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Gute Erinnerungen an Georg Ratzinger haben Betty und Hermann Simmerl. 

Papst-Bruder

Erinnerungen an Georg Ratzingers Zeit in Dorfen

  • Anton Renner
    vonAnton Renner
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Heute wurde der am 1. Juli verstorbene Papst-Bruder Georg Ratzinger in Regensburg beigesetzt. Um ihn trauern viele Menschen – auch in Dorfen. Denn der im Alter von 96 Jahren Verstorbene wirkte auch in der Isenstadt.

Dorfen – Von 1953 bis 1957 war der Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI. in Maria Dorfen unter Pfarrer Andreas Kainzmaier als Wallfahrtskurat und Chorregent tätig. In dieser Funktion leitete Ratzinger auch den Kirchenchor, hielt Religionsunterricht an den Schulen und motivierte viele Kinder und Jugendliche zu Musik und Gesang.

Gut an diese Zeit erinnert sich Altbürgermeister Hermann Simmerl. Er lernte Ratzinger 1954 kennen, als er nach dem Besuch des Knabenseminars in Freising mit abgeschlossenem Abitur wieder nach Dorfen zurückkehrte. „Als braver Katholik bin ich hier natürlich regelmäßig in die Kirche gegangen“, erinnert sich Simmerl. Eines Tages wurde der Dorfener plötzlich vom Wallfahrtskurat angesprochen, „ob ich nicht im Kirchenchor mitsingen will“. Simmerl, der auch schon im Knabenchor Freising mitgesungen hatte, sagte sofort ja.

Die Chorproben hielt Ratzinger damals noch im Wohnzimmer von Albert Bachmayer ab, der im Gebäude der Brauerei am Marienplatz wohnte. „Ratzinger nahm es ganz genau, der hatte das absolute Gehör“, erinnert sich der Dorfener Altbürgermeister. Damals war auch jeden Sonntag eine Orchestermesse. Mit Simmerl sangen im Chor so bekannte Dorfener wie Eugen Hammerschmidt, Hans Bindl, Balth Blüml, Toni Rothenaicher und Hedi Wilm. Und dann stieß 1956 Betty Brandhuber dazu – die spätere Ehefrau Simmerls. „Beim Singen hat’s zwischen uns gefunkt“, erinnert sich der Altbürgermeister. Im August diesen Jahres feiern die beiden Diamanthochzeit.

Ratzinger war zwar nicht kumpelhaft, „aber sehr nett“, so Simmerls Erinnerung. Stets war der Kurat korrekt gekleidet. Einmal aber legte der Geistliche sein Sakko ab. Er war bei einem Ausflug des Kirchenchors ins Auracher Löchl mitgekommen. Dort trank er ausnahmsweise mal etwas Alkohol – und wurde locker. „Hemdsärmelig war er lustig und hatte eine große Gaudi“, erzählt Simmerl.

Als Ratzinger Dorfen verließ, wurde Benno Meindl sein Nachfolger als Kirchenmusiker. Ratzinger persönlich hatte sich für Meindl eingesetzt, nachdem dieser ihn bei einem Organisteneinsatz vollends überzeugt hatte. Meindl ist längst im Ruhestand, gibt aber immer noch Konzerte. 

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