Geschäftsführer-Entscheidung

Finaler Machtkampf um die Stadtwerke

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Dorfen - Showdown im Stadtrat: Heute Abend fällt in nichtöffentlicher Sitzung die Entscheidung, wer neuer Chef der Stadtwerke Dorfen wird.

Es gilt als sicher, dass es zu einer Kampfabstimmung kommt. Denn unter den etwa 50 eingegangenen Bewerbungen ist auch die des derzeitigen Geschäftsführers Karl-Heinz Figl. Dessen Vertrag läuft zum Jahresende aus. Der Stadtrat hatte Anfang April mit zwölf zu elf Stimmen beschlossen, den Vertrag Figls nicht zu verlängern. Die nichtöffentliche Sitzung endete Teilnehmern zufolge mit tumultartigen Szenen. Die so genannte „Figl-Fraktion“ aus SPD, Grünen sowie Teilen von ÜWG und Landlisten verließ aus Protest gegen die Quasi-Entlassung des Geschäftsführers die Sitzung.

Heute Abend soll der Stadtrat eine Entscheidung über einen neuen Geschäftsführer fällen. In den vergangenen Wochen haben sowohl Figl-Befürworter als auch -Gegner versucht, noch unschlüssige Stadträte auf ihre Seite zu ziehen. So soll Figl bei einigen Fraktionstreffen zu Gast gewesen sein, unter anderem bei den Landlisten.

Am Montag tagte der Aufsichtsrat der Stadtwerke. Informationen unserer Zeitung zufolge sollte das Gremium eine Vorauswahl unter der Bewerbungen und eine Empfehlung an den Stadtrat abgeben. Dies ist offenbar nicht der Fall. Verfechter eines Neuanfangs in den Stadtwerken mit einem neuen Geschäftsführer hatten gehofft, dass bei einer Vorauswahl unter den Bewerbern Figl nicht mehr berücksichtigt worden wäre.

Seit Jahren überschattet der Konflikt um die Person Figls und sein zerrüttetes Verhältnis zu Bürgermeister Heinz Grundner auch das Klima im Stadtrat massiv. Im Juli 2014 war Grundner als Vorsitzender des Aufsichtsrats abgewählt worden. Es folgten weitere Auseinandersetzungen, unter anderem um höhere Gehaltsforderungen und eine adäquate Altersversorgung Figls. Wegen eines angeblichen Vergleichs der Amtszeit von Grundner als Aufsichtsrat der Stadtwerke mit der Herrschaft der Nazis kam es nach einer Sitzung des Stadtrates im Oktober 2015 zum Eklat. Figl, der sich missverstanden fühlte, klagte gegen CSU-Stadträtin Barbara Lanzinger. Sie hatte wegen des Vergleichs Figl heftig kritisiert und dessen Abberufung als Geschäftsführer gefordert. Vor Gericht kam es zu einem Vergleich. Im Frühjahr dieses Jahres leitete die Staatsanwaltschaft nach einer anonymen Anzeige eines angeblichen Stadtwerke-Mitarbeiters ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung gegen Figl ein. Das Verfahren wurde Anfang Juli eingestellt.

Die Abstimmung heute Abend könnte so ausgehen, wie die im April: Nur eine Stimme entscheidet möglicherweise darüber, ob es einen neuen Chef der Stadtwerke gibt, oder ob mit Figl ein neuer Vertrag geschlossen wird.

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