1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Dorfen

Marktkirche in Dorfen: „Ein Volksaltar aus unserer Zeit“

Erstellt:

Von: Michaele Heske

Kommentare

Die feierliche Weihe des neuen Altars in der Marktkirche übernahm gestern Vormittag Weihbischof Bernhard Haßlberger im Rahmen eines Gottesdienstes (Bild oben). Auf großem Bildschirm konnten die Gläubigen in der vollen Kirche Maria Dorfen den Gottesdienst mitverfolgen. Übertragung der Messe per Video Pfarrfest am Kirchplatz
Die feierliche Weihe des neuen Altars in der Marktkirche übernahm gestern Vormittag Weihbischof Bernhard Haßlberger im Rahmen eines Gottesdienstes. © Michaele Heske

Bischof Bernhard Haßlberger weihte Ambos und Altar nach der Sanierung der Marktkirche in Dorfen im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes. 1,8 Millionen kostete die Erneuerung. Die Messe wurde auf eine große Leinwand nach Maria Dorfen übertragen.

Dorfen – „Ein ganz besonderer Tag für Dorfen“, sagt Pater Stephan Matula bei der Wiedereröffnung der Marktkirche. „Wir haben nun einen Ort der Einkehr mitten in der Stadt, um Ruhe im Alltag zu finden und wir können hier in aller Stille beten.“

Am Sonntag war es allerdings alles andere als ruhig am Marktplatz, denn die Glocken von St. Veit luden lautstark zum ersten Gottesdienst nach der Sanierung ein. Da nur rund hundert geladene Gäste gemeinsam mit Weihbischof Bernhard Haßlberger die Weihe von Altar und Ambo sowie die Messe feiern konnten, wurde die Zeremonie zeitgleich auf eine großen Leinwand in die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt übertragen.

Über zehn Jahre habe es gedauert, von der Planung bis zur Weihung, so Haßlberger. „Ich habe den Weg begleitet.“ Mit einem Schmunzeln fügte der Geistliche an: „Da haben die Dorfener nicht locker gelassen. Um ein Bauprojekt in dieser Größenordnung durchzusetzen, musste man den Zuständigen im Ordinariat manchmal ganz gehörig auf die Nerven gehen.“ Immerhin hat die Sanierung der kleinen Dorfener Nebenkirche 1,8 Millionen gekostet, der Pfarrverband Dorfen trug rund ein Drittel der Kosten selbst. „Das alles wurde von der Kirchensteuer und vielen Spenden finanziert. Danke, dass Sie nicht ausgetreten sind, ihren Obolus zur Sanierung der Marktkirche gegeben haben. Es hat sich gelohnt“, bedankte sich der Weihbischof.

Kirchen, das seien einerseits Bauten, die sich zumeist mitten im Zentrum von Städten oder Dörfern befinden: „Kirche ist aber auch die Gemeinschaft der Gläubigen“, so Haßlberger. Und mitten drin wiederum der Altar, das Zeichen für Christus, vor dem der Priester die Eucharistie-Feier halte. „Hier finden alle Christen Halt und werden aufgefangen.“ Denn Jesus lasse die Menschen nicht fallen, auch wenn es in schwierigen Zeiten manchmal so scheine, predigte der Weihbischof. Sein Blick fiel auf den neuen Tisch des Herrn in der Marktkirche: „Ein Volksaltar aus unserer Zeit, der zum Ensemble mit dem spätbarocken Hochaltar im Chorraum passt.“

Im Anschluss an die Predigt brachte Pater Stephan die Reliquien des Heiligen Korbinians unter dem schlichten Altar an, begleitet von feierlicher Musik des Kammerensembles und des Chores unter der Leitung von Kirchenmusiker Ernst Bartmann: „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ schallte es bei der Salbung des Altars durch das Kirchenschiff. Jetzt, nach der Weihe, sind die Kirchentüren der Marktkirche wieder offen, am morgigen Dienstag um 8 Uhr wird Stadtpfarrer Pater Stephan erstmals die Messe halten.

Nach der offiziellen Zeremonie feierte die Gemeinde nach der Corona-Pause erstmals ein richtiges Pfarrfest am Kirchplatz. Selbst dem Regen trotzten die Organisatoren: „Wir haben alle Sonne im Herzen“, erklärte Wolfgang Lanzinger, Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Maria Dorfen. „Das ist heute wie nach Hause kommen“, fügte Markus Daubenbüchel, ebenfalls Pfarrgemeinderat, an. „Die Marktkirche ist für alle Dorfener eine geistige Heimat.“

Auch interessant

Kommentare