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Günther Drobilitsch ist Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke.

Stadtwerke-Affäre

Entsetzen über Haunolders Verbalattacken

Dorfen - Verbale Rundumschläge des Technischen Leiters der Dorfener Stadtwerke gegen Bürgermeister und Stadträte könnten für Willhelm Haunolder persönliche Konsequenzen haben. Das Heft in der Hand hat dabei aber Aufsichtsratsvorsitzender Günther Drobilitsch.

Wilhelm Haunolder hat mit einem Leserbrief eine neue Debatte entfacht.

Haunolder ist leitender Angestellter des zu 100 Prozent städtischen Energieversorgers. In einem Leserbrief hat er heftig, großteils unsachlich und teilweise auch beleidigend nach allen Seiten getreten. Haunolder bezieht sich in seinen Äußerungen auf die seit Monaten anhaltenden Querelen um Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Figl. Zwei Mal hatten letztlich Versäumnisse des Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzenden, Vizebürgermeister Günther Drobilitsch (GEM), einen neuen Vertragsschluss des umstrittenen Stadtwerke-Geschäftsführers Figl nach dessen Kündigung im Juni 2015 bisher verhindert. Die angeblich Schuldigen dafür sieht Haunolder als Figls engster Mitarbeiter allerdings ganz woanders.

Bisher war Haunolder nicht Gegenstand öffentlicher Diskussionen und auch sein Arbeitsverhältnis als Technischer Leiter stand nicht zur Debatte. Dies ist nach seinem Leserbrief wohl jetzt anders. Haunolder wirft Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) „Machtmissbrauch und Amtsanmaßung“ vor. Nach Grundners Abwahl als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke hätten „zielgerichtete Demontagen“ gegen Stadtwerke-Geschäftsführer Figl begonnen. Den Aufsichtsräten Sebastian Sperr und Michael Oberhofer (beide CSU) sowie Josef Wagenlechner (TEG) und Bertram Arendt (ÜWG) bescheinigt Haunolder, sich an diesem „Komplott“ beteiligt zu haben und letztendlich „Hauptveranwortliche für das Gelingen“ zu sein. Mit einem „Pfui Teufel“ kommentiert Haunolder die Vorgänge, die dazu geführt haben, dass der Vertrag von Geschäftsführer Figl nicht verlängert wurde. „Praktisch ohne plausible Erklärung“ sei Figl „mit konstruierten Vorwürfen“ „abgesägt“ worden. Haunolder spricht auch von Spezlwirtschaft und wirft unserer Zeitung vor, die „Propaganda-Plattform“ von Bürgermeister Grundner zu sein.

Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Drobilitsch (GEM) äußerte sich auf Nachfrage nur knapp zu dem Leserbrief. Haunolder habe sich „auf alle Fälle im Ton vergriffen“. Die Vorwürfe „Machtmissbrauch und Amtsanmaßung“ gegenüber Bürgermeister Grundner seien „völlig falsch“. Drobilitsch kündigte an, es werde eine eigene Aufsichtsratssitzung zu dem Themea geben. Ob und welche Konsequenzen der Haunolder-Brief haben werde, dazu will sich Drobilitsch nicht äußern.

Bürgermeister Grundner kommtentierte die Äußerungen Haunolders mit „absolut im Ton vergriffen“. Der leitende Mitarbeiter der Stadtwerke habe „arg diffamierende und unverschämte Aussagen“ getroffen. Das könne „nicht ohne personalrechtliche Konsequenzen bleiben“. Das dafür zuständige Gremium sei aber der Aufsichtsrat des Unternehmens. Wann das Thema im Aufsichtsrat behandelt werde, sei Sache des Aufsichtsratsvorsitzenden, so Grundner. 

Von Hermann Weingartner und Anton Renner

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