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Maskenbildner Felix Niederleitner: Er gibt den Stars das perfekte Gesicht

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Von: Michaele Heske

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Einfühlungsvermögen braucht Felix Niederleitner für seinen Job als Maskenbildner. Wenn Schauspieler schwierige Szenen spielen müssen, muss der 24-jährige Dorfener wissen, wie er mit ihnen umgehen muss.
Einfühlungsvermögen braucht Felix Niederleitner für seinen Job als Maskenbildner. Wenn Schauspieler schwierige Szenen spielen müssen, muss der 24-jährige Dorfener wissen, wie er mit ihnen umgehen muss. © privat

Felix Niederleitner aus Dorfen hat als Friseur begonnen und arbeitet nun als Maskenbildner an Filmsets - zuletzt bei der Netflix-Serie „Kitz“.

Dorfen – Felix Niederleitner stylt Schauspieler am Set. Knapp ein halbes Jahr tauchte der Maskenbildner beim Dreh der Netflix-Serie „Kitz“ in die Welt der Schönen und Reichen ein. Nun zurück in seiner Heimatstadt Dorfen, erzählt der 24-Jährige von der Filmproduktion im mondänen Skiort Kitzbühel.

Klappe eins, die Erste. Das Instagram-Model Vanessa „Nessa“ von Höhenfeldt fährt mit ihrem Freund Dominik Reid und ihren besten Freunden Kosh Ziervogel und Pippa zu Silvester nach Kitzbühel in Tirol, um dort die Party des Jahres zu feiern. Ein Teenie-Drama in sechs Folgen, das gleich zu Jahresbeginn eines der Zuschauerhighlights in Österreich wurde und sich in Deutschland auf Platz vier der Netflix-Charts spielte.

Von November 2020 bis März 2021 wurde in Kitzbühel und in Berchtesgaden gedreht. Mit dabei: Der Dorfener Niederleitner in der Funktion der Zusatzmaske, zuständig für Schminken und Set-Betreuung der Stars. Seine kurze Filmkritik der aufwendig produzierten Serie des Streaming-Dienstes: „Eine mitreißende und spannende Serie, sehr gut gemacht – mit großem Budget.“

Der Schickeria-Skiort Kitzbühel ist der Schauplatz der Netflix-Serie „Kitz“, die noch auf dem Portal zu sehen ist. Dort arbeitete Niederleitner am Set. 
Der Schickeria-Skiort Kitzbühel ist der Schauplatz der Netflix-Serie „Kitz“, die noch auf dem Portal zu sehen ist. Dort arbeitete Niederleitner am Set.  © privat

Weil zu dieser Zeit Lockdown in Österreich war, sei die Innenstadt von Kitzbühel wie ausgestorben gewesen, erzählt Niederleitner: „60 bis 80 Komparsen mussten zusätzlich engagiert werden, um Markt- und Volksfestplatz zu beleben.“ Einerseits stand die Partyszene im Fokus, die Welt der Schönen und Reichen – mit Champagner, teuren Klamotten und aufwendigem Make-up. Die andere Seite der Medaille in der Handlung: die Einheimischen aus dem Bergort, die in Konflikt mit der Münchner Schickeria geraten.

Die Darsteller seien alle „ziemlich cool“ gewesen, vom gängigen Klischee der Starallüren kann Niederleitner nicht berichten: „Ich bin aber auch ein sehr ruhiger und gelassener Mensch, der sich gut auf das Temperament der Akteure einstellen kann.“ Ebenso auf deren Emotionen: „Eine Szene mit Schwangerschaftsabbruch etwa, geht ziemlich an die Substanz der Schauspielerin – da braucht man schon Einfühlungsvermögen.“

Doch bei jeder einzelnen Szene sei klar: „Wie du aussiehst, das wirkt sich unmittelbar auf die Rolle aus.“ Ein böser Darsteller, bekomme andere Gesichtszüge verpasst, als die naive Blonde. „Doch egal welcher Charakter – das Gesicht darf niemals glänzen, die Haare müssen immer perfekt sitzen“, erklärt der junge Meister der Verwandlung.

Niederleitner ist ehrgeizig: „Nach der Mittelschule habe ich eine Friseurlehre in Taufkirchen abgeschlossen und danach drei Jahre in diesem Job gearbeitet.“ Doch schon bald wurde ihm das Schneiden und Färben der Haare im Salon zu langweilig. Deshalb setzte er in München eine Ausbildung zum Maskenbildner obendrauf.

Der Dorfener ist talentiert, gleich nach der aufwendigen Weiterbildung wurde der Freiberufler für unterschiedliche Serien engagiert. Auch machte er die Maske in dem Film „Limbo“, in dem Martin Semmelrogge einen Kleinganoven spielt. Manchmal war er schon für die Chefmaske zuständig, erzählt Niederleitner voller Stolz: „Da gibt es dann eine enge Zusammenarbeit mit der Regie.“

Szenenwechsel. Dorfen ist Niederleitners Heimat, hier fühle er sich wohl, berichtet der Maskenbildner. Und hier will er auch bleiben. Früher, da habe er schon von Berlin geträumt – vielleicht sogar von Hollywood. Doch seit er so oft unterwegs bei Dreharbeiten sei, weiß er „seinen Dorfener Ruhepol“ sehr zu schätzen. Denn hier leben seine Familie und seine Partnerin, ebenso seine Freunde.

Schließlich gilt auch für ihn: „Dahoam is Dahoam“. Übrigens: Auch bei dieser BR-Serie wurde er als Maskenbildner gecastet – und etliche bayerische Stars saßen schon an seinem Schminktisch.

Momentan wartet Niederleitner auf sein nächstes Engagement und relaxed in Dorfen. „Vielleicht gibt es eine zweite Staffel von „Kitz“ - und es wäre mega, wenn ich bei den Dreharbeiten wieder dabei sein darf.“

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