Karl-Heinz Figlbekommt Vertrag nundoch nicht verlängert.Foto: prä

Tumultartige Szenen im Dorfener Stadtrat

Figl-Stelle wird neu ausgeschrieben

Seit fast einem Jahr kommen die Stadtwerke Dorfen nicht aus den Schlagzeilen. Im Zentrum der Diskussionen und Kritik steht immer wieder Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Figl. Nun ein vorläufiger Schlussstrich: Die Stelle wird die Stadt, als 100-prozentige Eigentümerin des Kommunalunternehmens, neu ausschreiben.

Dorfen – „Wir stellen Mitarbeiter ein“, heißt es auf einem großen Transparent am Gebäude der Stadtwerke Dorfen. Jetzt wird auch noch ein Geschäftsführer gesucht. Der Stadtrat hat am Mittwochabend nichtöffentlich beschlossen, die Geschäftsführerposition auszuschreiben, hat die Heimatzeitung erfahren.

Entscheidung war wohl sehr knapp

Tumultartige Szenen und heftige Kritik der Figl-Befürworter soll es nach einer sehr knappen Mehrheitsbeschlussfassung gegeben haben. Die unterlegene „Fraktion“ aus Rot-Grün, ÜWG sowie Teilen der ÜWG und Landlisten verließen darauf noch vor offiziellem Ende die Sitzung.

Unserer Zeitung war bekannt, des es in nichtöffentlicher Sitzung auch um die Verlängerung des Stadtwerke-Geschäftsführervertrages gehen würde. Im Stadtrat war 2015 erst sehr verspätet die Figl-Kündigung zum Jahresende bekannt geworden. Das löste Zeitdruck und heftige Turbulenzen aus, worauf es bereits damals zu Forderungen einer Neuausschreibung kam.

Als Konsequenz wurde mit Figl zunächst nur ein heuer auslaufender Übergangsvertrag geschlossen. Daher musste jetzt über die weitere Zukunft des Geschäftsführers eine Entscheidung getroffen werden. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) bestätigte am Donnerstag auf Nachfrage der Heimatzeitung nur, dass die Position des Stadtwerke-Geschäftsführers diskutiert worden sei. Sein Vertrag werde „nicht verlängert“ und nun „zeitnah neu ausgeschrieben“. Details nannte Grundner nicht.

Bewerben dürfe sich natürlich auch Figl. Der Stadtchef könne auch die Aufregung im Stadtrat nicht nachvollziehen. Es sei ja nichts Ungesetzliches passiert. Es sei „ein normaler Vorgang“, dass der Eigentümer nach einer erfolgten Kündigung über Vertragsforderungen berate, oder es auch zu einer Neuausschreibung komme, „wenn man nicht zusammenfindet“.

Zusammen findet man im Stadtrat längst nicht mehr, denn die Causa Figl hat das Gremium tief gespalten. Grundner ist sich sicher, mit dem guten Willen zur Zusammenarbeit hätten sich alle Beteiligten viel Ärger ersparen können.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Günther Drobilitsch (GEM) äußerte sich gestern auf Nachfrage unserer Zeitung nur knapp. Es sei „eine demokratische Entscheidung“ getroffen worden. Es müsse „so schnell wie möglich eine Ausschreibung“ erfolgen. Er habe Figl über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt. „Wichtig“ sei Drobilitsch, dass die gute Arbeit der Stadtwerke künftig weitergeführt werde.

Wie unsere Zeitung erfuhr, soll die Motivation unter der aktuellen Führungssituation leiden. Gesprächsanfragen unserer Zeitung dazu wurden bisher stets abgelehnt – mit der Begründung, man habe Angst, das könnte persönliche negative Folgen haben.

Dies hatte auch ein anonymer Anzeigeerstatter so beschrieben. „Ich habe aber große Angst davor, dass diejenigen, die ich nun anzeige, massiv gegen mich vorgehen.“ Figl und der Technische Leiter der Stadtwerke, Wilhelm Haunolder, müssen sich nach der Anzeige eines angeblichen Stadtwerke-Mitarbeiters einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Landshut wegen Nötigung von Untergebenen stellen (wir berichteten).

Hermann Weingartner

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