Die neuen Lehrer (v. l.): Christian Reiter (Biologie, Chemie), Direktor Markus Höß, Johannes Kissel (Englisch), Linda Boehme (Französisch, Geschichte, Sozialkunde), Bastian Albrecht (Deutsch, Geschichte), Sophie Ertl (Englisch, Sport), Lajla Rasljanin (Englisch, Französisch, Deutsch als Zweitsprache), Kathrin Lang (Französisch, Latein), Dr. Sigrun Unger-Richels (Mathematik, Physik), Bernhard Laux (Mathematik, Physik), Marjorie Mühleise-Danzer (Musik), Deniz Burner (Englisch, Wirtschaft und Recht), Johanna Kocher (Deutsch, Geschichte), Sophia Ergenzinger (Deutsch, Englisch), stellvertretender Schulleiter Wolfgang Lanzinger, Karin Ickler (Englisch, Team-Lehrkraft), Alexandra Scholz (Mathematik, Physik) und Thomas Mack (Biologie, Chemie, Informatik). Nicht im Bild: Carina Bethmann (Theater), Johanna Pfeffer (Mathematik, Sport) und Nina Rahnert (Sport). 	Foto: Gymnasium Dorfen
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Die neuen Lehrer (v. l.): Christian Reiter (Biologie, Chemie), Direktor Markus Höß, Johannes Kissel (Englisch), Linda Boehme (Französisch, Geschichte, Sozialkunde), Bastian Albrecht (Deutsch, Geschichte), Sophie Ertl (Englisch, Sport), Lajla Rasljanin (Englisch, Französisch, Deutsch als Zweitsprache), Kathrin Lang (Französisch, Latein), Dr. Sigrun Unger-Richels (Mathematik, Physik), Bernhard Laux (Mathematik, Physik), Marjorie Mühleise-Danzer (Musik), Deniz Burner (Englisch, Wirtschaft und Recht), Johanna Kocher (Deutsch, Geschichte), Sophia Ergenzinger (Deutsch, Englisch), stellvertretender Schulleiter Wolfgang Lanzinger, Karin Ickler (Englisch, Team-Lehrkraft), Alexandra Scholz (Mathematik, Physik) und Thomas Mack (Biologie, Chemie, Informatik). Nicht im Bild: Carina Bethmann (Theater), Johanna Pfeffer (Mathematik, Sport) und Nina Rahnert (Sport).

Gymnasium Dorfen

Ein Coach für jeden Lehrer: So will das Gymnasium Dorfen besser werden

  • VonTimo Aichele
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Am Gymnasium Dorfen wurde die erweiterte Schulleitung eingeführt. Das siebenköpfige Leitungsteam kann zum Beispiel mehr Unterrichtsbesuche machen. So erhalten die Lehrer mehr Unterstützung und Coaching für ihren Unterrricht.

Dorfen – 948 Schüler und 89 Lehrer – als Chef des Gymnasiums Dorfen hat man einiges zu koordinieren und viele Gespräche zu führen. Immerhin muss das Direktor Markus Höß nicht alleine stemmen. Zur Schulleitung gehören drei Stellvertreter. In Dorfen werden diese Aufgaben aber neuerdings auf noch mehr Schultern verteilt. Seit Anfang August gibt es dort die „erweiterte Schulleitung“. Das Kultusministerium hat dafür zusätzliche Lehrerstunden genehmigt. Mehr Freizeit für die Chefetage bedeutet das allerdings nicht. Höß und sein Team wollen die Schule weiterentwickeln.

„Jetzt sind wir zu siebt und können damit Themen voranbringen, die wir sonst nicht so intensiv bearbeiten könnten“, sagt der Oberstudiendirektor, der seit Februar 2020 Chef in Dorfen ist. Ende der Sommerferien hat sich das siebenköpfige Führungsteam dafür zwei Tage lang in Klausur begeben. In der Mühldorfer Jugendherberge erarbeiteten die Pädagogen ihr Konzept fürs Dorfener Gymnasium. Schwerpunkte sind Unterrichts- und Personalentwicklung.

Geplant seien ein „intensiveres Coachen der Kollegen und häufigere Besuche im Unterricht“, so Höß. Jedes Mitglied der erweiterten Schulleitung ist fest für zwölf oder 13 Lehrer zuständig. „Es geht um intensivere Betreuung der Kollegen“, erklärt der Direktor, stärkere Kontrolle sei absolut nicht der Gedanke dabei. „Das bringt eine andere Atmosphäre an der Schule.“

Normalerweise erhalten Gymnasiallehrer zweimal in vier Jahren Unterrichtsbesuche vom Chef und einmal von dessen Stellvertreter, in Dorfen ist das Wolfgang Lanzinger. „Diese reguläre Dienstbeurteilung wird eher als Kontrolle gesehen“, meint er. Das neue Instrument solle dagegen stärker eine Kultur der positiven Weiterentwicklung fördern.

Das Direktorat, wie es auch an anderen Gymnasien existiert, besteht neben Höß und Lanzinger aus Christian Hoene und Bernhard Laux, der seit diesem Schuljahr neu in Dorfen ist. In der erweiterten Schulleitung arbeiten Beate Karbaumer, Nicole Neumann und Sonja Schweiger mit. Sie haben dafür je zwei „Leitungsstunden“ bekommen. Statt 23 Unterrichtsstunden (plus Vor- und Nachbearbeitung) sind es für sie nun 21 plus zwei Leitungsstunden. Bei Höß ist es umgekehrt, er hat lediglich zwei Unterrichtsstunden im Zeitbudget.

Die erweiterte Schulleitung (v. l.) Direktor Markus Höß mit Sonja Schweiger, Christian Hoene, Nicole Neumann, Wolfgang Lanzinger, Beate Karbaumer und Bernhard Laux.

„Die ersten Auftaktgespräche sind schon gelaufen, und es war spannend“, berichtet Karbaumer von ihrer neuen Aufgabe bei der Begleitung anderer Pädagogen. Dieses Modell biete große Chancen, meint die Schulpsychologin. „Als Lehrer kocht man schon im eigenen Sud“, dieses Klischee stimme ein Stück weit. Mit „kollegialer Hospitation“, so Höß, könne man dem entgegenwirken

Neu installiert wurde auch ein Mentoren-System für neue Kollegen, „Wir haben insgesamt 20 Personen an der Schule, davon drei Referendare“, berichtet der Schulleiter. Für die Berufsanfänger gebe es Betreuungslehrer, „aber ein normaler Kollege, der neu ist, der hat so etwas an anderen Schulen nicht“.

Die Corona-Pandemie stellt auch das Gymnasium Dorfen weiter vor Herausforderungen. Drei Pädagoginnen seien schwanger, sie könnten zwar noch arbeiten, dürften aber das Schulhaus wegen Corona nicht betreten, berichtet Höß. „Da braucht man dann im Klassenzimmer eine Team-Lehrkraft.“

Ein großes Thema war bereits die Digitalisierung. „Jeder Kollege hat hier angeschoben“, bestätigt Karbaumer. „Ohne die Pandemie wäre das wahrscheinlich nicht auf eine so große Akzeptanz gestoßen“, vermutet der Direktor. Doch neben dem Einüben der Arbeit mit MS Teams und weiteren Anwendungen hatte sich das Gymnasium ohnehin schon auf den Weg gemacht, „digitale Klassen einzurichten Mittlerweile sind es vier Klassen, in denen die Schüler mit Tablets lernen, je zwei in der achten und in der neunten Jahrgangsstufe. Die Anmeldezahlen waren aber noch größer, erzählt Höß.

Trotz des relativ guten Funktionierens von Distanz- und Wechselunterricht habe das aber „einschneidende Konsequenzen für den sozialen Zusammenhalt gehabt“, berichtet Höß. Deshalb würden heuer drei zentrale Fahrten für Schüler nachgeholt. Die Q12 sei bereits in Berlin und Weimar gewesen, auf der Studienfahrt, die normalerweise eine Jahr zuvor stattfindet. Dann ist da noch der Schullandheim-Aufenthalt der fünften Jahrgangsstufe, der jetzt in der Sechsten stattfindet. Aus dem Skilager der Siebtklässler werden heuer Sommersporttage in der Jugendherberge in Mühldorf.

„Solche Fahrten sind genauso wichtig wie der Unterrichtsstoff“, sagt Karbaumer. Als Schulpsychologin sei sie im vergangenen Corona-Schuljahr nicht unbedingt verstärkt gefordert gewesen. „Ich bin schon von Schülern mit Problemen angeschrieben worden, es ist aber nicht mehr geworden“, sagt sie. Auch digitales Mobbing habe nicht zugenommen. „Wir haben eine Chatiquette, und wir machen schon seit Jahrzehnten Medienerziehung.

Ein anderes sensibles Thema steht nun aber an: die Schaffung „niederschwelliger Impfangebote“ am Gymnasium, wie vom Kultusministerium gewünscht. Dazu sagt Höß: „Wenn so etwas stattfinden würde, dann am Nachmittag. Wir wollen da keinen Druck auf´bauen. Wir als Schule müssen da sehr neutral sein.“

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