Fünfmal die 1,1: Johanna Emehrer, Anian Kerscher, Antonia Weißgerber, Anna Schober und Fenja Huber (v. l.) haben eine Traumnote geschafft: „Wir freuen uns auf den neuen Lebensabschnitt“, sagen sie unisono.
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Fünfmal die 1,1: Johanna Emehrer, Anian Kerscher, Antonia Weißgerber, Anna Schober und Fenja Huber (v. l.) haben eine Traumnote geschafft: „Wir freuen uns auf den neuen Lebensabschnitt“, sagen sie unisono.

Frauenpower an der Spitze

Fast die Hälfte hat eine Eins vor dem Komma: Gymnasium Dorfen freut sich über seinen besten Jahrgang

Es ist mit Abstand der beste Jahrgang am Dorfener Gymnasium: 114 Abiturienten haben gestern das Ergebnis ihrer Abiturprüfungen erfahren: 48 Schüler schließen die Hochschulreife mit einer Eins vor dem Komma ab, 23 davon sind sogar besser als 1,5. „Aktuell haben wir einen Abi-Schnitt von 2,06“, freute sich Schulleiter Markus Höß. Im vergangenen Jahr lag der Durchschnitt noch bei 2,25.

VON MICHAELE HESKE

Es war ein sehr schwieriges Jahr für die Abiturienten: „Alles stand unter dem Zeichen von Corona – die Kolleginnen und Kollegen haben die Oberstufe qualitativ sehr gut unterrichtet“, sagte Höß und verwies auf das gute Ergebnis der diesjährigen Absolventen. „Die Schüler waren sehr gut vorbereitet.“ Denn leichter seien die diesjährigen Aufgaben keineswegs gewesen, meinte der Pädagoge. „Es gab sogar Petitionen gegen das diesjährige Mathe-Abitur, weil es zu schwer gewesen sein soll.“

Nur drei Schüler müssten noch zittern, und erst in der Nachprüfung kommende Woche entscheide sich, ob sie die Hochschulreife erlangen werden. „Ich bin einfach nur glücklich und zufrieden“, erklärte der Schulleiter. „Wir konnten den Gymnasiasten eine positive Schulzeit geben, sie haben das Reifezeugnis verdient und sind jetzt reif für einen neuen, anderen Lebensabschnitt.“

Der 18-jährige Anian Kerscher aus Dorfen gehört zu den besten Abiturienten dieses Jahres. Mit einem Schnitt von 1,1 hat der junge Dorfener die Prüfungen bestanden. „Ich war sehr gut vorbereitet“, sagte er, „und die Aufgaben waren fair gestellt.“ Erleichtert und froh sei er, dass nun der ganze Prüfungsstress vorbei sei. Ab dem kommenden Semester will Kerscher Biologie studieren, entweder an der Ludwig-Maximilians-Universität in München oder an der TU in Weihenstephan.

Auch vier seiner Mitschülerinnen haben mit der Note 1,1 abgeschlossen, selbstbewusste Abiturientinnen, die sich als „Feministinnen“ bezeichnen und mit einem Schmunzeln auf die „weibliche Überzahl“ bei den fünf besten Dorfener Gymnasiasten verwiesen.

„Wir haben in der Schule Gleichberechtigung erfahren und uns auch mit dem Thema im Unterricht stark beschäftigt“, sagte Johanna Emehrer und verwies darauf, dass immer noch zu wenige Frauen in Führungspositionen seien, dass Frauen bei gleicher Leistung immer noch deutlich weniger verdienen würden und die Frage, wer die Erziehung der Kinder übernehme, längst noch nicht geklärt sei. „Auch wenn sich viel bewegt, wir sind längst noch nicht da, wo wir hinwollen.“ Die 18-jährige Dorfenerin möchte Umweltingenieurwesen oder Architektur in München studieren.

Antonia Weißgerber wird ebenfalls einen männlich-dominierten Studiengang wählen: „Ich werde mich für Maschinenbau immatrikulieren“, sagt die 18-jährige. „Ich war ganz überrascht, dass ich einen Schnitt von 1,1 geschafft habe – für mich war das Abitur immer eine Herausforderung“, meinte die Dorfenerin. Während ihrer Schulzeit sei sie immer im Zweier-Bereich gelegen, doch dann gab sie bei den Abiturvorbereitungen richtig Gas: „In der Abiphase habe ich jeden Tag sehr viel gelernt.“

Fenja Huber aus Inning will ebenfalls studieren: „Französisch und Deutsch, wahrscheinlich auf Lehramt“, so die 17-jährige. „Ich mag Kinder und kann gut erklären.“ Auch sie fühlte sich gut vorbereitet, trotz Distanzunterricht und Homeschooling: „Wir hatten super Lehrer“, lobt sie die Pädagogen und das Corona-Management.

Derweil ist Anna Schober noch auf der „Suche nach einem Plan“, denn sie wisse noch nicht genau, in welchem Beruf sie später arbeiten möchte. „Medizin interessiert mich sehr“, sagt die 18-jährige Dorfenerin. „Ich mache erst einmal ein freiwilliges soziales Jahr beim Roten Kreuz.“ Mit einem Abi-Schnitt von 1,1 stünden ihr schließlich alle Möglichkeiten offen. Und leise ergänzte sie: „Ich bin jetzt einfach nur glücklich, dass der ganze Stress vorbei ist. Und ich muss vor allem noch realisieren, dass die Schule endgültig vorbei ist, ein neuer Lebensabschnitt beginnt.“

Jeder der fünf besten Abiturienten dieses Jahrgangs wird heute feiern – aber auch eine gemeinsame Abiturfeier am 16. Juli, so wie im vergangenen Jahr, wird es voraussichtlich wieder geben: „Das haben sich die Abiturienten verdient“, so Schulleiter Höß.

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