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„Rampensäue“: Kultur-Managerin Birgitt Binder und Kabarettist Alfred Mittermeier sprechen über das neue Kabarett-Brettl im Jakobmayer. 

„Rampensäue“ im Jakobmayer

„Es wird viermal Tacheles gesprochen“

Hochkarätig besetzt und das gleich viermal ist das Kabarett-Brettl „Rampensäue“ am Freitag, 26. Januar, im Jakobmayer-Saal.

Dorfen Die Dorfener Kultur-Managerin Birgitt Binder konnte drei Meister und eine Meisterin der Kleinkunst für einen abwechslungsreichen und gewiss lachmuskelfordernden Abend gewinnen. Zusammen mit dem Dorfener Kabarettisten Alfred Mittermeier stand Binder Rede und Antwort, sprach über das Konzept, die Hemadlenzn und Heimspiele.

-Was verbindet Sie beide?

Alfred Mittermeier: (lacht) Eine riesen Sympathie. Natürlich das Berufliche, aber wir können einfach gut miteinander.

Birgitt Binder: Außerdem standen wir schon gemeinsam auf der Bühne, bei den „Radiospitzen“ des Bayerischen Rundfunks. Ich hatte einen Auftritt mit den Isarschixn, Alfred moderierte die Sendung. Dabei kam auch erstmals die Idee für ein Kabarett-Brettl im Jakobmayer-Saal auf.

-Frau Binder, wie gestalten Sie den Kabarett-Abend „Rampensäue“ am 26. Januar? Werden die vier Künstler auch gemeinsam auf der Bühne stehen?

Binder: Nein, Alfred wird das Brettl moderieren und auch einen Teil seines Programmes spielen. Lisa Catena, Ludwig Müller und René Sydow werden nacheinander auftreten. Gemeinsame Nummern müssten vorab geschrieben und geprobt werden. Was aus Zeitgründen nicht möglich ist.

-Herr Mittermeier, gemeinsam mit Ihrem Bruder Michael hatten Sie Ihre ersten Auftritte im Dorfener Fasching. In zwei Wochen sind wieder die Hemadlenzn los. Haben Sie lustige Erinnerungen an dieses Brauchtum, oder halten Sie sich davon fern?

Mittermeier: Es gab noch keinen Hemadlenzn-Umzug, den ich versäumt habe. Mein Tourplan ist jedes Jahr von Mittwoch bis Sonntag um den Unsinnigen Donnerstag herum gesperrt. Diese eine Prozession im Jahr muss sein.

-Wie lange feiern Sie beide dann? Bis zum Nachmittag?

Mittermeier: Ich bin schon einer, der durchhält. Aber so wie früher, dass ich um fünf in der Früh am nächsten Tag heimkomme, ist es nicht mehr.

Binder:Ich gehöre auch zu denen, die lange feiern. Und meist begegnen wir uns auch irgendwo.

-Was bedeutet Ihnen ein Auftritt in Ihrer Heimat Dorfen?

Mittermeier:Das ist der einzige Auftritt, bei dem ich die Mehrheit im Publikum kenne. Daher hat das einen besonderen Reiz. Wobei es die Sache nicht leichter macht, wenn Bekannte, Freunde und Verwandte vor einem sitzen.

Binder:Ein Heimspiel ist immer schwierig. Du bist ja bei uns in Dorfen einer von uns, nicht der Kabarettist. Auf der Bühne sehen dich die Dorfener aus einem ganz anderen Blickwinkel.

-Frau Binder, Sie organisieren seit sieben Jahren das Kulturprogramm im Jakobmayer. Mittlerweile wird dieser von vielen als DAS Kulturzentrum des ganzen Landkreises gesehen. Wie haben Sie das geschafft?

Binder: Mir ist es ein Anliegen, dass hier etwas stattfindet, das man wirklich Kulturprogramm nennen kann. Auch der Abwechslungsreichtum ist ganz wichtig. Wir werben auch nicht mit 08/15-Flyern sondern mit ansprechenden, aufwändigen Programmheften. Das ganze ergibt ein Gesamtbild Jakobmayer, in dem viel Arbeit und Herzblut steckt. Außerdem bin ich seit fast 40 Jahren in dieser Szene. Das ist mein Leben.

-Herr Mittermeier, gibt es für Sie einen herausragenden Moment Ihrer Laufbahn, an den Sie besonders gerne zurückdenken?

Mittermeier: Nein, ich habe jetzt weit über 1000 Auftritte auf dem Buckel. Da tu ich mich schwer. Außerdem goutiert das Publikum meine Programme sehr verschieden. Es gibt Abende, an denen die Gäste sehr ruhig vor einem sitzen, dann aber am Schluss stehend applaudieren. An anderen Abenden dagegen wird permanent gelacht. Allerdings auch an Stellen, wo mehr das Nachdenken angebracht wäre. Es ist nicht alles lustig bei mir.

-Frau Binder, wie sind Sie auf die anderen drei kabarettistischen „Rampensäue“ Lisa Catena aus der Schweiz, Ludwig Müller aus Österreich und den Baden-Württemberger René Sydow gekommen?

Binder: Das Kabarett-Brettl habe ich gemeinsam mit Alfred zusammengestellt, seine Kontakte waren sehr hilfreich. Wir wollten es kabarettistisch vielseitig anlegen. Das ist uns gelungen. Jetzt haben wir vier Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Allesamt hauptberufliche Kabarettisten. Mehrfach ausgezeichnet. Daher ist es kein Nachwuchs-Brettl. Jeder hat seine eigene Sicht auf die Dinge. Da werden nicht nur sprachliche Akzente gesetzt. Da geht’s auch inhaltlich zur Sache aus unterschiedlichen Blickwinkel.

Mittermeier: Das einzige, was auf alle vier zutrifft: Es wird Tacheles gesprochen.

Das Gespräch führte Fabian Holzner.

Karten

für die „Rampensäue“ sind im Ticket Treff Dorfen, unter www.jakobmayer.de oder www.muenchenticket.de erhältlich.

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