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Der Garten der Sinne in Dorfen: Nur ein kleiner Weg trennt das Areal von der Wohnbebauung (r.). Anlieger wollen den durch feiernde Jugendliche verursachten Lärm nicht mehr hinnehmen.

Klage gegen Stadt

Feiernde Jugend raubt Nachbarn den Schlaf

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Er heißt „Garten der Sinne“, raubt Anwohnern aber den letzten Nerv. Auf dem Areal an der Etzkapelle sollen sich eigentlich an Demenz erkrankte Menschen wohlfühlen. Die Realität sieht anders aus: Jugendliche feiern dort Feste. Mehrere Nachbarn wollen jetzt die Stadt verklagen.

Dorfen – Mit der Eröffnung des Gartens der Sinne war es für die Nachbarn im Bereich der Etzkapelle mit der beschaulichen Ruhe in unmittelbarer Nähe der Isen vorbei. Nächtliche Ruhestörungen und „unzumutbare Lärmbelästigungen“, wie Anwohner klagen, haben ihre Lebensqualität „erheblich reduziert“. Der Pavillon in dem Garten sei von Jugendlichen zum Treffpunkt umfunktioniert worden. Dort würde getrunken, gefeiert und laute Musik gemacht, oft bis in die frühen Morgenstunden. Das Areal werde von Jugendlichen mit leeren Bierflaschen, Zigarettenkippen und Pizzaschachteln regelrecht vermüllt. Was die Anwohner fassungslos macht: Ihren Beobachtungen zufolge ist der Garten der Sinne bisher kein einziges Mal von der Lokalen Allianz für Demenz, die in Dorfen demenzkranke Menschen betreut, genutzt worden.

Im Bau- und Verkehrsausschuss wurde jetzt ein Antrag von Anwohnern behandelt, die von der Stadt fordern, Maßnahmen einzuleiten, dass eine Fremdnutzung des Gartens der Sinne beendet wird. Die Hauptforderung der Anwohner ist laut Bauverwaltungsleiter Franz Wandinger eine Einzäunung des Areals. Wandinger wies aber daraufhin, dass das Grundstück von vielen Dorfenern jeden Alters genutzt werde, die sich auf den dort aufgestellten Bänken gerne aufhielten. Eine Einzäunung sei daher durchaus kritisch zu sehen.

Jugendliche brauchenauch einen Platz

Für Ursula Frank-Mayer (Grüne) wäre eine Einzäunung „das allerletzte Mittel“. Erst müsse versucht werden, dass Anwohner und Jugendliche miteinander ins Gespräch kämen. Im Übrigen vertrat Frank-Mayer die Auffassung, „dass sich Jugendliche ja irgendwo aufhalten müssen“.

Ähnlich argumentierte Sozialreferent Michael Oberhofer (CSU). Einen Garten einzuzäunen, der dann nicht mehr genutzt werden könne, komme einem Schildbürgerstreich gleich. Um die Nachtruhe der Anwohner sicherzustellen, müsste eben „miteinander gesprochen“ werden. Oberhofer fand daher den Vorschlag der Verwaltung gut, die Angelegenheit an die Jugendreferentin, die Gemeindejugendpflegerin und die Mobile Jugendhilfe weiterzuleiten. Dies könnten dann mäßigend auf die Jugendlichen einwirken, die sich dort regelmäßig treffen. Landlisten-Sprecher Martin Heilmeier schlug zudem vor,

Anwohner sprechenvon Lüge und Betrug

den Garten nachts zu beleuchten. „Dann ist das für die Jugendlichen nicht mehr so interessant, sich dort zu treffen“, meinte er.

Der die Sitzung leitende Vizebürgermeister Günter Drobilitsch plädierte ebenfalls dafür, zunächst zu versuchen, einen Dialog zwischen Anwohnern und Jugendlichen in Gang zu bringen. Der Ausschuss stimmte schließlich einstimmig dafür, dass sich Jugendreferentin, Gemeindejugendpflegerin und Mobile Jugendhilfe mit dem Thema befassen sollen.

Die in der Sitzung anwesenden Anwohner reagierten auf den Beschluss mit Empörung. „Wir sehen uns vor Gericht wieder“, drohten sie beim Verlassen des Sitzungssaals. Von „Lüge“ und „Betrug“ war die Rede. Die Stadt habe sich nicht an Zusagen gehalten, sagten die Anwohner im Gespräch mit unserer Zeitung nach der Sitzung. Es sei vereinbart worden, dass der Garten der Sinne nur durch die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz genutzt werden dürfe. Die Stadt habe auch zugesagt, den Sinnensgarten einzuzäunen.

Die verärgerten Anwohner wollen sich auch an die Regierung wenden. Die Stadt Dorfen habe vom Bund für den Bau des Gartens der Sinne Fördermittel erhalten. Bislang sei dieser nicht ein einziges Mal bestimmungsgemäß genutzt worden. Im Übrigen habe man immer wieder versucht, mit den Jugendlichen zu sprechen und sie um Ruhe zu bitten, berichten die Familien Wurz und Steinberger. Die Reaktionen der Jugendlichen seien jeweils nur Beleidigungen und Drohungen gewesen.

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