Autor Anton Renner

(BE)MERKENSWERTES DER WOCHE

Ein Landwirt macht seinem Berufsstand alle Ehre

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Ein Landwirt zeigt Verantwortungsbewusstsein - und rührt damit die Menschen. Ein echtes Vorbild, meint Redakteur Anton Renner in seinem Wochenkommentar.

Es ist eine Geschichte, die viele Leser berührt hat: Der Mehnbacher Landwirt Rupert Kaspar Hutterer hat vor dem Mähen seiner 41 Hektar großen Wiesen mit einer Drohne nach Rehkitzen suchen lassen – und so sieben Tieren das Leben gerettet. Über 500 Euro hat Hutterer der Drohen-Einsatz gekostet. Den hat der Landwirt zur Rettung der Kitze gerne bezahlt, wie er versichert.

Hutterers Einsatz ist ein mustergültiges Beispiel dafür, dass Bauern auch rücksichtsvoll und verantwortungsvoll handeln können. Wenige Tage zuvor hatte ein Landwirt in Dachau sechs Rehkitze mit seinem Kreiselmähwerk erfasst und getötet. Zwei davon ließ er einfach schwer verletzt liegen – ein Jäger erlöste beide Kitze später.

Der Bayerische Bauernverband appelliert zwar an die Landwirte, Wildtiere wie Rehkitze und Hasen oder Bodenbrüter wie Fasan und Rebhuhn vor Mähunfällen zu retten. Doch längst nicht alle Bauern folgen dem Appell. Denn für manche Landwirte ist eben Zeit Geld, und Geld ist für sie wichtiger als das Leben von Wildtieren, die in den Wiesen ihre grüne Kinderstube haben.

Dabei ist Rücksichtnahme gar nicht so schwer. Für Bauern, die kleinere Wiesenflächen mähen, bastelten Kinder des Dorfener Kindergartens Pfiffikus in einer gemeinsamen Aktion von Wildlandstiftung und Jägern im April Wildscheuchen. Sie wurden von Jäger Franz Streibl kostenlos Bauern zu Verfügung gestellt. Landwirte, die nicht nur am Geld interessiert sind, haben also sogar Unterstützung.

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