Dr. Karl-Heinz Figl war lange Jahre Geschäftsführer der Stadtwerke Dorfen.

Stadtwerke-Affäre

Figl: Die Zeit meiner Rehabilitation ist da

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Der frühere Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Figl fordert von der Stadt eine öffentliche Rehabilitation. „Es ist an der Zeit“, schreibt Figl in einem offenen Brief.

Dorfen – In dem an Bürgermeister Heinz Grundner, seinen beiden Stellvertreter und die Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Parteien gerichteten Schreiben beklagt Figl, dass er „auf skrupelloseste Art mittels einfach gestrickter Lügengeschichten“ als Geschäftsführer der Stadtwerke Dorfen „diffamiert“ und in der Folge abberufen worden sei. Figl sieht in der „Stadtwerke-Affäre“ eine „Schmutzkampagne“, die im Kern auf die „gezielt üble Nachrede“ basiere, dass er eine satte Gehaltserhöhung und eine zusätzliche Altersversorgung gefordert habe.

In dem mehrseitigen Schreiben spricht Figl von „ehrabschneidenden Lügen, die bis zum Vorwurf der angeblichen Erpressung gingen“. Die unerwartete Ablehnung seines zuvor vom Stadtwerke-Aufsichtsrat positiv bewerteten neuen Vertragsentwurfs im Stadtrat bezeichnet Figl als „Komplott“.

„Das Schweigen, die Ruhe“ in Dorfen „nach meiner öffentlichen Demütigung“ will Figl nicht länger hinnehmen. „Dieses Schweigen gilt es zum Jahrestag, der mit dem 500-jährigen Reformationstag, mit Allerheiligen und Allerseelen zusammenfällt, zu brechen“ heißt es in dem mit Datum 31. Oktober verfassten Schreiben, das am Mittwochabend veröffentlicht wurde. „Wir müssen und sollen für eine bessere Welt kämpfen, für einen ehrlichen und gerechten Umgang“, schreibt Figl. Der ehemalige Geschäftsführer verweist auch auf die unter seiner Führung „unglaublich wirtschaftlich erfolgreiche, innovative und umweltfreundliche Entwicklung der Stadtwerke“, die für die Stadt von bleibender Dauer und hohem Wert seien. Stadtwerke, Stadt und die Bürger ernteten „die Früchte meiner Mühen“ während Bürgermeister, Stadträte und Aufsichtsräte „ihrer Aufgabe als Kontrolleure, als Arbeitgeber und der damit zusammenhängenden besonderen Fürsorgepflicht, die sie für mich trugen, nicht nachkamen“.

Figl hat sich auch an die Kommunalaufsicht im Landratsamt gewandt. Bürgermeister Heinz Grundner hatte seinen ersten Antrag auf Rehabilitation vom November 2016 nicht im Stadtrat behandeln lassen. Er begründete dies damit, dass Figl nicht Bürger der Stadt Dorfen und damit nicht antragsberechtigt sei.

Die Kommunalaufsicht sieht das anders. Der Stadtrat muss sich in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Antrag befassen. Das hat Grundner gegenüber dem Dorfener Anzeiger auch bestätigt, will sich ansonsten aber nicht zu dem Schreiben Figls äußern.

Figl sieht aufgrund der Entscheidung des Landratsamtes „einer umfänglichen Rehabilitation mit großer Hoffnung entgegen“. Er ist aber auch enttäuscht: „Ich hätte mir eine öffentliche Behandlung gewünscht, zumal all die Lügen und Diffamierungen öffentlich diskutiert wurden.“

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