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Machtwechsel: Bürgermeister Heinz Grundner (l.) übergibt den symbolischen Stadtschlüssel an Prinzessin Carina I. und Prinz Simon I.

Maschkera in Dorfen

„Ein Feuerwerk an Frohsinn“

Dorfen - Mit dem Schlachtruf, „Die Lenzn außer Rand und Band, laffan rum im Faschingsgwand“, startete die Dorfener Karnevalsgesellschaft (KG) am Wochenende offiziell in die närrische Zeit. An zwei Abenden präsentierte die KG ein Programm, bei dem kein Auge trocken blieb.

Nach dreijähriger Abstinenz war die KG in die voll besetzte, nagelneue Aula der generalsanierten Zentralschule mit ihrer traditionellen Maschkera zurückgekehrt. Ein tolles Ambiente mit neuer Licht- und Tontechnik, dazu ein künstlerisch herrlich gestaltetes Bühnenbild vom früheren Kunstlehrer Anton Empl. KG-Präsidentin Sylvia Baresch, die mit ihrer Vizepräsidentin Anja Greimel gewohnt souverän durch den Abend führte, hatte „ein Feuerwerk an Frohsinn“ versprochen, Es folgten fast vier Stunden kurzweiliges Programm. Es wurde gesungen, geschunkelt und viel gelacht. Und für die Akteure auf der Bühne und ihre lustigen Sketche gab es jede Menge Beifall vom Publikum, das sich offenbar bestens unterhalten fühlte. Der Dorfener Blechtraum sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Traditionell startete die Faschingsgaudi mit der Inthronisation der neuen Faschingsregenten. Das neue Prinzenpaar, Carina I. und Prinz Simon I. (Karosser), wurde von Baresch gekrönt, die mit Zepter und Krone die „Insignien der Macht“ überreichte. Sie versprachen: „Jetzt sind wir für Euch da“. Auch das Erbprinzenpaar Sandra Lechner und Emanuel Bartl stellte sich nett vor. Der närrische Nachwuchs versprach: „Der Dorfna Fasching wird a riesen Hit, wir nehmen euch alle dazu mit.“

Zur Machtübernahme der Hoheiten fehlte noch der Rathausschlüssel. Den hatte Stadtchef Heinz Grundner mitgebracht. Er sagte: „Der Narrenzeit will ich jetzt weichen und den Rathausschlüssel überreichen“. Aber nicht der Schlüssel sei die Macht, „sondern wie ihr regiert und ihr uns durch den Fasching führt, mit frischem Wind und Verstand, die Narren bringt außer Rand und Band“. Sollten dem Prinzenpaar die Ideen ausgehen, „stell ich euch einen aus dem Stadtrat ab, da sitzen viele drin mit Charme und Eloquenz, mit Geist und Witz, und liefern euch so machen Geistesblitz“.

Der humoristische Höhepunkt der Maschkera war das Zwiegespräch von Glockengeist Veitl (Luise Kuliga) und Floriansbrunnen Flori (Wolfgang Lanzinger). Sie wussten wieder so mache Geschichte. Der Veitl bekam eine „aktuelle“ Info, „do muss i olle Glockn leiten lassn“. Stadträtin Ulli Frank-Mayer ist als Bundespräsidentenkandidatin vorgeschlagen, aber „ned von de Greana, sondern vo unserm Bürgermoasta selber“. So werde er eine unbequeme Stadträtin elegant los. Mit der A 94 seien die Baulandpreise explodiert, wusste der Flori. „Do kennan unsere nodigen Grundstücksbesitzer endlich a Goid verdiena.“ Der „Decker baut an da B 15 schon wos Zeug hält“, hat der Veitl beobachtet. „Drunt auf da Duschlwiesn san sechs Blöck neibaut, wo drei a g’langt hättn.“ Und einen „schönen“ Lärmschutz gebe es mit der vier Meter hohen Mauer. Da gibt’s a schon einen Spitznamen: „Kaserne, Gefängnis“, sagte der Flori. „Und da Scharl baut grod Erding zur Großstadt um.“

Eine Reihe weiterer Sketche sorgten für Kurzweil, wie die „Zwei Damen im Zug“ oder „Chaos pur mit Liliputaner Theater“, die nur mit Mimik ganz ohne Texte auskamen. „Im Zug“ lieferten sich zwei eine Frauen Schminkschlacht, die eine mit Chemie pur (Sabine Kuliga-Lenffer), die andere (Irmi Huber) mit Öko-Produkten. Am Schluss zeigten dann die Jumping Jacks noch ihren fetzige Showtanz. Zum Finale eines vergnüglichen Abends versammelten sich dann alle Akteure auf der Bühne und intonierten gemeinsam mit dem Publikum Dorfens Narrenhymne.

Hermann Weingartner

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