Die Region unterstützen will Sabine Berger. f.: heske
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Die Region unterstützen will Sabine Berger.

Regionale Produkte

Alle profitieren von Lebensmitteln aus heimischer Erzeugung

Initiativen für heimische Produkte in der Politik, Kita, Schule und weiteren Bereichen: Das Bewusstsein für Regionalität wächst.

Dorfen – Im Kinder- und Jugendhaus werden die Mitarbeiter derzeit gecoacht. Thema: nachhaltige Verpflegung. Auch das Marienstift und die Schulen in Dorfen setzen auf regionale Produkte bei Pausenbrot und Mittagstisch. Stadt- und Kreisrätin Sabine Berger (CSU) hat dazu einen Antrag im Stadtrat und Kreistag eingereicht. Sie will regionale Erzeugnisse in öffentlichen Einrichtungen nachhaltig fördern.

„Kita-Tischlein deck dich“ heißt ein Projekt, an dem die Stadt Dorfen teilnehme, sagt Therese Englmeier, Leiterin des Kinder- und Jugendhauses. Ihre Einrichtung wird dabei von einem externen Verpflegungsprofi unterstützt: „Ein Coaching-Programm für Kitas und Schulen, die ihre warme Mittagsverpflegung gesundheitsförderlich, nachhaltig und ökonomisch gestalten möchten“, erläutert Englmeier. Gesunde Ernährung und der Bezug zur Natur seien immens wichtig. „Wir pflanzen Beete an, damit die Kleinen sehen, wie der Salat wächst“, erklärt sie. „Oder wir gehen regelmäßig auf den Markt, damit die Kleinen schon von Kindesbeinen an heimisches Obst und Gemüse – zumindest in der Kita – auf den Tisch bekommen. So lernen sie, wie wichtig regionales aber auch saisonales Essen auf dem Speiseplan ist.“

Für das Catering im Kinder- und Jugendhaus sorgt Franz Stettner. Der Wasentegernbacher beliefert auch das Gymnasium in Dorfen sowie alle weiteren Schulen im Gemeindegebiet. Bei der Wahl der Lebensmittel achtet er auf Regionalität und bietet den Gymnasiasten zudem ein vegetarisches Gericht zur Auswahl an. „Wir sind schließlich Umweltschule“, erklärt Wolfgang Lanzinger, stellvertretender Schulleiter. Und Stettner ergänzt: „Es ist einfacher, mit dem Bäcker vor Ort zu reden, statt mit einem anonymen Discounter, bei dem es zudem nur Aufback-Ware gibt.“

Auch die Hauswirtschafts- und Küchenleiterin des Marienstifts legt Wert auf gute Ernährung. „Am liebsten würde ich mit Bio-Produkten aus der Region kochen, aber das gibt das Budget nicht her“, sagt sie. „Schließlich weiß man ja nicht, ob nicht doch der eine oder andere konventionelle Landwirt seine Felder mit Glyphosat spritzt.“

Sabine Berger ist selbst Landwirtin und Mutter, sie weiß, wie wichtig gesundes Essen ist. „Die Landwirtschaft in der Region muss unterstützt werden“, fordert die Referentin für Landwirtschaft und Energie im Dorfener Stadtrat. Kartoffeln aus Chile oder Billigfleisch vom Discounter gehen für sie gar nicht. „Wir beliefern vier Metzger im Gemeindebereich“, erzählt Berger. „Lange Transportwege entfallen. Allein der Umwelt zuliebe sollten sich Verbraucher für heimische Produkte entscheiden.“ Die hiesigen Landwirte hätten es nicht leicht.

„Seit Corona gibt es da auch mehr Wertschätzung“, weiß Berger, denn viele Konsumenten hätten seit der Pandemie gemerkt, dass Versorgung vor Ort wichtig ist. Regionale Produkte seien zudem gesünder. Dabei sei es für sie zweitrangig, ob ein Bio-Siegel auf den Lebensmitteln klebe. Schließlich hinterlassen Bio-Gurken oder Bio-Heidelbeeren aus Ägypten, oft sogar in Plastik verpackt, einen enormen Fußabdruck.

„Mit der Verwendung der hier vor Ort erzeugten Lebensmittel haben wir nachvollziehbare Kreisläufe, kurze Transportwege, sichere Herkunft und stärken die regionale Wertschöpfungskette“, bringt sie ihr Anliegen auf den Punkt. Und: „Wir binden in der Region Kaufkraft und senden Wertschätzung an unsere Betriebe.“

In Dorfen ist die Unterstützung eine klare Sache. „Wir berücksichtigen bei der Ausschreibung von Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen in der Stadt Dorfen folgende Vergabekriterien“, erklärte Bürgermeister Heinz Grundner im Stadtrat und zählte auf: „Regionalität, Produkte der Saison, GQ-geprüfte Qualität Bayern, sowie das Bio-Siegel aus Bayern.“

Auch im Kreistag wurde eine Empfehlung für das Klinikum beschlossen: Bei der Verpflegung von Patienten und Mitarbeitern soll weiter auf den Einsatz von regionalen Produkten gesetzt werden, wobei sich „regional“ ebenso auf die angrenzenden Landkreise bezieht. Dass zu einem gewissen Prozentsatz auch Bio-Lebensmittel verwendet werden sollen, dafür fand sich indes keine Mehrheit bei den Kreisräten.

Michaele Heske

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