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Mobile Integration: Martin Schrimpf (l.) und Prof. Helmut Krcmar von der TU München haben an der Integreat-App mitgearbeitet.

Finalist bei Google-Wettbewerb

250 000 Euro Preisgeld für Integrations-App

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Riesenerfolg für einen Dorfener: Martin Schrimpf hat die Entwicklung der Integreat-App geleitet. Die Handy-Software wurde in einem Wettbewerb von Google zum Leuchtturm-Projekt gekürt. Preisgeld: 250 000 Euro. Und es könnte sogar eine halbe Million werden.

Dorfen/Berlin – Wohnen, Sprachkurse, Jobs und Gesundheit – diese und viele weitere Themen stellen Geflüchtete vor große Herausforderungen. In der neuen Heimat brauchen sie dafür Alltagstipps. Mit der mehrsprachigen Integreat-App liefert ihnen das Smartphone viele Antworten. An dieser Idee hat der Dorfener Martin Schrimpf mitgearbeitet. Das Projekt der „Tür an Tür Digitalfabrik“ gGmbH läuft bereits in 40 Städten und Landkreisen – im Kreis Erding in Taufkirchen. Unter über 2500 Einreichungen in zwei Kategorien hat es Integreat nun bei einem Förderwettbewerb von Google für gemeinnützige Organisationen in die Endrunde geschafft und 250 000 Euro Preisgeld gewonnen.

Die Juroren der Google.org Impact Challenge haben Integreat unter die besten zehn Leuchtturm-Projekte gewählt. Sie sind davon begeistert, wie digitale Lösungen das Verständnis zwischen Kulturen und die Integration vor Ort erleichtern.

Der Dorfener Martin Schrimpf (25) ist Mitbegründer der App. Er lebt seit September 2017 in den USA und forscht an der Elite-Universität MIT (Massachusetts Institute of Technology). Er befasst sich mit der Brücke zwischen künstlicher und natürlicher Intelligenz und hat bei Integreat die technische Entwicklung geleitet.

Die Preisverleihung von Google ist am morgigen Donnerstag in Berlin. Dort gibt es für Schrimpf und seine Mitstreiter auch die Chance, zusätzlich den Publikumspreis und damit weitere 250 000 Euro zu gewinnen – also insgesamt eine halbe Million Euro. In der Jury sitzen unter anderem die Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali und der ehemalige Fußball-Nationalspieler und Stiftungsgründer Arne Friedrich.

Nach dem Start vor bald drei Jahren in Augsburg würden neuzugewanderte Menschen inzwischen in 40 Städten und Landkreisen alle wichtigen Informationen über Integreat erhalten, beschreibt Martin Schwarzott die mehrsprachige App. „Sie bietet darüber hinaus über IHK und HWK eine Schnittstelle zum Arbeitsmarkt an“, erklärt der Journalist, der sich wie der Großteil der 40 Mitarbeiter ehrenamtlich bei Integreat engagiert.

Laut der Homepage der Organisation will Integreat das Preisgeld nutzen, um die teilnehmenden Städte und Landkreise noch enger zu betreuen. Neben dem Preisgeld erhalten Gewinner Unterstützung von Google bei der Verwirklichung ihrer Ideen.

Schon die technische Architektur des Programms hilft bei der Integration. Dank Open Source (der Quelltext der Software ist öffentlich) können die Inhalte frei von anderen Organisationen genutzt werden. Die lokalen Verantwortlichen treffen sich regelmäßig zum Austausch und Wissenstransfer über kommunale Grenzen hinweg.

Publikumspreis

Wer dem Dorfener Martin Schrimpf und seinen Mitstreitern zum Publikumspreis verhelfen will, kann noch heute den ganzen Tag über für die Integreat-App abstimmen. Dies geht auf der Seite g.co/KleineTaten. Dazu unter der Überschrift „Finalisten“ den Schalter auf „Leuchtturm-Projekte“ stellen und dann für „Tür an Tür – Digital Factory“ abstimmen.

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