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Kostenloser Service für Bahn-Pendler: Auf den Parkplätzen direkt am Bah nhof (1), gegenüber an der Siemensstraße (2) und in Höhe des Gewerbegebietes Am Brühl (3) stellt die Stadt Stellflächen zur Verfügung. Die ÜWG will nun, dass die Stadt die Fläche am Ortseingang Kloster Moosens (4) ebenfalls als gebührenfreie Parkfläche nutzbar macht. 

Parkplatznot am Dorfener Bahnhof

Fällt das Kostenlos-Privileg für Pendler?

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Die Parkplatzsituation am Dorfener Bahnhof eskaliert. Pendler finden kaum noch freie Flächen. Geschäftstüchtige Privatleute und Immobilienhändler freut’s: Alle nutzbaren Flächen werden gegen gutes Geld vermietet. Die ÜWG fordert von der Stadt nun den Bau neuer Plätze.

Dorfen – Der frühe Vogel fängt den Wurm: Glück haben die Pendler, die frühmorgens mit der Bahn nach München zur Arbeit fahren. Sie finden immer einen freien Stellplatz. Das ändert sich jedoch spätestens ab 7 Uhr. Aus allen Richtungen kommen die München-Pendler per Auto zum Bahnhof. Und damit beginnt bei der Suche nach einem Stellplatz der tägliche Kampf gegen die Zeit. Der erste Moment des Tages, bei dem bei vielen Pendlern der Blutdruck gewaltig in die Höhe geht.

Insgesamt stellt die Stadt am Bahnhof derzeit etwa 450 kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Doch das Angebot reicht nicht mehr aus. Eine Folge davon: Um einen Zug nicht zu verpassen, parken Pendler teilweise andere Fahrzeuge so zu, dass diese nicht mehr wegfahren können. Heftige verbalen Auseinandersetzungen sind die Folge. Und immer öfter parken Pendler auch auf Parkplätzen der naheliegenden Verbrauchermärkte oder auf Privatgrundstücken.

Mittlerweile gibt es aber auch einen Parkplatzhandel: Privatleute zwacken von ihren Grundstücken entlang der Bahnhofstraße Grünflächen ab und bieten diese Pendlern zur Miete an. Und auch auf dem Areal der früheren Ziegelei Meindl werden ein paar Dutzend Stellplätze vermietet. 27 Euro im Monat muss ein Pendler dafür hinlegen, dass für ihn der tägliche Wahnsinn der Parkplatzsuche ein Ende hat.

ÜWG fordert Stadt zum Handeln auf

Die ÜWG-Stadtratsfraktion hat jetzt beantragt, dass die Stadt die Parkplatzsituation für die Bahnpendler am entschärfen soll und eine freie und verfügbare Fläche bei Kloster Moosen als Parkplatzerweiterung nutzen soll. Auf einem angrenzenden Areal hat die Stadt dort schon 2013 gut 100 zusätzliche Stellflächen geschaffen.

Die ÜWG begründet ihren Antrag unter anderem damit, dass die prekäre Parkplatzsituation „zu öffentlichem Ärger und Unmut bei den Parkplatzsuchenden“ führt.

Die vorgeschlagene freie Fläche, anschließend der östlichen Parkplätze auf Höhe der Gewerbegebiete, eignet sich nach Ansicht von ÜWG-Fraktionschef Josef Jung „ideal, um für die Pendler weitere Parkmöglichkeiten zu schaffen“. Dieses Areal könnte ohne viele Kosten erweitert werden.

„Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die aktuell als Parkmöglichkeit genutzte Bahnhofstraße auf Höhe der Zufahrt Stiftlring entlastet wird, da ein Ausweichen auf die neue Parkfläche möglich ist.“ Mit dieser Erweiterung verschaffe sich die Stadt Zeit, „um dann im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Bahn mit Tieferlegung und Überplanung des Bahngeländes ein mögliches Parkdeck zu planen und errichten“.

Erst vor kurzem hat die SPD-Fraktion im Stadtrat den Bau weiterer, mindestens 100 überdachter Fahrradabstellplätze am Bahnhof durch die Stadt gefordert. Für den Bau von 400 überdachten und beleuchteten Fahrradabstellplätzen hat die Stadt 2012 300 000 ausgegeben. Die Pendler können diese kostenlos nutzen.

Für die Schaffung der Pkw-Stellplätze wurden mehr als eine Millionen Euro ausgegeben. Die Parkplätze stehen Pendlern ebenfalls kostenlos zur Verfügung.

Mittlerweile setzt in Dorfen aber eine Diskussion ein, ob es Aufgabe der Kommune sein kann, für vorwiegend auswärtige Pendler unbegrenzt kostenlose Parkplätze zu schaffen. Schließlich müssen beispielsweise auch Autofahrer, die in der Innenstadt parken, dafür blechen müssen. Auch Anlieger müssen für ihre Parkausweise eine Gebühren „politische Entscheidung“

Gebühren „politische Entscheidung“

Menge Geld hinlegen.

Dass Pendler hier gegenüber Parkenden in der Innenstadt bevorteilt werden, „ist eine politische Entscheidung“, sagt die Leiterin der Finanzverwaltung, Maria Bauer. Vor Jahren hatte der Stadtrat im Zuge der Diskussion um den Bau eines Parkhauses eine gebührenpflichtige Parkraumbewirtschaftung, wie es im Amtsdeutsch heißt, abgelehnt.

Bürgermeister Heinz Grundner will das Thema jedoch wieder auf die Agenda setzen. „Dauerhaft“ ist es für den Stadtchef nicht vorstellbar, „dass alle Parkplätze für Pendler kostenfrei sind“, wie er der Heimatzeitung sagte. Denn die Parkplatznot rühre zum gewissen Maß auch daher, dass viele Dorfener – vor allem bei schlechtem Wetter – mit dem Auto zum Bahnhof fahren würden. Eine tägliche Parkgebühr von einem Euro könnte hier schon ausreichen, „die Motivation zum Radfahren zu erhöhen“, glaubt Grundner.

Denn die jetzige Situation, da macht der Stadtchef kein Hehl daraus, „ist ein Dilemma und muss verändert werden“. " Kommentar

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