Entwicklung im Südwesten von Dorfen will die Stadt. Die Gebiete für Wohnen und Gewerbe südlich der Isener Siedlung sollen in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Zukunftsmusik ist dagegen noch die von der Stadt gewünschte Ansiedlung eines Sportzentrums auf dem 23 Hektar großen Areal im Westen (grün). Noch ist es Landschaftsschutzgebiet. Nun folgt eine Artenvielfaltsprüfung.

Entwicklung der Stadt Dorfen

Eingeschnürt vom Landschaftsschutzgebiet

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Einen neuen Standort für Sportplätze wünscht sich die Stadt Dorfen. Daher hat sie die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet Isental beantragt.

Dorfen– Nach Norden und Süden kann die Stadt Dorfen wachsen. Doch die hügelige Topographie behindert dort die Anlage von Sportplätzen. Also wünscht sich die Stadt eine Ausdehnung nach Osten und Westen. Dem stehen allerdings das Überschwemmungsgebiet der Isen und das Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Isental und südliche Quellbäche“ im Weg. Also hat die Stadt eine Herausnahme von 30 Hektar aus dem LSG beantragt, damit aber am Mittwoch im Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt des Kreistages nur teilweise Erfolg gehabt.

Es geht um drei Teilflächen. Für 1,8 Hektar nordöstlich von Kloster Moosen gab der Ausschuss Grünes Licht. Aus fachlicher Sicht hatte auch die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes die Herausnahme aus dem LSG als möglich bezeichnet.

Für ein 4,5 Hektar großes Areal zwischen Gewerbegebiet Buchbacher Straße und der Isen beschloss das Gremium einen Kompromiss. Dort trainieren bereits Jugendmannschaften des TSV Dorfen, in einem Wäldchen nebenan ist ein Naturkindergarten in Betrieb. Diese bereits genehmigten Nutzungen stünden dem Schutzgedanken eines LSG nicht entgegen, hatte die Stadt argumentiert. Dem stimmte das Landratsamt nur teilweise zu.

Die neue Fachbereichsleiterin Umwelt und Natur, Christine Klostermann, erklärte in der Sitzung, dass eine Erweiterung nach Osten über das Wäldchen problematisch gesehen werde. Dieser Teil bleibt folglich im LSG. Geprüft wird dafür, ob der bereits für Sport genutzte Bereich nach Süden verlängert werden – bis zu einem Abstand von 30 Meter zur Isen hin.

Diese beiden Aspekte verabschiedete der Ausschuss einstimmig. Beim 23 Hektar großen Bereich bei Rutzmoos setzten sich jedoch SPD, Grüne, ÖDP und Freie Wähler mit 6:5 Stimmen gegen die CSU durch. Die Mehrheit folgte der Argumentation der Unteren Naturschutzbehörde, die das Grünland als wichtigen Lebensraum für viele Tierarten sieht – welche genau, sei aber noch unklar. Daher soll die Fläche nicht sofort aus dem LSG herausgenommen werden. Die Behörde soll zunächst eine Artenvielfaltsprüfung machen.

Das schmeckte Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) nicht. Das Ausschussmitglied war als Betroffener von der Beschlussfassung ausgeschlossen, warb aber für den Antrag der Stadt. „Vertreter des TSV Dorfen kommen regelmäßig zu mir. Der Verein schickt teilweise Kinder und Jungendlich nach Haus, weil sie nicht betreut werden können“, sagte er, um die Dringlichkeit des Antrags zu unterstreichen. Der Siedlungsdruck und die demografische Entwicklung würden die Stadt dazu zwingen, innerorts Entwicklungsmöglichkeiten und damit ein kompaktes Stadtbild zu schaffen. „Wir wollen nicht noch mehr Trabanten vor der Stadt“, erklärte Grundner. „Dieser Gürtel des Landschaftsschutzgebiets engt uns aber ein.“

Vize-Landrat Jakob Schwimmer (CSU) hatte sich als Sitzungsleiter bereits zu Beginn des Tagesordnungspunkts für die Dorfener Position stark gemacht. „Das Gremium hat hier eine politische Entscheidung zu treffen und keine fachliche“, erklärte er. Dazu müsse man auch die Vorgeschichte LSG „Isental und südliche Quellbäche“ betrachten. Es sei 1987 in der Hoffnung erlassen worden, damit die A 94 zu verhindern, sagte Schwimmer.

Diese Entscheidung habe der Landkreis im engen Schulterschluss mit der Kommune getroffen. „Es müssten schon schwerwiegende Gründe vorliegen“, so Schwimmer, wenn nun umgekehrt die Planungshoheit der Stadt beschnitten werde. Die Naturschutzbehörde sieht allerdings solche Gründe. Darauf pochte Florian Geigger (Grüne): „Jede politische Entscheidung beinhaltet auch fachliche Einschätzungen.“

von Timo Aichele

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