Rückblick auf 2017: Obermeister Martin Vilgertshofer (r.) lieferte den Mitgliedern der Schreinerinnung einen Rückblick über Zahlen und Veranstaltungen im vergangenen Jahr. 

Schreinerinnung Erding beklagt

Viele Lehrlinge, aber „hundsmiserable Prüfungsergebnisse“

70 junge Leute erlernen derzeit im Landkreis Erding das Schreinerhandwerk. Die Leistungen der Lehrlinge sind allerdings durchwachsen.

Landersdorf – Den Nachwuchs machte der Obermeister der Schreinerinnung Erding, Martin Vilgertshofer, auch zum Schwerpunkt seines Berichtes bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Huber in Landersdorf. Vilgertshofer legte dazu aktuelle Zahlen vor.

Nachdem im September 2017 circa 50 Schüler das Berufsgrundschuljahr an der Berufsschule Erding begonnen hatten, „siebte“ sich die Stärke des Jahrgangs auf nun 35 aus. Im zweiten Lehrjahr befinden sich derzeit 19 Auszubildende, im dritten 16. Dies seien sehr gute Ergebnisse, wenn man sie mit dem aktuellen Mitgliederstand der Innung von 50 Betrieben vergleiche, fügte Vilgertshofer an. In ganz Bayern würden nur 20 bis 25 Prozent der Schreinerbetriebe ausbilden, davon hebe sich der Kreis Erding deutlich ab.

„Obwohl die Lehrlinge zuhause üben hätten können...“

Was daraufhin Lehrlingswart Anton Kolbinger von der kürzlich durchgeführten Zwischenprüfung der Lehrlinge berichtete, ernüchterte den Optimismus ein wenig. „Die praktische Prüfung ist hundsmiserabel ausgefallen, obwohl das Prüfungsstück bekannt war und die Lehrlinge zuhause üben hätten können“. Hintergrund dafür sei, dass die Zwischenprüfung für die abschließende Gesellenprüfung nicht gewertet wird. Um ein wenig Druck aufzubauen, müsse das Ergebnis der Zwischenprüfung künftig dem Ausbildungsbetrieb mitgeteilt werden.

Stabil sind die Finanzen der Innungskasse, die Birgit Link von der Kreishandwerkerschaft vortrug. Der Antrag der Kassenprüfer Walter Wolf und Martin Wieser, den Vorstand zu entlasten, wurde einstimmig bewilligt. Bei der anschließenden Neuwahl der Posten der Kassenprüfer wurde beiden wieder das Vertrauen für ein weiteres Jahr ausgesprochen.

Als neues und 17. Fördermitglied trat die Firma Praetner aus Freising der Schreinerinning Erding bei und stellte sich den gut zwei Dutzend versammelten Schreinermeistern mit einer Fotopräsentation vor. Geschäftsführer Thomas Biersack bewarb deren breite Produktpalette und konzentrierte sich auf die für das Schreinerhandwerk interessanten Angebote. Die Firma Praetner, ein seit 90 Jahren und in der dritten Generation geführtes Unternehmen, vertreibt Metallbeschläge, Brandschutztüren, Fensterbänke, Befestigungstechnik wie Schrauben und Dübel und liefert eine große Bandbreite an Werkzeugen. Fördermitglieder unterstützen die Innung finanziell.

Ganz andere Leistungen zeigt ein junger Benediktbeurer: Florian Meigel wurde 2017 zum Deutschen Meister im Schreinerhandwerk gewählt, schreibt merkur.de

Fabian Holzner

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