+
Gut gelaunt im Kreise seiner Lieben: Geburtstagskind Gisbert Becker mit seiner Frau Maria (M.). Die Glückwünsche der Stadt überbrachte Bürgermeister Heinz Grundner (r.).

Gisbert Becker 80 

Ex-Berufssoldat an vielen ehrenamtlichen Fronten unterwegs

„Aufgeben, das kann nicht sein“, ist das Lebensmotto von Gisbert Becker. 80 Lenze zählt der bekannte und umtriebige Dorfener Pensionär und Visionär, der wie kaum ein anderer das Ehrenamt verkörpert.

Dorfen – Beckers Vater, Bankberater und Kunsthändler, kam aus Dortmund und war 1931 nach München gezogen. In der Landeshauptstadt wurde Sohn Gisbert geboren. 1943 war die Familie wegen des Krieges nach Tüntenhausen evakuiert worden. Dort lernte Becker später auch seine Frau Maria kennen. In dem kleinen Ort nahe Freising kam er als Bub in die erste Klasse, in einem Zimmer mit 60 Schülern aller Jahrgänge. 1947 wechselte er ans Domgymnasium Freising, ging an jedem Schultag vier Kilometer zu Fuß hin und zurück. „Ein Radl konnten wir uns nicht leisten.“ Die vierte Klasse musste er zweimal machen und hat dabei sein Lebensmotto entdeckt: „Nie aufgeben und sich immer bemühen.“ 1957 legte er in Bad Kissingen das Abitur ab.

Es folgte die Karriere als Berufssoldat. Becker meldete sich 1957 freiwillig zur Bundeswehr. Er startete beim Panzerartilleriebataillon in Koblenz. Es folgten viele Stationen, wie die Offiziersschulen München und Neubiberg. Der Truppendienst führte ihn auch an die Nordküste zum Flak-Bataillon Flensburg. 1959 wechselte er zur Luftwaffe nach Lagerlechfeld.

1964 war Becker ein halbes Jahr im US Army-Fort Bliss in Texas stationiert, wo er eine Ausbildung am HAWK-Raketen-Flugabwehrsystem absolvierte. Damals, im Kalten Krieg, wurde hochgerüstet und das Abwehrsystem in der Nato aufgebaut, erinnert sich Becker. Zuletzt war er in München 17 Jahre Lehrstabsoffizier. Der Oberstleutnant a. D. wurde 1993 in den Ruhestand versetzt.

Seine Frau Maria, eine geborene Wiesheu, hatte er 1961 in München geheiratet. Das Paar hat zwei Söhne und eine Tochter großgezogen. Insgesamt sind die Beckers berufsbedingt sechs Mal umgezogen. Seine Berufswahl hat er dennoch „nie bereut“. Zur endgültigen Heimat wurde 1972 Dorfen, wo sich die Beckers ein Haus gebaut haben und sich seither vielfältig engagieren.

Als Christsozialer wurde Becker 1978 in den Stadtrat gewählt, wo er sich 36 Jahre lang für das Wohl Dorfens einsetzte. Er war unter anderem Vizebürgermeister (2002 – 2014) und arbeitete konstruktiv Jahrzehnte in Ausschüssen. Auf seine Initiative wurde 2002 das Hochwasserreferat im Stadtrat eingeführt. Das leitete er höchst engagiert bis zu seinem Ausscheiden. In der Zeit wurden unter anderem die Hochwasserabflussverbesserungen in Dorfen gebaut sowie die neue Isen-Wehranlage. Becker hinterließ ein Hochwasserschutzkonzept und ist heute noch aktiv, wenn es gilt auf Hochwassergefahren aufmerksam zu machen.

Nicht weniger engagiert war Becker im Sport und führte auch das von ihm angeregte und 1979 neu eingeführte Sportreferat im Stadtrat bis zu seinem Ausscheiden. Sein „Sportkonzept 2020“ hatte die Vision, unter anderem die Sportanlagen an den Stadtrand zu verlagern. Darüber hinaus war er von 1976 bis 1997 Tennis-Club-Vorsitzender. In seiner Amtszeit trug er entscheidend zur Sicherung des TC bei, mit dem Neubau des Vereinsheims 1977 und einer frühzeitigen Pachtverlängerung für die Plätze bis 2025. Er begleitete den Bau des ESC-Kunsteisstadions und die Verlegung des TSV-Dorfen-Sportgeländes. Er war es auch, der die Verleihung des Sportabzeichens der Stadt einführte. Daneben war Becker auch noch seit 1985 bis vor kurzem Vorsitzender des Dorfener Kriegervereins (SRVK).

Aber auch sozial, im Stillen, setzte sich Becker ein. So beherbergte er zuhause fast sieben Jahre lang einen damals „sehr schwierigen“ jungen Mann. Die Beckers freut es noch heute, dass sie ihm eine Basis geben konnten und er so heute ein ganz normales Leben mit einer Familie führt. Zudem hatte Becker jahrelang eine Betreuung für einen Bewohner des Wohn- und Pflegeheimes Algasing übernommen. Und auch die kleinen Dinge sind ihm wichtig. So sieht man die Beckers regelmäßig die Blumenpflanztröge an der B 15 pflegen. Seit Kurzem hat der Jubilar ein neues Hobby entdeckt – Malen.

Hermann Weingartner 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach dem Sturm kommt der Borkenkäfer
Der Sturm hat Freitagnacht in den Wäldern nur geringe Schäden angerichtet. Forstexperten blicken aber mit Sorge auf die kommenden heißen Tage.
Nach dem Sturm kommt der Borkenkäfer
14 000 Euro Sachschaden
Ein Mercedes GLE wurde bei einem Unfall in Aufhausen demoliert.
14 000 Euro Sachschaden
Schokoladige Stunden im Stadel
Süßigkeiten selber machen - ein Kindertraum wurde für  die jungen Teilnehmer  einer Ferienaktion im Reisener Stadel wahr. Schon während des Schokoladengießens wurde viel …
Schokoladige Stunden im Stadel
Geburtstagsgrillen bringt 400 Euro für den Weißen Ring ein
400 Euro für den Weißen Ring sind beim Charity-Grillen der SPD Finsing zusammengekommen.
Geburtstagsgrillen bringt 400 Euro für den Weißen Ring ein

Kommentare