Früher eine Ziegelei, in Zukunft ein neuer Stadtteil: Südlich der Bahnlinie (auf diesem Bild also dahinter) wird Dorfen um ein ganzes Quartier wachsen. Im westlichen Bereich (l.) ist Platz für die Montessori-Schule. Foto: Hans Seeholzer
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Früher eine Ziegelei, in Zukunft ein neuer Stadtteil: Südlich der Bahnlinie (auf diesem Bild also dahinter) wird Dorfen um ein ganzes Quartier wachsen. Im westlichen Bereich (l.) ist Platz für die Montessori-Schule.

Start im Schuljahr 2022 geplant

Eine Montessori-Schule für Dorfen

  • vonTimo Aichele
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Ein Verein aus Haag will in Dorfen eine Montessori-Schule gründen. Der Start ist im Schuljahr 2022 angepeilt.

Dorfen – Die Geburt eines neuen Stadtviertels im Süden von Dorfen bahnt sich schon länger an. Zur heimischen Initiative für Wohnen und Gewerbe kommt nun ein Impuls von außen hinzu: Der Verein „Mit Freude lernen“ aus Haag sucht schon länger nach einem Standort für eine Montessori-Schule und ist in Dorfen fündig geworden: auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Meindl. Der Start ist im Schuljahr 2022 geplant, erklären Sandra Freiberger und Maximilian Fütterer von der Gründungsinitiative im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Die Rahmenbedingungen sind so gut“, schwärmt Freiberger über die derzeitige Industriebrache, auf der Unternehmer Robert Decker sein „Timber Town“ errichten möchte, ein Stadtviertel mit den von ihm gebauten Holzhäusern. Mit Decker sei man sich schon einig. Die neue Schule kann fürs Erste in das bereits seit diesem September betriebene Akademie-Gebäude einziehen. „Es passt auch baulich“, erklärt Fütterer, „durch das modulare Konzept der Häuser kann die Schule mitwachsen“.

„Wir haben schon so viel Zuspruch von Eltern aus Dorfen bekommen“, erzählt die Montessori-Pädagogin, die in Maitenbeth lebt und in Neubiberg unterrichtet. Über Mund-zu-Mund-Propaganda oder besser Mail-zu-Mail-Kontakt kursiert bereits ein Exposé des Vereins unter Interessierten in der Stadt.

„Wir wollen nicht als Konkurrenz auftreten“, betont Dr. Fütterer, der eine Arztpraxis in St. Wolfgang führt. Das sei im Genehmigungsprozess auch gar nicht möglich: „Es kann keine private Schule gegründet werden, wenn dadurch bestehende Schulen gefährdet werden.“ Der Einzugsbereich werde ohnehin groß sein und – entsprechend der Bahnanbindung – von München bis Mühldorf reichen, ist Freiberger überteugt. „An den Montessori-Schulen in München gibt es Wartelisten“, berichtet sie. Die Gründer sind überzeugt, dass die neue Schule auch ein Argument für Familien sein kann, nach Dorfen zu ziehen.

Die passende Immobilie ist eine hohe Hürde, an der andere Gründungsinitiativen hängen bleiben, zum Beispiel in Moosburg im Kreis Freising. Ganz in der Nähe, in Taufkirchen, war es dagegen das pädagogische Konzept, von dem die Regierung von Oberbayern als Genehmigungsbehörde nicht überzeugt war. Zwei Anträge mit einem Schwerpunkt für Wildnispädagogik wurden 2016 und 2018 abgelehnt.

Für einen Schulstart in Dorfen im September 2022 müsse der Antrag bis März gestellt werden, erklärt Freiberger auf Nachfrage. „Wir sind aber schon in Kontakt mit der Regierung.“ Außerdem werde der Verein von einer sehr erfahrenen Expertin für Schulgründungen beraten.

Vier Punkte seien wichtig, erläutert Fütterer: die Immobilie, qualifiziertes Personal, die Finanzierung und ein genehmigungsfähiges pädagogisches Konzept. Hier verweisen die Gründer auf ihre Idee einer „Montessori-Schule Plus“. Dieses Plus stehe für die Integration von klassischer Montessori-Pädagogik und neuesten Erkenntnissen aus Lernforschung und Neurowissenschaften. „Wir brauchen ein pädagogisches Alleinstellungsmerkmal“, erklärt Fütterer – und ist überzeugt, damit zu punkten.

„Der Finanzplan steht“, berichtet der 44-jährige Mediziner. Die Kosten sollen durch staatlichen Zuschüsse, Elterngeld, Spenden und Sponsoring gedeckt werden. Die Förderung setze aber erst nach den ersten beiden Jahren ein. „Entsprechend unserer Berechnungen gehen wir von einem nach Einkommen gestaffelten Elterngeld zwischen 200 und 400 Euro aus“, heißt es im Exposé.

Die gesetzliche Untergrenze für eine Schulneugründung liege bei 14 Schülern, erläutert Fütterer. Wachstum ist bereits geplant. „Wir planen diese Schule von der ersten Klasse bis zur FOS“, sagt Freiberger. Fütterer wünscht sich noch mehr. Mit einem „Abitur-Kolleg obendrauf“ könne man eventuell die Schüler sogar zur allgemeinen Hochschulreife führen.

Informationen

auf www.mitfreudelernen.org

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