Stolze Familie: Primiziant Stephan Waxenberger (M.) nach der Diakonenweihe Corona mit (v. l.) Bruder Alexander mit Sohn Quirin, Bruder Michael, Schwägerin Isabella mit Tochter Hannah, Vater Valentin, Mutter Elfriede, Schwester Daniela mit Töchtern Johanna, Theresa und Antonia, Schwester Anna-Lena und Schwager Thomas Gebler.
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Stolze Familie: Primiziant Stephan Waxenberger (M.) nach der Diakonenweihe Corona mit (v. l.) Bruder Alexander mit Sohn Quirin, Bruder Michael, Schwägerin Isabella mit Tochter Hannah, Vater Valentin, Mutter Elfriede, Schwester Daniela mit Töchtern Johanna, Theresa und Antonia, Schwester Anna-Lena und Schwager Thomas Gebler.

Priesterweihe von Stephan Waxenberger

Ein Dorf im Primiz-Fieber: Ganz Landersdorf freut sich mit Stephan Waxenberger

  • Anton Renner
    vonAnton Renner
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Die Priesterweihe von Stephan Waxenberger hält seine Familie und viele weitere Helfer auf Trab. Wegen der Corona-Pandemie musste das große Fest verlegt werden. Die Primiz zuhause wird aber wie geplant gefeiert.

Landersdorf – Für Landersdorf und die Pfarrei Oberdorfen ist es das größte Ereignis seit Jahrzehnten. Am heutigen Freitag wird „Pfarrkind“ Stephan Waxenberger zum Priester geweiht. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für die Weihe und die eine Woche später stattfindende Primiz. Coronabedingt wird vieles anders ablaufen als geplant.

Elfriede Waxenbeger, die Mutter des Primizianten, ist seit der Diakonenweihe ihres Sohnes vor einem Jahr regelrecht zur Managerin avanciert. Telefon, E-Mail, WhatsApp – das sind die Werkzeuge, ohne die bei der 57-Jährigen nichts mehr geht. Zusammen mit der ihrem Mann Valentin und Stephans Geschwistern Daniela, Alexander, Anna-Lena und Michael sowie Helfern aus der Pfarrei, den Dorfvereinen und der Nachbarschaft wird alles getan, um die Primiz zu einem unvergesslichen Ereignis und Erlebnis zu machen.

Doch das ist nicht einfach. Denn aufgrund der Corona-Pandemie müssen viele Sicherheits- und Hygieneaspekte beachtet werden. Mehrfach schon mussten Pläne wieder abgeändert oder ganz über den Haufen geworfen werden. Die gravierendste Änderung: Die Priesterweihe des Primizianten findet am Freitag nicht wie geplant in der Basilika des Stiftes St. Florian in Oberösterreich statt, sondern in der Basilika St. Anna in Altötting.

Das wurde notwendig, da sonst Familienmitglieder, Freunde und Bekannte des Primizianten nur unter strengen Auflagen nach Österreich hätten einreisen dürfen. „14 Tage Quarantäne kann man niemand zumuten“, sagt Elfriede Waxenberger. Auch Übernachtungsmöglichkeiten hätte es kaum gegeben. Und so hat der Orden der Diener Jesu und Mariens, dem Stephan Waxenberger angehört und dessen Mutterhaus in Blindenmarkt in Niederösterreich ist, beschlossen, den Weiheakt nach Altötting zu verlegen. Das Weihesakrament spendet, wie geplant, Kurienerzbischof Georg Gänswein, der Sekretär von Papst Emeritus Benedikt XVI.

Viele fleißige Hände helfen seit Wochen mit, die Primiz in Landersdorf zu einem großen Ereignis zu machen. Alles soll schön hergerichtet sein.

Corona ist auch ein Bremsklotz in der heißen Phase der Vorbereitung. So werden etwa die vielen Girlanden, die zum Schmuck benötigt werden, bei verschiedenen Anwesen gebunden, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Denn auch bei solchen Arbeiten gelten natürlich die AHA-Regeln.

Fast 90 Meter Girlande aus Tannenzweigen wurden gebunden und ein riesiger Primizbogen. Hier haben sich vor allem Mitglieder des Gartenbauvereins Zeilhofen eingebracht. Ein Primizausschuss, der in Landersdorf gegründet werden sollte, fiel der Pandemie ganz zum Opfer. Und so wurde halt das Anwesen der Familie Waxenberer zum Primiz-Hauptquartier, von wo aus vielen Fäden gesponnen werden.

Was Elfriede Waxenberger begeistert: Das gesamte Dorf, viele Vereine, der Pfarrgemeinderat und Helfer aus der Pfarrei, Nachbarn und Bekannte bringen sich ein, helfen kräftig mit – ob eben beim Girlandenbinden, dem Aufbau des Altares, anderen handwerklichen Tätigkeiten oder dem Backen von Kuchen. „Das ist so schön“, sagt Elfriede Waxenberger. „Der Zusammenhalt ist schon gewaltig. Alle sind guten Willens und machen mit.“

Die Plätze für die Priesterweihe und die Primiz sind längst vergeben. 500 Messbesucher hat das Landratsamt zur Primiz zugelassen. Dafür war eine Anmeldung notwendig. Die Plätze waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Für den Gottesdienst besteht die gesamte Zeit über FFP2-Maskenpflicht. Die notwendigen Abstände unter den Teilnehmern werden durch entsprechend aufgestellte Bänke gewährleistet.

Wer will, kann sich vor Ort auch freiwillig einem Corona-Schnelltest unterziehen, der vom Landratsamt angeboten wird. Wer persönlich an der Primiz teilnehmen kann, soll frühzeitig nach Landersdorf kommen. Denn wegen der Hygienebestimmungen muss mit Wartezeiten bei der Platzzuteilung gerechnet werden.

Am Primiztag wird Stephan Waxenberger von seinem Elternhaus abgeholt. Zusammen mit der engsten Familie, Ministranten und Klerikern und dem Primizlader Xaver Reiser geht es dann zur Festwiese, wo der Festgottesdienst stattfindet. Die Primizpredigt wird von Pater Martin Linner gehalten. Er gehört auch der Kongregation der Diener Jesu und Mariens an und arbeitet im Staatssekretariat des Vatikans. Als Ehrengäste werden von politischer Seite MdB Andreas Lenz, MdL Ulrike Scharf, Landrat Martin Bayerstorfer und Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner erwartet.

Livestream

Um möglichst vielen Gläubigen die Möglichkeit zu bieten, die Primiz mitzuerleben, bietet der Pfarrverband Dorfen einen Livestream an. Dieser ist im Internet unter www.erzbistum-muenchen .de/pfarrei/pv-dorfen aufrufbar.

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