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Reger Austausch: Beim CSU-Neujahrsempfang wurden viele Gespräche geführt. 

Neujahrsempfang der CSU Dorfen

Ein Mittelzentrum und mehr Miteinander

„Blicken wir positiv in die Zukunft“, forderte Dorfens CSU-Ortsverbandsvorsitzender und Bürgermeister Heinz Grundner beim Neujahrsempfang der Christdemokraten. Kritisiert hat der Stadtchef das Hin und Her der Berliner SPD-Spitze bei der Regierungsbildung.

Dorfen – Zahlreiche Lokalpolitiker, darunter CSU-Umweltministerin Ulrike Scharf (siehe Kasten unten) und Vertreter des öffentlichen Lebens, der Verbände und Vereine, aus Wirtschaft und Kirche waren in den Jakobmayer-Saal gekommen. Neben politischen Aspekten war der Neujahrsempfang eine gute Gelegenheit, sich beim lockeren Plausch auszutauschen.

Es gelte Dorfen weiter als das Mittelzentrum im östlichen Landkreis in einer prosperierenden Region weiter zu entwickeln, forderte Grundner. Eine attraktive, junge Stadt und die gute wirtschaftliche Situation dürften aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass damit auch künftig große Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen seien. So müsse eine moderne Infrastruktur geschaffen oder ausgebaut werden.

Für Jugend und Bildung sei in den letzten Jahren viel Geld investiert worden. Alleine die abgeschlossene Generalsanierung der Zentralschule habe rund 20 Millionen Euro gekostet. Für den Bedarf, auch durch Zuzug geschaffen, muss derzeit eine neue, weitere Kindertagesstätte gebaut werden. Auch die Erweiterung von Sportstätten werde notwendig. In den Breitbandausbau bis zum letzten Anwesen würden acht Millionen Euro (ohne Förderungen) gesteckt. Und der laufende Rathausneubau koste rund acht Millionen Euro. Für eine moderne, leistungsfähige Verwaltung sei ein zeitgemäßes Gebäude notwendig geworden.

„Egoismen greifen immer mehr“, warnte Grundner. Er warb für ein Miteinander und ein Einbringen in allen Bereichen der Gesellschaft, damit die Heimat lebens- und liebenswert bleibe. Die besonderen Leistungen der vielen Ehrenamtlichen seien dabei unverzichtbar, wofür der Bürgermeister herzlich dankte.

Die „politische Großwetterlage“ bei der noch offenen Regierungsbildung sei für Grundner unverständlich. „An der Union hat’s nicht gelegen.“ Als „befremdlich“ sah Dorfens CSU-Chef, dass beim Sonderparteitag der großen Volkspartei SPD nur 56 Prozent der Delegierten für Koalitionsverhandlungen stimmten. Das stärke Verhandlungen für eine Regierungsbildung nicht gerade. Im Stadtrat würde sich Grundner das nicht wünschen. „Mehr Demokratie wagen“, zitierte Grundner Willy Brandt.

Eine positive Nachricht hatte der CSU-Kreisvorsitzende und Landrat Martin Bayerstorfer für Dorfen. Er werde sich weiter für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Klinik Dorfen als Teil des Kreiskrankenhaus Erding stark machen. Das habe er bereits vor seiner Wahl 2002 zum Landrat klar gesagt und eingehalten. Heute sei keine Rede mehr von Schließung, und das Haus Dorfen beherberge mehrere verschiedene medizinische Disziplinen. Bei den Etatentscheidungen setzte er auf Dorfen als Unterstützer. Das Kreiskrankenhaus habe vor allem die stationäre Versorgung zu gewährleisten, sagte Bayerstorfer. Er sehe es als richtig und wichtig, dass die Verantwortung für das kommunale Klinikum beim Kreistag und Landrat liege und man sich dort politisch auseinandersetze. Dies werde größtenteils so gesehen, „aber nicht von allen“.

Bayerstorfer erinnerte dazu, dass es 2001 einen Vorschlag aus Dorfen gegeben habe, das kleine Krankenhaus in der Isenstadt zu schließen und dafür in dem Gebäude ein Altenheim einzurichten. Das habe damals Dorfens SPD Stadt- und Kreisrätin Michaela Meister vorgeschlagen. „Davon will heute keiner mehr was wissen“.

Auch der CSU-Kreischef nützte die Gelegenheit, den Ehrenamtlichen für ihr „unverzichtbares Engagement“ zu danken. Es sprach ein großes Lob und Vergelt’s Gott aus für das, was alles durch freiwilligen Einsatz der Bürger geleistet werde im Landkreis. Als kleine Anerkennung und Wertschätzung dafür sei es gelungen, eine Ehrenamtskarte einzuführen mit der man etwa vergünstigte Eintritte bekommen könne. Auch für die Einführung einer Kulturförderung habe sich Bayerstorfer eingesetzt. Diese neue Förderung sei „wichtig“, denn die Kulturvereine würden viel zum Zusammenhalt und Lebensqualität vor Ort beitragen. Ohnehin sei der Landkreis bei „Sicherheit und Lebensqualität“ Spitze, betonte Bayerstorfer. „Darauf können alle stolz sein.“

Hermann Weingartner

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