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Neue Stadtmarketing-Leiterin Vanessa Moniker: „In Dorfen ist so viel Potenzial da“

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Von: Timo Aichele

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Über den Dächern von Dorfen: Vom Balkon neben dem Sitzungssaal und Trauungszimmer im Rathaus haben Stadtmarketing-Leiterin Vanessa Moniker und Bürgermeister Heinz Grundner einen Überblick über ihr Aufgabenfeld Erst Kontakt mit den Unternehmern
Über den Dächern von Dorfen: Vom Balkon neben dem Sitzungssaal und Trauungszimmer im Rathaus haben Stadtmarketing-Leiterin Vanessa Moniker und Bürgermeister Heinz Grundner einen Überblick über ihr Aufgabenfeld Erst Kontakt mit den Unternehmern © Timo Aichele

Vanessa Moniker ist die neue Stadtmarketing-Leiterin von Dorfen. Sie erkennt Vorzüge ihrer neuen Heimatstadt, die Einheimische oft als selbstverständlich ansehen.

Dorfen – Personell war im Dorfener Stadtmarketing in den vergangenen zwei Jahren so viel Unruhe, dass es schon zum Politikum wurde. Nun ist im Rathaus die seit Herbst vakante Stelle für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing wieder besetzt. Die Neue heißt Vanessa Moniker, und sie ist schon ein Fan der Stadt. „Ich bin wahnsinnig begeistert von der Gastronomie und den Freizeitmöglichkeiten“, sagt die Neu-Dorfenerin über ihre neue Heimat. „Es ist so viel Potenzial da. Aber von den Dorfenern wird es oft als selbstverständlich angesehen“, meint die 29-Jährige, die zuvor in Landau und in Straubing gelebt hat.

Kurze Wege, Freibad oder Eisstadion nennt Moniker spontan als Vorzüge von Dorfen. Die Stadtmarketing-Leiterin plant eine „große Standort-Kampagne“, um diese und weitere Plus-Punkte nach innen und nach außen deutlich zu machen. Dazu sollen unter anderem ein Online-Leitfaden für Neubürger und Social-Media-Aktivitäten gehören, ein Instagram-Account sei im Aufbau.

„Mich freut besonders, dass wir eine Kraft gewinnen konnten, die selbst aus der öffentlichen Verwaltung kommt“, erklärt Bürgermeister Heinz Grundner am Donnerstag bei einem Pressetermin zur Vorstellung von Moniker, die seit 1. April im Dienst ist. Mit ihr werde der „Spagat zwischen Wirtschaftförderung und öffentlicher Verwaltung“ gelingen, zeigt sich der Rathauschef überzeugt. Andere Ausgangsbedingungen, als bei ihrem Vorgänger Stefan Erber, der als früherer Unternehmer und Berater schon nach einem halben Jahr keine Behördenluft mehr atmen wollte.

Die 29-jährige Niederbayerin ist gelernte Verwaltungsfachangestellte, hat nebenberuflich Projektmanagement studiert und im Landratsamt Dingolfing-Landau sechs Jahre lang im Regionalmanagement gearbeitet. Danach hat sie ein Jahr das Stadtmarketing in Straubing verantwortet sowie anschließend das Marketing der dort ansässigen Firmengruppe Leibl geleitet. Die nächste Station ist nun Dorfen. „Ich weiß, was auf mich zukommt“, sagt die 29-Jährige mit Blick auf ihre Vita, bei der sie sowohl die Verwaltungsperspektive als auch die von Unternehmern kennengelernt habe. „Und viele tolle Projekte warten auf mich.“

Manches wie die Neugestaltung der sogenannten Corporate Identity der Stadtverwaltung müsse sie nur noch abschließen. Logo und Wappen wurden bereits aufgefrischt, bald zieren sie die Geschäftspapiere und den Internetauftritt. Der digitale Marktplatz „dorfen.shop“ müsse dagegen wiederbelebt werden – so richtig am Leben wahr er eigentlich noch nie.

Und auch die Attraktivität der Märkte im Jahreskreis sei ein Thema. Die verkaufsoffenen Marktsonntage wie der Grasmarkt an diesem Wochenende „sind nicht das Problem“, sagt Grundner dazu. Fünf weitere wie Veitsmarkt oder Lichtmessmarkt seien aber schon seit Jahrhunderten urkundlich festgelegt. „Wenn wir die nicht durchführen, verlieren wir die Marktrechte.“ Gerade im Hinblick auf die Historie werde er aber bald neue Erkenntnisse zu verkünden haben, deutet der Bürgermeister an.

Zunächst werde sie aber das Hauptaugenmerk auf eine Unternehmensbefragung in Dorfen legen, kündigt die Stadtmarketing-Verantwortliche an. „Wo stehen die Firmen? Wo ist Handlungsbedarf?“ Wenn es zum Beispiel an Fachkräften und Azubis fehlt, könne eine Arbeitsgruppe Schule-Wirtschaft gegründet werden.

„Kann auch sein, dass das Leerstandsmanagement bald auf uns zukommt“, meint Moniker. „Noch haben wir Gott sei Dank Geschäfte aller Branchen mittelständisch geführt“, sagt Grundner. Viele Eigentümer seien aber in die Jahre gekommen. Dieser Mix werde wichtig bleiben. „Nur mit Cafés und Handyläden wird man eine Innenstadt nicht attraktiv halten können“, so der Bürgermeister.

Auf Meinungen aus der Bevölkerung ist Vanessa Moniker gespannt. Sie ist mit ihrem Freund Bastian Albrecht, Lehrer am Gymnasium, in die Stadt gezogen ist, an deren Image sie nun arbeitet. Eine bewusste Entscheidung: „Wenn ich beim Bäcker anstehe, möchte ich die Stimmung aufsaugen können.“

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