Am Montag beginnt wieder der Unterricht in den Schulen. Erstmal nur für die Abschlussklassen. Die machen in der FOS/BOS aber 60 Prozent der Schüler aus.
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Rüsten für die Rückkehr: Schulleiter Jens Baumgärtel (M.) mit seinen Kollegen von der FOS/BOS.

Große Herausforderung für die FOS/BOS

Unterricht in Schulen beginnt wieder: Quarantäne im Klassenzimmer

  • vonTimo Aichele
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Am Montag beginnt wieder der Unterricht in den Schulen. Erstmal nur für die Abschlussklassen. Die machen in der FOS/BOS aber 60 Prozent der Schüler aus.

Landkreis – Einzeltische, halbe Klassen, Pause im Unterrichtsraum, Fokus auf die Prüfungsfächer, Rechts-Geh-Gebot in den Gängen – darauf müssen sich Schüler von Abschlussjahrgängen einstellen, wenn sie ab Montag wieder in die Schule kommen. „Wir freuen uns darauf“, erklärt Jens Baumgärtel, Leiter der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) Erding. Auch wenn die Herausforderung in seiner Schulart besonders groß ist.

Nicht ein kleiner Anteil, sondern 460 und damit 60 Prozent der Schüler werden dann nach seinen Angaben wieder im Haus sein. „Wir haben einen enormen Raumbedarf“, erklärt Baumgärtel. Aber inklusive Aula und der Berufsschul-Turnhalle „bekommen wir es hin“.

Realschule Taufkirchen teilt die Klassen

Um die Abstände in den Räumen einzuhalten, werden die 22 Abschlussklassen an der FOS/BOS geteilt – so handhaben es auch die anderen Schulen. „Wie organisieren wir den Tagesablauf, dass die Gruppen unter sich bleiben?“, das ist nach den Worten von Josef Hanslmaier die Herausforderung. An der von ihm geleiteten Realschule Taufkirchen kehren am Montag 140 Zehntklässler in den Präsenzunterricht zurück. Aus sechs Klassen werden dort doppelt so viele. „In ihren kleinen Gruppen sind sie sozusagen in häuslicher Quarantäne“, meint Hanslmaier.

An den Gymnasien kehrt die Q12 zurück. In Dorfen sind das 98 von 964 Schülern. „Wir werden die Schüler an drei Tagen in der Woche in die Schule holen“, berichtet Direktor Markus Höß. Die Unterrichtszeiten sind an jeder Schule anders. An der FOS/BOS gibt es einen Vormittagsblock von 8 bis 11.15 Uhr und Nachmittagsunterricht von 13 bis 16 Uhr.

Teilweise nur vier Schüler pro Fach am Gymnasium Dorfen

„In den Prüfungsfächern werden wir fast die normale Stundentafel haben“, versichert Baumgärtel für die FOS/BOS. Jetzt gehe es darum, die Zeit sehr intensiv zu nutzen. „Jede Lehrkraft, die eine zehnte Klasse leitet, muss ihren Unterricht doppelt halten“, berichtet Hanslmaier über die Zeit täglich von 8 bis 13 Uhr an der Realschule Taufkirchen.

Am Gymnasium Dorfen ist das noch komplexer. Mathe-, Deutsch- und Englisch-Kurse werden geteilt. Doch in anderen belegten Fächern macht nicht jeder Zwölftklässler Abitur. „Teilweise haben wir dann nur vier Schüler“, sagt Höß über Geschichte, Bio oder Musik. Entsprechend kompliziert war das Schreiben des Stundenplans.

Inhaltlich fällt einiges weg – nur Prüfungsvorbereitung

An der der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg war es in den vergangenen Wochen zumindest nicht ganz leer. „Wir hatten ja immer eine Notbetreuung“, berichtet Rektor Michael Braun. Über mehr Leben im Haus mit 25 Zehnt- und 55 Neuntklässlern freut er sich dennoch. „Wir haben eine gute Situation, weil wir bei den Abschlussklassen die Mobilen Reserven draufgespannt haben“, erzählt Braun. Das heißt, zur Individualisierung steht wie in Vor-Corona-Zeiten jeweils ein weiterer Pädagoge zur Verfügung. Dieses System werde nun im Präsenz-Modus mit Stunden von 8 bis 11.15 Uhr aufrecht erhalten. Inhaltlich „fällt einiges weg“, erläutert Braun. Es gehe ausschließlich um die Prüfungsvorbereitung.

Entscheidend ist auch ein faires Verfahren für die Abschlussnoten. „Es müssen valide Fortgangsnoten gebildet werden“, sagt Realschuldirektor Hanslmaier. Das heißt, die Jugendlichen haben noch den einen oder anderen Test vor sich. Doch es gebe schon die Möglichkeit, die Anzahl der Leistungsnachweise etwas zu verringern. Wichtig an der FOS/BOS: „Die Schüler können freiwillig an Ersatzprüfungen teilnehmen“, berichtet Baumgärtel. Mit diesen Tests können sie Noten aus dem ersten Halbjahr aufbessern, müssen aber nicht.

Rückkehr aller Schüler in der FOS/BOS nicht machbar

Abstand halten – das gilt nicht nur in den Klassenzimmern. „Die Schüler werden einzeln auf die Toilette gehen“, schildert Höß für das Gymnasium Dorfen. „Und man soll in den Gängen ganz weit rechts gehen.“ Entsprechende Schilder und eventuell auch Markierungen auf den Böden würden dieser Tage angebracht.

„Wenn mehr Schüler zurückkommen, sehe ich Probleme auf die Schulen zukommen“, sagt Braun. Hier wird vom 11. Mai als Stichtag gesprochen, ab dem eventuell die Vorabschlussklassen dran sind. An der Marie-Pettenbeck-Schule wären das zusätzlich zu den nun zwölf geteilten Klassen 14 weitere.

An der FOS/BOS wäre das besonders gravierend. „Wir könnten auf keinen Fall leisten, wenn ab 11. Mai auch noch die elften Klassen dazukommen“, sagt Baumgärtel. „Das würde den Rahmen sprengen.“ Präsenzunterricht für alle Schüler sei frühestens nach den Abschlussprüfungen am 23. Juni möglich.

Timo Aichele

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