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Vorsicht, Schafe kurven: Schwierige Straßenverhältnisse und unvorhergesehene Hindernisse, wie hier in Albanien , gibt es bei der Orient-Rallye ständig.

12. Allgäu-Orient-Rallye

Endlich am Ziel: Kein Tag ohne Panne, aber immer im Plan

Zwölf junge Leute aus Schwindkirchen und Umgebung haben am 5. Mai ein großes Abenteuer begonnen.

Amman/Dorfen  In sechs Zweierteams waren sie von Armstorf aus zur 12. Allgäu-Orient-Rallye aufgebrochen, mit Start in Oberstaufen und dem Zielland Jordanien, das sie gestern erreicht haben. Die Autos mussten entweder 20 Jahre alt sein, oder durften nicht mehr als 1111,11 Euro wert sein (wir berichteten). Die Rallye war schön aber sehr stressig, denn kein Tag war pannenfrei verlaufen.

Das Team „The Fast & the Voglwuidn – Orientdrift“, bestehend aus Christoph Decker, Daniel Bürger, Carolin Blasi, Magdalena Stadler, Dominik Göschl, Manuel Seisenberger, Tobias Hölzl, Christoph Mederer, Markus und Matthias Pfanzelt, Dominik Sinseder und Martin Wastl, hat sich bei der Heimatzeitung gemeldet.

Der Start der Rallye war in Oberstaufen bei einer Party gebührend gefeiert worden, berichtete Magdalena Stadler. Bei regnerischem Wetter musste zuerst das „Roadbook“ durchforstet werden, wo die Rallye-Leitung Aufgaben und Routen für die Teams festgelegt hatte. Das Regelwerk besagt, dass weder Autobahnen und Mautstraßen, noch Navigationssysteme verwendet werden dürfen.

Die erste Etappe nach Ljubljana in Slowenien konnten „The Fast & the Voglwuidn – Orientdrift“ nicht gleich zu Ende bringen. „Der VW-Bus gab beunruhigende Geräusche von sich“, teilten die jungen Leute mit, und es musste in einer Parkbucht Nachtquartier gemacht werden. Am nächsten Morgen konnten nach einem Werkstattbesuch alle sechs Autos weiterfahren. Trotz Pannenproblemen wie Loch in der Ölwanne, Bruch vom Dreiecksquerlenker, kaputter Klimakompressor, kaputte Wasserpumpe, kam das Team über Kroatien und Bosnien am zweiten Tag pünktlich in Podgorica, der Hauptstadt Montenegros, an. Dort wurden gesammelte Spenden an eine Schule für geistig behinderte Kinder übergeben. Das Team sei „sehr gastfreundlich und dankbar empfangen worden“.

Weiter ging es nach Albanien. Über abenteuerliche Straßen und durch schwierigen Straßenverkehr kämpfte sich das Team nach Griechenland, wo es eine Verschnaufpause am Meer gab. Die griechische Grenze blieb für die jungen Leute aber dicht, die dann den Umweg über Bulgarien auf sich nehmen mussten.

Weil das Organisationskomitee die Ankunftszeit in Istanbul auf ein Tag später verschob, konnte das Team übermüdet aber dennoch pünktlich am Fahrerlager ankommen. Im Autokorso ging es mit allen 200 Teilnehmern durch Istanbul – eine Polizeieskorte hatte für freie Fahrt gesorgt. Eine Gaudi, so berichtet das Team, war dann ein Fußballspiel zwischen türkischen Profifußballern und einer Rallye-Auswahl. Höhepunkt war aber der Besuch der blauen Moschee. Dort wurden im nahe gelegenen Topkai-Park die mitgebrachten Rosenstöcke als Friedenszeichen gepflanzt. Diese Rosen waren von Pfarrer Josef Aneder aus Buchbach und von den Franziskanerinnen aus Armstorf gestiftet worden.

Nächstes Ziel war Israel. Die Fahrer flogen, die Autos kamen per Schiff. Ein erster Versuch ging schief, denn das Flugzeug durfte nicht in den Luftraum der Israelis und der Jet musste zurück nach Adana. Erst im zweiten Versuch klappte die Einreise ins gelobte Land. Weiter ging es dann am Hafen in Haifa, wo die Autos in Empfang genommen wurden. Quer durch Israel führte die Rallye bis nach Amman, wo die „Orientdrift“ gestern Früh nach ehrgeizigem Kampf ankam – ebenso wie eine weitere Mannschaft aus dem Landkreis, „Team MUC 25“. Ob es für den ersten Preis, ein Kamel, gereicht hat, zeigt sich heute oder morgen, wenn das endgültige Ziel in Wadi Rum erreicht wird. 

Hermann Weingartner

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