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Eine Zeit, die die Seele berührt

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Laden zu den Adventssingen ein: Ernst Bartmann, Lydia Ulrich-Riedl und Pater Stephan Matula.
Laden zu den Adventssingen in Dorfen ein: Ernst Bartmann, Lydia Ulrich-Riedl und Pater Stephan Matula. © Michaele Heske

Dorfen - Licht in die dunkelste Zeit des Jahres wollen die Adventssingen in der Dorfener Pfarrkirche bringen. Gerade in der Pandemie eine schöne Idee, die verantwortungsvoll umgesetzt wird.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit: In den kommenden Wochen laden Pater Stephan Matula und die Dorfener Kirchenmusiker Lydia Ulrich-Riedl und Ernst Bartmann zum Adventssingen in die Pfarrkirche Maria Dorfen ein.

Der Advent ist die dunkelste Zeit des Jahres, in der die Nächte am längsten und die Tage am kürzesten sind. Doch in den nächsten Tagen wird der große Adventskranz aufgehängt, bald schon brennt die erste Kerze und bringt Licht in die Herzen der Gläubigen. Und auch adventliche Lieder werden durch das Kirchenschiff klingen. „Gerade zu Corona-Zeiten haben die Gläubigen große Sehnsucht nach Tradition und Spiritualität, die unser Leben seit jeher geprägt hat“, sagt Bartmann.

Im vergangenen Jahr duften die Chöre nicht auftreten, heuer werden sie wieder Präsenz zeigen. „Das ist auch ein wertvolles Signal: Es gibt uns noch, wir können weitermachen“, erklärt der Organist und Kirchenmusiker. Und seine Kollegin Lydia Ulrich-Riedl ergänzt: „Das stärkt die Sängerinnen und Sänger aber auch die Gläubigen und gibt viel Kraft – tut der Seele gut.“

Es sei vor allem das Gemeinschaftsgefühl, das in der Corona-Pandemie sukzessive verloren gegangen sei, sagt Bartmann. „Das ist die Krux an der Pandemie. Wir sind angehalten, uns zu isolieren. Wir sind alleine.“ Deshalb sei es die Aufgabe der Chorleiter, „verantwortungsvoll und durchdacht“, und natürlich mit Abstand, und vorgeschriebenen G-Regeln, wieder zusammenzubringen, was zusammengehöre: „Kirche und Musik.“

Zudem dürfen die Chöre nicht auseinander brechen, so Ulrich-Riedl. „Mit den Auftritten haben wir wieder ein Ziel vor Augen.“ Am ersten Adventssonntag, 28. November, startet um 16 Uhr der Männerchor mit dem adventlichem Singen. Dazu liest Pater Stephan besinnliche Texte. Am zweiten Advent, ebenfalls um 16 Uhr, sind die Nachwuchschöre zu hören. Unter der Leitung von Ulrich-Riedl werden die Singsterne und der Jugendchor ein kleines Singspiel aufführen, gefolgt von Lyrico Vocale und dem Kirchenchor an den folgenden Adventssonntagen.

Auch ein Rorate wird es heuer wieder geben. Werke von Händel, Vivaldi und Bach gehören zum Engelamt, ebenso wie der frühe Beginn, freitags um 6 Uhr. „Durch die feierliche Atmosphäre bei Kerzenschein und Barockmusik wird unser Herz berührt, unser Leben heller – ein ganz besonderer Tagesbeginn“, sagt Organisatorin Susanne Gelsheimer und lädt alle Frühaufsteher unter den Dorfener Katholiken in die Pfarrkirche ein. Das Engelamt in St. Georg in Oberdorfen findet dienstags um 19 Uhr statt.

„Der Advent ist eine Gnadenzeit. Corona zwingt uns, mehr über Gott nachzudenken“, sagt Pfarrer Matula. Deshalb sei es ihm und allen anderen Verantwortlichen der Gemeinde wichtiger denn je, einen Impuls zu setzen. „Damit wir Liebe erfahren, und Kraft schöpfen.“ Und der Seelsorger fügt an: „Gott hat uns nicht verlassen. Es ist in dieser schwierigen Zeit wichtiger denn je, Weihnachten zu feiern, um allen Christen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.“

Freilich sieht auch Pater Stephan die sprunghafte Entwicklung der vierten Corona-Welle kritisch. Doch er glaubt fest daran, dass Advent und Weihnachten in diesem Jahr in der Kirche nahezu so gefeiert werden können wie vor der Pandemie. „Gottesdienste und Adventssingen werden jedenfalls auch in diesem Jahr gestreamt, und die aktuellen G-Regeln werden frühzeitig bekannt gegeben.“ MICHAELE HESKE

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