Theater im Gymnasium Dorfen

Eine Glanzleistung junger Mimen

Die Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe des Gymnasiums Dorfen verblüffte das Publikum mit der Aufführung des Stücks „Paul Vier und die Schröders“. Auch der Theaterleiter war baff.

Dorfen – „Ihr seid der Wahnsinn, ich bin hin und weg“, lobte Theaterleiter Marco Koch sichtlich begeistert seine Schützlinge am Ende der gelungenen Premiere des Stücks „Paul Vier und die Schröders“ nach dem Buch von Andreas Steinhöfel. Die Sechst- bis Achtklässler hätten es sich nicht nehmen lassen, die für das Alter schwierige Textvorlage auf die Bühne zu bringen.

Doch die Auswahl war die richtige, wie sich am Dienstagabend in der Aula des Gymnasiums Dorfen zeigte. Eine packende Inszenierung, die zudem unter die Haut ging, zeigten die 19 jungen Akteure. Viele waren zum ersten Mal dabei.

Mobbing war das Thema, das es zu transportieren galt. Eine alleinstehende Frau mit vier Kindern zieht in ein kleines Dorf. Die Bewohner – allen voran die Tratsch- und Yoga-Gruppe um Pauls Mutter – ereifern sich in boshaften Kommentaren über die alternative Lebensweise der Familie und pflegen ihre Vorurteile. Einzig Paul Walser, genannt Paul Vier, gefallen die ungewöhnlichen Schröders, die im Grunde ihren gehässigen Nachbarn ungewollt den Spiegel vorhalten.

Die jungen Mimen überzeugten allesamt. Manchen schien die Rolle auf den eigenen Leib geschrieben worden zu sein, so authentisch kamen sie rüber. Bewunderung ernteten die Elf- bis 15-Jährigen auch für ihr selbstbewusstes Auftreten. Scheinbar ohne Lampenfieber stellten sie sich vors Publikum und meisterten ihre Bühnenfiguren.

Sehr zum Gelingen trug auch die Musikbegleitung bei. Musiklehrerin Irmgard Bauer hatte mit sieben jungen Talenten Stücke aus Filmmusik, Konzerten und Stilrichtungen, aber auch eigens komponierte Lieder arrangiert und einstudiert. So wurde jeder Hautperson dem Charakter entsprechend ein Lied gewidmet, das immer gespielt wurde, wenn die Person gerade eine tragende Rolle hatte. Die Musiker waren Jonas Eichner am Schlagzeug, Lukas Huge am Kontrabass, Agnes Kerscher an der Querflöte, Fabian Müller an Klavier und am E-Bass sowie die herausragenden Solisten Nadine Caspar an der Violine, und Johanna Schumertl sowie Pascal Wilfer, die mit ihren Stimmen die Zuhörer berührten.

Für ein schlichtes, aber wirkungsvolles Bühnenbild sorgten projizierte Fotos der jeweiligen Spielorte auf Leinwand. Kleine Gags wie ein Bobbycar, das als Auto für den Bankdirektor diente, erheiterten das Publikum. (Alexandra Anderka)

Weitere Aufführungen

sind heute, 20. Juli, und morgen, 21. Juli, jeweils um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums. Karten gibt es kostenlos im Gymnasium, in der Dorfener Buchhandlung und im Tagwerkladen.

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