Bei einem bunten Sommerfest begrüßte die DZIF-Vorsitzende Marianne Ehrler (2. v. l.) im Jakobmayer-Saal viele Besucher. Foto: Weingartner

15 Jahre DZIF

Eine Einrichtung, „die ihresgleichen sucht“

Dorfen - „Erfolgreich Miteinander“. Das war das treffende Motto beim Jubiläumssommerfest des Dorfener Zentrums für Integration und Familie (DZIF) im Jakobmayer-Saal. Der Sozialverein feierte sein 15-jähriges Bestehen, zudem sich zahlreiche Dorfener, aber auch Neubürger und Flüchtlinge eingefunden haben.

Von den Anfängen eines kleinen Frauentreffs bis zur heutigen Größe habe sich das Dorfener Zentrum für Integration und Familie „im Konzert der Sozialeinrichtungen in unserer Stadt zu einer wichtigen Institution entwickelt“, sagte Bürgermeister Heinz Grundner. Das DZIF habe sich zudem „fast zu einer veritablen Schule entwickelt, die im Landkreis ihresgleichen sucht“. Die Einrichtung leiste für das Zusammenleben in der Stadt Dorfen „einen wichtigen Beitrag“. Das DZIF und die weiteren sozialen Einrichtungen, wie die Flüchtlingshilfe oder Nachbarschaftshilfe sorgten mit ihrem sozialen, ehrenamtlichen Engagement, dass das Zusammenleben in der Stadt „schöner, bunter und attraktiver macht“. Dafür bedankte sich der Stadtchef.

Die DZIF-Vorsitzende Marianne Ehrler skizzierte die Entwicklung des Vereins. Genau vor zwanzig Jahren im Juni 1996 startete das Frauenfrühstück, bekannt als Dienstags-Treff im evangelischen Gemeindezentrum, erinnerte Ehrler, die mit Monika Schwarzenböck und Katja Schrägle die Initiatorinnen damals waren. Das Ansinnen war, Neubürgerinnen und Alteingesessene miteinander ins Gespräch zu bringen. Angesprochen fühlten sich nicht nur deutsche Neubürgerinnen, sondern auch Frauen anderer Länder, sagte Ehrler. Es entstand „ein reger Gedankenaustausch, Hautfarbe und Religion spielten keine Rolle“. Irgendwann hatten die ausländischen Frauen den Wunsch besser, zur besseren Verständigung Deutsch zu lernen. Dazu sollte ein Verein gegründet werden, was im November 2000 mit „Frauen für Frauen“ geschah. „Das war die Geburtsstunde des DZIF“.

Zunächst im heutigen Heimatmuseum untergebracht wurden die Angebote erweitert. Auch Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe wurden angeboten. Seit 2006 arbeitet der zwischenzeitlich umbenannte Verein mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zusammen und seit 2007 hat das DZIF die Zulassung als Kursträger und die Erlaubnis die Integrationskurse durchführen zu können. „Eine neue große Herausforderung die umfassend zu erfüllen war und der wir uns stellten“, so Ehrler. Der Zuspruch wurde immer größer, die Räume zu klein, worauf im August 2009 der Umzug in den Kugelfang folgte. Dort gab es dann Probleme mit dem Brandschutz und es mussten wieder neue Räume gesucht werden. Fündig wurde man am heutigen Standort in der Siemensstraße. Dort ging es „rasant aufwärts“, berichtete Ehrler.

Die neuen Räumlichkeiten wurden nicht nur von den Mitarbeitern sondern auch von den Teilnehmern gut angenommen. Alles hatte sich bestens eingespielt, es lief in geordneten Bahnen. Doch dann kamen die Flüchtlinge und das Kursangebot musste verdoppelt werden. Das sei „wieder eine große Herausforderung gewesen“, der man sich schnell stellte. Alle Mitarbeiter haben die rasante Entwicklung mitgetragen, „sind aber jetzt am Limit angelangt“.

Deshalb richtete Ehrler auch einen eindringlichen Appell an die Geschäftswelt in Dorfen und Umgebung, sowie an die Bürgermeister der Gemeinden im Umland, aus denen Teilnehmer die Kurse besuchen: „Unterstützt uns zum Einen finanziell und zum Anderen mit Praktikums- und Ausbildungsplätzen, damit die Flüchtlinge, die bei uns Deutsch lernen – inzwischen anerkannt sind und werden – sich durch Arbeit ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können“. Auch Bürger können durch ehrenamtliche Tätigkeit den Verein unterstützen.

Hermann Weingartner

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