb eines Schuljahres jeweils zwei selbst entwickelte Projekte zu Themen wie biologische Vielfalt, Klima- oder Umweltschutz und Nachhaltigkeit umsetzen. Beeindruckt von der Bandbreite und Vielfältigkeit der Projekte sagte die Staatsministerin: „Ihr seid die neuen Partner der Nachhaltigkeit in unserem Land.“ Mit der Umweltbildung werde bereits in Kindergarten und Schule begonnen und so für die Zukunft gearbeitet. Die Kreativität und das Bewusstsein der jungen Leute im Umgang mit natürlichen Lebensgrundlagen sei wichtig. Für das Engagement der Schüler bedankte sich Scharf, aber auch bei den Lehrkräften, die neben dem Schulalltag mit Interesse und Leidenschaft auch das Thema Umweltbildung mit begleiteten und betreuten. Die Herausforderungen würden in Zukunft nicht weniger, sagte Scharf. Da werde man sich neu Aufstellen und den Lebensstil danach ausrichten müssen.

Angesichts der Projektbeschreibungen des Wettbewerbs sagte Vizelandrat Jakob Schwimmer: „Die Schulen haben die Auszeichnung verdient.“ Wichtig sei, das tägliche Handeln mit Nachhaltigkeit zu hinterfragen. Geschehe dies kontinuierlich, sei das auch in Zukunft „ein super guter Wettbewerb“.

Der Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Schäffer, sagte, die Liste „wunderbarer Projekte“ von „Plastikfasten“ bis Bienenstöcken zeige, dass Schüler nicht nur digital mit PC und Handy lebten, sondern durchaus auch Interesse hätten, ihre Umwelt zu gestalten. Jedes einzelne Projekt sei wichtig. Wenn man das 43 000 Mal (Teilnehmerschulen) multipliziere, „ist das eine richtig große Umweltbewegung, die die Welt ein Stück verändert“.

Die Landeskoordinatorin „Umweltschulen“ vom LBV, Birgit Feldmann, erklärte die Schulprojekte der Landkreisteilnehmer. Das Gymnasium Dorfen hat sich mit seinem Energiewartkonzept erfolgreich beworben. Die insgesamt 70 Energiewarte schulten sich gegenseitig. Zusammen wurde heuer ein Film zum Thema Umweltschutz und Klimawandel erstellt. Ergänzend wurde von der Umweltgruppe eine Untersuchung der schuleigenen Fotovoltaik-Anlage durchgeführt und Aktivitäten mit Flüchtlingen unternommen. Das Korbinian-Aigner-Gymnasium war das zweite Mal bei der Auszeichnung dabei. Die Schule hat das Biodiversitätsprojekt von 2015 fortgeführt und erweitert. Es wurden unter anderem die Schulimkerei vergrößert und dazu eine 200 Quadratmeter große Bienenwiese beantragt, sowie Aktion mit der lokalen Tafel und Flüchtlingshilfe gemacht.

Hermann Weingartner

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