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Wird dem Erdboden gleichgemacht: Das verlassene Ziegelwerk – hier die Lehm-Förderanlagen – muss einem Wohnbaugebiet weichen.

Meindl-Areal

Ein Stück Dorfener Industriegeschichte stirbt

Sichtbar zu Ende geht nun ein Stück Dorfener Industriegeschichte.

Dorfen Mit schwerem Gerät und Schweißbrennern rücken Monteure den technischen Betriebsanlagen der ehemaligen Ziegelei Meindl (jetzt Creaton) zu Leibe. Die riesigen, stählernen Lehm-Förderanlagen im Süden der Stadt waren weithin sichtbar und früher auch ein Wahrzeichen für eine florierende Dachziegel-Industrie in Dorfen. Beschickt wurden sie auf dem Höhenrücken an der Staatsstraße 2086, wo der Lehm für die Dachziegel über die hunderte Meter langen Förderbänder zu den Brennöfen transportiert wurde.

Jetzt werden die Anlagen abmontiert: „Vorsicht Lebensgefahr – Betreten verboten“, warnt daher ein Schild an der Betriebseinfahrt an der ED 2086. Das rund 20 Hektar große Areal soll ein Wohnbaugebiet werden.

Die Ursprünge der Ziegelei Meindl reichen bis 1895 zurück. Damals hatte Josef Meindl auf seinem Bauernhof in Reit bei Armstorf ein Ziegelwerk gegründet. 1902 erwarb er in Isen eine Ziegelei und begann 1904, in Orlfing am Dorfener Bahnhof ein Dachziegelwerk zu errichten. Meindl starb 1950 als Kommerzienrat und Ehrenbürger der Stadt.

Zuletzt führte Andreas Huber, Sohn des Meindl-Schwiegersohns Paul Huber, die Ziegelei. 2005 wurde die Josef Meindl GmbH durch die belgische Etex-Group übernommen und die Produkte über Creaton vertrieben. In den Jahren nach 2010 verließen über 20 Millionen Dachziegel jährlich das Werk. 2015 kam das Aus, und 90 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz.

Hermann Weingartner

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