Online-Pressekonferenz mit (oben, v. l.) Sven Krage und Walter Zwirglmaier sowie (unten, v. l.) ÜWG-Geschäftsführer Ferdinand Zilcher, Josef Jung und Redakteur Timo Aichele. ta
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Online-Pressekonferenz mit (oben, v. l.) Sven Krage und Walter Zwirglmaier sowie (unten, v. l.) ÜWG-Geschäftsführer Ferdinand Zilcher, Josef Jung und Redakteur Timo Aichele.

Pressekonferenz

ÜWG-Vorschlag: Ein Straßen-Bypass für Dorfen

  • vonTimo Aichele
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Die ÜWG schlägt eine Entlastungsstraße für B 15 vor. Beim Bahnausbau soll es „so viel Vieregg wie möglich“ sein. Diese und weitere Vorstellungen will die Stadtratsfraktion in einem Masterplan für Dorfen niederlegen.

Dorfen – Ein Masterplan statt Einzel-Themen-Politik – das fordert die ÜWG Dorfen. Der entsprechende Antrag der Überparteilichen Wählergemeinschaft im Hauptausschuss des Stadtrats wurde „zur Kenntnis genommen“. Das heißt: Umgesetzt wird die Idee nicht. Im Jahrespressegespräch haben die drei ÜWG-Stadträte konkrete Ziele formuliert. Eines davon: ein Straßen-Bypass für den innerörtlichen Verkehr.

„Wir haben genau eine Hauptverkehrsader: die B 15“, erklärt Josef Jung. Jede Siedlung, jeder Supermarkt sei über die Bundesstraße angebunden. Die Diskussion über eine B 15 neu sei davon unabhängig. Für die ÜWG sei hier nur die östliche Variante im Landkreis Mühldorf denkbar. Der überörtliche Verkehr, vornehmlich zur Autobahn, verschärft zwar das Problem. Ein Bypass für den Ziel- und Quellverkehr innerhalb der Stadt sei aber unabhängig davon nötig.

„Das soll keine zusätzliche Schnellstraße sein“, betont Jung. Eine echte Ortsumgehung dürfe es also nicht werden. Das Ziel müsse sein, die Buchbacher Straße und die Bahnhofstraße zu verbinden, meint Walter Zwirglmaier. „Das würde für den Durchgangsverkehr keinerlei Entlastung bringen“ – also keine Fahrzeuge von außerhalb auf diese Straße ziehen.

Gerade beim 2022 anstehenden Neubau der Isenbrücke auf der B 15-Ortsdurchfahrt könnte eine solche Entlastungsstraße wichtig werden, sind die ÜWG-Politiker überzeugt. Die Ausweichstrecke über die Mehlmühle sei aufgrund der kurvigen Straßenführung nicht gerade geeignet. „Was die Verkehrsströme betrifft, hat die Stadt überhaupt keine Hausaufgaben gemacht. Wir haben ja ein starkes Wachstum“, bilanziert 3. Bürgermeister Sven Krage – nach seiner Ansicht eine klassische Aufgabe für einen Masterplan.

Das nächste wichtige Verkehrsthema ist der Bahnausbau. „Wir stehen hinter der Vieregg-Variante“, betont Jung. „Wir müssen schauen, dass wir in diese Richtung kommen. 100 Prozent werden wohl nicht erreichbar sein“, erklärt Zwirglmaier. Interessant habe er bei den beiden Workshops mit der Bahn im Oktober gefunden, dass Projektleiter Claus-Peter Zellmer „dann doch Möglichkeiten gefunden“ habe, die Trasse etwas tiefer zu legen und nach Süden zu verschieben. Die Gespräche seien sehr konstruktiv gewesen. „Ich denke schon, dass zwei bis drei Meter Tieferlegung möglich sein werden“, meint Zwirglmaier. Das werde wiederum die Höhe der ursprünglich mit bis zu fünf Meter Höhe geplanten Lärmschutzwände beeinflussen.

Wichtig ist für Krage auch die Einbindung Dorfens in den MVV. „Ich habe angestoßen, dass wir über die Freien Wähler im Kreistag einen Antrag einbringen“, sagt er. Da müsse der Landkreis Geld in die Hand nehmen.

Eine Mammutaufgabe wird die Sportstättenverlagerung. „Man muss jetzt schon nach einem Plan B schauen“, sagt Krage im Hinblick auf das drohende EuGH-Urteil, das den Bau im Landschaftsschutzgebiet in Rutzmoos unmöglich machen könnte. Darüber hinaus sieht die ÜWG „sehr große Fragezeichen bei dem Standort“. Der Bau gerade dort sei „aus Umweltgründen absolut keine gute Idee“, meint Umweltreferent Zwirglmaier. Der Abbau des Torfs sei „klimatechnisch sehr problematisch“, und der Bereich als Überschwemmungsfläche wichtig.

„Es gibt hier einen Riesen-Nachholbedarf“, sagt Krage. Umso wichtiger seien daher der schnelle Bau der Rollsportanlage und der 400-Meter-Laufbahn am Schulzentrum.

An diesen und weiteren Themen arbeitet die ÜWG bei den – derzeit online abgehaltenen – Fraktionsbesprechungen mit bis zu 15 Teilnehmern. „Wir haben eine Top-Mannschaft“, schwärmt Jung. TIMO AICHELE

Aktuelle Informationen

und der ÜWG-Masterplan stehen auf www.uewg-dorfen.de

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