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Mit dem Impfstoff von Moderne wurde die junge Dorfenerin zweimal geimpft - mit krassen Folgen

Sie wird wohl keine Spätfolgen davontragen

Nach Corona-Impfung: 33-Jährige erleidet Mini-Schlaganfall - trotzdem würde sie sich wieder Impfen lassen

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Schwere Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung sind extrem selten. Eine junge Dorfenerin hat es bös erwischt. Dennoch hält sie die Kampagne insgesamt für richtig.

Dorfen - Über 50 000 Impfungen gegen das Corona-Virus sind seit Ende Dezember 2020 im Landkreis Erding verabreicht worden. Von nennenswerten Nebenwirkungen hat man hier nie etwas gehört. Doch die gibt es. Besonders schlimm getroffen hat es eine Dorfenerin. Die 33-Jährige erlitt nach der zweiten Spritze einen kleinen Schlaganfall.

Schlaganfall nach Corona-Impfung: Alleinerziehende Mutter würde sich wieder impfen lassen

Die gute Nachricht: Die alleinerziehende Mutter hat beste Chancen, keine Spätfolgen davonzutragen. Doch im Moment spürt sie die Folgen der Impfung noch stark. Dennoch würde sie sich wieder immunisieren lassen – aber mit etwas mehr Vorsicht. Keinesfalls will die Teamassistentin in einem Unternehmen für Hotellerie- und Gastronomie-Informationstechnik Verschwörungstheoretikern Vorschub leisten.

Für Alisa Wagner (Name von der Redaktion geändert) stand fest: „Klar lass ich mich gegen Corona impfen.“ Beim BRK machte sie einen Termin. Die erste Dosis erhielt sie am 18. Mai. Ihr wurde das Vakzin von Moderna gespritzt. Nach etwa acht Stunden, erzählt Wagner, habe sie erste Nebenwirkungen gespürt – Schüttelfrost, leichtes Fieber und Kopfweh. „Ich habe mir nichts dabei gedacht, denn von diesen Nebenwirkungen hört man ja oft“, erzählt sie. Nach 24 Stunden sei auch alles wieder vorbei gewesen.

Nach der zweiten Moderna-Impfung: Heftige Nebenwirkungen - Freund erkennt Schlaganfall-Symptome

Nichts Böses ahndend nahm sie am 29. Juni den zweiten Termin wahr – wiederum mit Moderna. Doch diesmal sollte die Reaktion ihres Körpers weitaus heftiger ausfallen. „Nach drei, vier Stunden bin ich plötzlich müde geworden, habe schreckliche Kopfschmerzen und grippeähnliche Symptome bekommen“, schildert sie. Gegen 15 Uhr wird aus den Kopfschmerzen eine massive Migräneattacke. Ihren zehnjährigen Sohn setzt sie vor den Fernseher und ruft ihren am Chiemsee lebenden Freund an.

„Der hat sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt“, erinnert sie sich. „Ich habe total verwaschen geredet.“ Ein Freund und Nachbar, der Rettungssanitäter ist, wird informiert. Als Wagner auf einmal nicht mal mehr weiß, welcher Wochentag ist, schrillen bei dem Experten alle Alarmglocken. „Er hat gesehen, dass das Schlaganfall-Symptome sind,“ sagt die Dorfenerin noch immer schockiert.

Der Rettungswagen fährt die 33-Jährige, die bis dahin körperlich fit war, ins Mühldorfer Krankenhaus. Sie kommt in den Computertomografen, wo der kleine Schlaganfall durch die Verstopfung eines Blutgefäßes im Gehirn erkannt und medikamentös behandelt wird. Die Hilfe kommt rechtzeitig. Zwar hat Wagner anfangs Erinnerungslücken und Probleme mit der linken Körperhälfte, „doch die Ärzte meinen, das vergeht“. Noch am selben Tag darf sie wieder heim.

Schlaganfall nach Corona-Impfung: Frau verärgert - „Eindruck, dass über Nebenwirkungen zu wenig geredet wird“

Was sie aufhorchen lässt: Im Mühldorfer Krankenhaus sagen ihr die Ärzte, sie sei an diesem Tag schon der vierte Patient mit heftigen Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung. Und im Rettungswagen erfährt sie, dass sie vor ihr einen ähnlich gelagerten Fall an Bord hatten.

Wagner will keine Stimmung gegen das Impfen machen und hält es trotz der einprägsamen Erlebnisse für die richtige Entscheidung. Was sie ärgert: „Ich habe den Eindruck, dass über die Nebenwirkungen zu wenig geredet wird, dass sie vor dem Hintergrund, Corona einzudämmen, verschwiegen werden. „Vielleicht traut sich so mancher gar nicht, deswegen zum Arzt zu gehen.“ Die Impfung selbst bereue sie nicht, „Aber vielleicht hätte ich warten sollen, bis man mehr Daten hat.“ Ihr Sohn sei ohnehin noch zu jung.

Dr. Markus Marschall, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands, bleibt dabei: „Von so schweren Nebenwirkungen war mir bisher im Landkreis nichts bekannt.“ Aber natürlich seien sie auch hier nicht auszuschließen.

Fritzen, Sprecherin des Klinikums Erding betont: „Bei uns gab es bislang keine Patienten, die wegen der Folgen der Impfung behandelt werden mussten.“ Üblich sei, solche Fälle dem Gesundheitsamt mitzuteilen. ham

Eine Hochzeit im Landkreis Erding zieht immer weitere Kreise: Inzwischen haben sich elf Personen mit Corona infiziert. Die Inzidenz steigt deutlich an. Noch mehr Nachrichten aus der Region Erding lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Erding-Newsletter.

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