Die Spende hilft, um die OP-Kosten für den kleinen Haijdar Juarez aus Nicaragua, hier mit seiner Mama, zu decken.

Hilfe für den kleinen Haijdar

Eine zu Herzen gehende Spende

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Kadir Aslan weiß, was es bedeutet, wenn das Herz plötzlich nicht mehr richtig schlägt. Im März 2016 stand er kurz davor, in der Marienpassage in Dorfen ein Kebab-Haus zu eröffnen. Doch dazu wäre es um ein Haar nicht gekommen.

Dorfen– Der 44-Jährige fühlte sich nachts schlecht, seine Gattin Inci riet ihm, die Klinik Dorfen aufzusuchen. Dort diagnostizierten bei Aslan einen schweren Herzinfarkt. Umgehend wurde er nach Erding verlegt und von dort ins Deutsche Herzzentrum (DHZ) nach München. In der Herzchirurgie wurde der Dorfener sofort operiert. Mit Erfolg – wenige Wochen später konnte er sein Lokal eröffnen. Bis heute geht es ihm gut, dem Kebap-Haus auch.

Dass sein Leben auf Messers Schneide stand, hat Aslan nicht vergessen. Bereits zum dritten Mal spendete er heuer 2000 Euro an den DHZ-Förderverein. Dem steht Burkhard Köppen aus Erding vor, einst Pflegedirektor des DHZ.

Der 66-Jährige erzählte Aslan die dramatische Geschichte von Haijdar Suarez. Der heute Zweieinhalbjährige lebt mit einer Familie in Nicaragua. Lebt trifft es hier, denn ohne das DHZ und seinen Förderverein wäre Haijdar längst gestorben. Es ist die Geschichte einer weltumspannenden, unbürokratischen medizinischen Hilfe.

Köppen berichtet, dass der Kontakt zwischen Haijdars Eltern und dem Herzzentrum des Freistaats Bayern im März 2018 über die Deutsche Botschaft in dem zentralamerikanischen Land zustande gekommen sei. Botschaftssekretär David Punzelt hatte sich an das Auswärtige Amt gewandt. Denn der kleine Haijdar war so schwer krank, dass sich in Nicaragua kein Arzt die Operation zutraute, zumal in dem Land latenter Bürgerkrieg herrscht.

Haijdar kam nach den Worten Köppens mit einer so genannten Pulmonalatresie zur Welt. Die rechte Herzkammer hatte keine Verbindung zur Lunge. „Überlebt hat der Kleine das nur, weil sich Umleitungsblutbahnen gebildet hatten“, erinnert sich der Vorsitzende. Diese Kollateralen mussten verschlossen werden.

Zweimal musste die Familie nach Deutschland fliegen. Am DHZ standen im November 2018, im April und dann noch einmal im Mai dieses Jahres zwei aufwändige und komplizierte Operationen an und drei Eingriffe mit einem spezialisierten Kinder-Herzkatheter, ein Instrument, über das die wenigsten Kliniken in Deutschland verfügen.

Heute trägt Haijdar eine neue Herzklappe im Körper, die ihm Ordinarius Prof. Dr. Jürgen Hörer aus einem rindbasierten Lungen-Venenstück modelliert und dann eingesetzt hat. Mittlerweile ist die Familie glücklich wieder zurück in Nicaragua.

Doch während hierzulande die Krankenkassen solche Eingriffe bezahlen, hatten die Juarez’ das Geld dafür nicht. „Wir haben uns als Förderverein entschieden, die Kosten zu übernehmen“, sagt Köppen. 75 000 Euro sind insgesamt angefallen. Die Kosten wären noch höher ausgefallen, hätte der Autovermieter Sixt nicht die Flugtickets für die Familie spendiert. Ein Großteil der Summe hat der Verein bereits gesammelt. „Es fehlen uns aber noch etwa 8000 Euro“, rechnet Köppen vor. Deshalb sind die 2000 Euro von Aslan ein wichtiger Baustein. „Er war sofort dafür, dass wir mit seiner Spende dem kleinen Haijdar helfen“, berichtet Köppen.

Der DHZ-Förderverein springt nicht nur bei Einzelschicksalen ein. Köppen berichtet, dass man auch die Forschung unterstütze, etwa Erprobung ein Einsatz von Kinder-Herzkathetern, die derart spezialisiert und damit teuer seien, dass deren Einsatz kaum rentabel sei.

Haijdar gilt übrigens mittlerweile als gesund. „Er hat eine sehr gute Lebensperspektive“, freut sich Köppen. Eventuell seht in frühestens zehn Jahren noch einmal eine Re-Operation an, weil das Kind ja noch wächst.

Spenden erbeten

Wer den DHZ-Förderverein unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Konto bei der Stadtsparkasse München (IBAN: DE 77 7015 0000 0000 3333 36/BIC: SSKMDEMMXXX einzahlen.

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