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Fast schon Alltagsbild in der Flüchtlingsunterkunft in Lindum: Die Feuerwehr rückt wegen eines Fehlalarmes an.

Fehlalarme in Flüchtlingsheimen

Feuerwehren stinksauer: „Unmöglicher Zustand“

Dorfen – Seit Monaten vergeht in Dorfen fast keine Woche ohne Fehlalarm durch eine Brandmeldeanlage (BMA) in einer der beiden großen Flüchtlingsunterkünfte in Lindum oder am Wohnheim Ludwigspark.

Das zuständige Landratsamt hat Abhilfe versprochen (wir berichteten), offenbar ohne nachhaltigen technischen Erfolg. „Ein unmöglicher Zustand“, schimpfen die Feuerwehren.

„Brand in Lindum – Flüchtlingsunterkunft“, lautete der Alarm auch am späten Dienstnachmittag. Die Dorfener Stützpunktfeuerwehr sowie die Wehren aus Watzling und Lengdorf rückten wieder aus und fuhren mit fünf Fahrzeugen am Einsatzort vor. Dort warteten bereits Flüchtlingskinder und winkten den Feuerwehrleuten zu. Feuerwehreinsätze sind für sie inzwischen eine spannende Abwechslung.

Doch auf diese Abwechslung könnten die betroffenen Feuerwehren gerne verzichten. Während der Arbeitswoche kann die Dorfener Stützpunktwehr tagsüber oft nicht ausreichend Einsatzkräfte stellen. Daher rücken auch die Feuerwehren Watzling und Lengdorf mit aus. Die Einsatzkräfte waren am Dienstag gefrustet, denn schon im ersten Augenschein war klar: schon wieder ein Fehlalarm. Gut zwar, dass sich der Alarm nicht als Ernstfall bestätigt hat, aber die regelmäßigen Fehlanfahrten regen die Aktiven zusehends auf.

Bisher war es immer der gleiche Brandmelder in der Küche einer Wohnung im ersten Stock, der Alarm auslöste. Das Landratsamt hat eine technische Änderung der Brandmeldeanlage beauftragt, die aber nicht den gewünschten Erfolg brachte. Daher wurden die Elektroöfen im oberen Wohnungsbereich „stillgelegt“. Das bestätigte die Pressesprecherin im Landratsamt, Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, auf Nachfrage der Heimatzeitung. Jetzt müssen die Bewohner alle in der Großküche mit fünf Kochstellen im Erdgeschoss kochen. Genau das hat eine Familie am Dienstag gemacht – und wieder löste die BMA aus.

Dorfens Kommandant Stefan Beham sagte unserer Zeitung vor Ort: „Da wurde nur in einem kleinen Topf was gekocht.“ Die Küchenablüftung sei offenbar „ein Witz“. Es sei nicht zu begreifen, dass man „das ingenieurtechnisch nicht lösen kann“, schimpfte der genervte Feuerwehr-Chef.

Ein anderes Problem sind die Brandmelder im Wohnheim Ludwigspark. Die melden nicht direkt in die Leitstelle, sondern lösen nur einen Voralarm aus. Ein Sicherheitsdienst muss dann aus Erding anfahren und nachschauen, gegebenenfalls den Brandmelder zurücksetzen. Bisher war da immer längst die Feuerwehr alarmiert und angerückt. Und das ist Stress für die Feuerwehrleute, die ja nicht sicher wissen, was los ist. Noch ärgerlicher ist, dass mit jedem Fehleinsatz tagsüber die Bereitschaft der Arbeitgeber, ihre Leute freizustellen, sinken könnte, befürchtet Beham. Er will jetzt beim Landratsamt intervenieren, das das Problem nicht in den Griff bekommt. 

Hermann Weingartner

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