Fensterln in der Buchhandlung: Karen Müller-Kuhnhenn kauft trotz Lockdown gerne und oft beim Dorfener Einzelhandel ein. „Hier werde ich gut bedient, Click & Collect funktioniert sehr gut“, sagt die 73-jährige Rentnerin aus Dorfen.
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Fensterln in der Buchhandlung: Karen Müller-Kuhnhenn kauft trotz Lockdown gerne und oft beim Dorfener Einzelhandel ein. „Hier werde ich gut bedient, Click & Collect funktioniert sehr gut“, sagt die 73-jährige Rentnerin aus Dorfen.

Click & Collect

„Es läuft irgendwie“: der Dorfener Einzelhandel im Lockdown

Dorfener Einzelhändler halten sich mit Click & Collect über Wasser - und hoffen auf eine baldige Ladenöffnung.

Dorfen – Geschäfte an der Ladentür: Mit „Click & Collect“ oder „Call & Collect“, also anrufen, respektive online bestellen und dann beim Händler abholen, halten sich wie überall anderswo auch die Läden in der Dorfener Innenstadt über Wasser. Dieser Service wird zwar angenommen, doch jeder hofft auf den nächsten Lockerungsschritt beim Einzelhandel: „Meet & Collect“. Schließlich macht Shoppen erst dann so richtig Spaß, wenn der Käufer im Laden stöbern kann und dabei fachkundig vom Verkäufer beraten wird.

Mit dem bairischen „Bassd“ beschreibt Suzana Sauer, Inhaberin der Dorfener Buchhandlung, die derzeitige Situation. „Es läuft irgendwie“, ergänzt sie. Freilich nicht optimal, so wie vor Corona, aber die Dorfener würden beim Bücherkauf nach wie vor auf den heimischen Laden setzen statt bei Amazon & Co. die Lektüre zu ordern.

Die Kunden kommen derzeit ans Fenster, um die Bücher abzuholen, die sie vorab bestellt haben. „Am Fenster bei der Buchausgabe können wir ratschen, aber auch die Kunden beraten“, sagt die Buchhändlerin.

Alexander Schmid: „Wir liefern auch aus.“

Nur Stöbern ist derzeit nicht möglich. Genau das aber macht den Reiz aus: die Bücher aus den Regalen ziehen und die Inhaltsangabe im Klappentext lesen. „Wir haben so viel Bestand im Laden, der nicht verkauft wird. Das Weihnachtsgeschäft fiel durch den zweiten Lockdown quasi aus. Und jetzt im Frühjahr kommen noch die ganzen Neuerscheinungen dazu.“ Sauer und ihr Team warten nun auf das Ostergeschäft: „Hoffentlich wieder ohne Einschränkungen“,wünscht sie sich.

Im Schaufenster des Schuhfachgeschäfts Max Schmid, vis à vis des Rathauses, sind die neuesten Modelle zu sehen: Ballerinas, Sneaker oder auch Halbschuhe. Im Online-Shop des Dorfener Händlers können Käufer ebenfalls Schuhe bestellen. „Wenn Kunden anrufen, da sind wir näher dran, dann können wir auch beraten“, sagt Inhaberin Barbara Schmid.

Eingangsbereich und Verkaufsraum sind durch einen Tisch getrennt. Anproben sind derzeit nicht möglich. „Wir liefern auch aus“, erklärt Alexander Schmid. Der Student unterstützt seine Eltern seit Beginn der Pandemie immer wieder im Laden.

Mittlerweile ist es erlaubt, dass Kinder bis drei Jahre mit einem Elternteil – freilich nach telefonischer Terminabsprache – in das Schuhgeschäft kommen dürfen, um hier gleich die ersten Treter zu testen. „Schuhe von Kindern müssen einfach genau passen“, sagt Barbara Schmid.

Auf das Modell „Meet & Collect“ setzt die Händlerin bei allen Kunden. Sie hofft darauf, dass Beratung und Anprobe wieder erlaubt werden. „The show must go on“, gibt sie als ihr Motto an. Wichtig ist ihr vor allem, dass die Leute beim hiesigen Händler und nicht im Online-Versandhandel bestellen.

Hayet Ben Farhat: „Feminine Mode ist im Trend.“

Das Gewandhaus Gruber setzt seit jeher auf das Einkaufserlebnis der Kunden vor Ort. Deshalb bietet Gruber auch in dieser Krisenzeit keinen Online-Shop an. „Wir Frauen wollen sowieso die Ware sehen“, sagt Modeberaterin Hayet Ben Farhat, die seit über zehn Jahren die Kunden in der Dorfener Filiale berät – momentan allerdings ausschließlich am Telefon: „Dieses Frühjahr ist ein femininer Stil angesagt“, erklärt die Verkäuferin. Die Trendfarben sind Pastelltöne, aber auch Orange und Grün sind en vogue.

„Die Stammkunden sind uns treu geblieben. Ich zeige ihnen am Hinterausgang eine Auswahl“, erklärt Ben Farhat. „Order & Collect“ nennt das Modehaus diesen Service.

Überwiegend Frauen kaufen im Lockdown Klamotten: „Die Damen bestellen dann gleich für ihre Männer mit“, sagt die Modefachfrau. Auch Mann trägt in diesem Frühjahr übrigens Pastell. Viele private Feiern, zu denen frau und man ein neues Outfit braucht, fanden in den vergangenen Monaten nicht statt: „Das haben wir stark gemerkt“, sagt Ben Farhat. „Wir haben auch viele Kleider im Outlet – und natürlich die neue Kollektion.“

Michaele Heske

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